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Es bröckelt: Saudischer Prinz ruft zu zivilem Ungehorsam gegen die saudische Monarchie auf

Es bröckelt: Saudischer Prinz ruft zu zivilem Ungehorsam gegen die saudische Monarchie auf
Blick auf das Zentrum von Riad, Saudi-Arabien, 14. Dezember 2003.
Der saudische Prinz Khalid bin Farhan al-Saud ruft das saudische Volk auf, sich gegen das Diktat der Königsfamilie zu stellen. Der vermutliche Mord am saudischen Journalisten Chaschukdschi in Istanbul lässt kritische Stimmen gegen das Königshaus laut werden.

Türkische Offizielle sind sich sicher, dass der verschwundene saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi ermordet wurde. Ein Freund des Journalisten glaubt, er sei zerstückelt worden. Letzte Woche betrat Chaschukdschi das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul. Er wollte Papiere für seine Hochzeit abholen. Seine Verlobte, die vor dem Gebäude wartete, sah ihn nie wieder. Der Journalist hatte die saudische Rolle im Jemenkrieg kritisiert und zog in die USA, um Repressalien der saudischen Führung zu entgehen. Das Verschwinden des Journalisten führt zu immer mehr kritischen Äußerungen gegen die Führung des Landes werden laut.

Saudischer Beamter schaut aus dem Haupteingang des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul.

So forderte der saudische Prinz Khalid bin Farhan al-Saud die Menschen in seiner Heimat aus dem deutschen Exil am Montag via Twitter dazu auf, sich gegen die Führungsriege Saudi-Arabiens zu stellen:

Falls sich die Ermordung von Dschamal Chaschukdschi bestätigt, lade ich Menschen aller Schichten Saudi-Arabiens ein, in legalen Maßnahmen zu kooperieren und das politische System durch zivilen Ungehorsam zu verändern.

Einen neuen Regierungschef brachte bin Farhan ebenfalls ins Gespräch: Er schlägt vor, dass an die Stelle des Kronprinzen der jüngere Bruder der saudischen Königs Salman trete, der sich im britischen Exil aufhält, und eine neue Regierung bilde.

Seit 2013 lebt der entfernte Verwandte des saudischen Königshauses fern seiner Heimat. Deutschland gewährte ihm binnen zwei Monaten politisches Asyl. Saudi-Arabien verglich er in einem Interview mit dem Middle East Monitor mit einem Vulkan, der jederzeit auszubrechen drohe. Sollte jedoch seine Heimat ins Chaos abrutschen, so würde dies fatale globale Folgen haben. Denn dann werde von Saudi-Arabien aus der internationale Terrorismus gefördert.

In einer öffentlichen Erklärung sagte sich Farhan von der Führung seiner Heimat los: 

Ich erkläre meinen Treuebruch mit dem Regime. (...) Ich hatte bittere persönliche und familiäre Erfahrungen mit denen, die die Macht im Königreich Saudi-Arabien innehaben. (...) Mir wurde klar, wie weit verbreitet die Unterdrückung ist (...).

Daher unterstütze er alle Reformbewegungen, die im Interesse der Bürger stehen.

Huthi-Symphatisanten begehen sowohl den Aschura-Tag als auch den vierten Jahrestag der Eroberung der jemenitischen Hauptstadt Sanaa durch die Huthis, 20. September 2018

Bin Farhan will aus Kreisen der Königsfamilie erfahren haben, dass die Macht des Kronprinzen an "absoluten Gehorsam" gegenüber den Vereinigten Staaten und Israel gebunden sei. Weitere Bedingungen, damit der Kronprinz noch vor dem Tod seines Vaters den Thron besteigen kann, seien:

Darauf hinarbeiten, alle Gaza Bewohner im Norden des Sinai als alternative Heimat anzusiedeln, und Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate werden alle notwendigen Mittel dafür bereitstellen; sich der Hamas und allen, die sie unterstützen, entledigen und die Insel Sanafir von Ägypten bekommen.

Um Israel zu helfen, internationale Wassertransporte von und nach Eilat zu ermöglichen, werde der Golf von Akaba zu einem internationalem Wasserweg erklärt.

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