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Geheimabkommen: Israel und die Emirate bilden Hunderte Söldner für den Jemenkrieg aus

Geheimabkommen: Israel und die Emirate bilden Hunderte Söldner für den Jemenkrieg aus
Huthi-Symphatisanten begehen sowohl den Aschura-Tag als auch den vierten Jahrestag der Eroberung der jemenitischen Hauptstadt Sanaa durch die Huthis, 20. September 2018
Finanziert von den Vereinigten Arabischen Emiraten, werden Hunderte Söldner in der israelischen Wüste von IDF-Soldaten ausgebildet. Die Söldnertruppe soll den bislang gescheiterten Sturm auf die Hafenstadt Hudaida unterstützen.

Die Informationen über die Söldnertruppe von Israels und der Vereinigten Arabischen Emiraten Gnaden gehen auf einen Bericht des Nachrichtenportals Al-Khaleej zurück und wurden vom investigativen Onlinemagazin Mindpress aufgegriffen. Demzufolge erhielten Hunderte Söldner, vor allem aus Kolumbien und Nepal stammend, von israelischen Soldaten in der Negev-Wüste eine Kampfausbildung.

Die Aktivitäten sollen auf ein Geheimabkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten zurück gehen, die offiziell Teil der saudischen Kriegskoalition im Kampf gegen die jemenitischen Rebellen sind. Die Aufgabenteilung sieht demnach vor, dass die Emirate die Finanzierung übernehmen, während die IDF (Israel Defence Forces) für die Ausbildung in geheimen Trainingscamps verantwortlich zeichnen, die den geographischen Gegebenheiten im Jemen gleichen.

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Eingesetzt werden die Berufskrieger demzufolge bei der Wiederaufnahme der Bemühungen, die strategisch wichtige jemenitische Hafenstadt Hudaida zu erobern. Zuvor zeitigte ein erster Anlauf, der im Juni 2018 seinen Anfang nahm, nicht die erhofften Ergebnisse. Über 90 Prozent der Lebensmittel im Jemen werden über Hudaida importiert, was die UNO und mehrere NGOs jüngst erneut zu der Warnung veranlasste, dass jede Unterbrechung der entsprechenden Nahrungsmittel- und Treibstoffversorgung, "zu einer beispiellosen Hungersnot führen könnte". Die humanitäre Krise des Landes aufgrund der Kriegshandlungen der saudischen Koalition seien demnach heute drastischer denn je.

Hunderte von Söldnern verschiedener Nationalitäten nehmen am Angriff auf Hudaida teil, mit dem Ziel, sie von den Huthis zu befreien, die heftigen Widerstand zeigen", heißt es bei Al-Khaleej unter Brufung auf Quellen aus dem Umfeld des Geheimdienstkomitees des US-Kongresses.

Wie die Nachrichtenagentur Associated Press belegt, greift die Kriegskoalition auch auf Al-Qaida-Kämpfer der AQAP (Al-Qaeda in the Arabian Peninsula; al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel) zurück, um den gemeinsamen, schiitisch geprägten Feind im Jemen endlich zu bezwingen.

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Auch die israelische Beteiligung an den Kampfhandlungen erfolge bislang verdeckt und ohne offizielle Bestätigung. Doch nutze die Kriegskoalition nicht nur israelische Rüstungsgüter, auch die Vereinigten Staaten sähen sich dazu gezwungen, die "Sicherheit Israels" im Jemen zu verteidigen. Diesem Zweck diente demzufolge die Absicht, eine Militärbasis an der international bedeutsamen Meerenge von Bab al-Mandab zu errichten. Zwar unterhalten Riad und Tel Aviv nach wie vor keine offiziellen diplomatischen Beziehungen, doch seit geraumer Zeit herrscht geopolitisches Tauwetter zwischen den eigentlich verfeindeten Staaten.

"Iranische Pläne" sollen durchkreuzt werden

Die Stoßrichtung und Begründung für die Allianz gab der israelische Stabschef General Gadi Eizenkot bereits im vergangenen Jahr in einem aufsehenerregenden Interview vor.

Der iranische Plan sieht vor, den Nahen Osten mithilfe von zwei schiitischen Halbmonden zu kontrollieren, von denen der erste vom Iran bis zum Libanon und der zweite über den [Persischen] Golf bis zum Roten Meer reicht. Wir müssen verhindern, dass das geschieht. Das ist es, was in der Region verhindert werden sollte. In dieser Angelegenheit gibt es eine vollständige Übereinstimmung zwischen uns und Saudi-Arabien.

Nicht von ungefähr kursierten jüngst ebenfalls Berichte darüber, dass Israel im Rahmen weiterer Rüstungsdeals auch das Raketenabwehrsystem Iron Dome nach Saudi-Arabien liefern könnte. Auch wenn sich diese Informationen bislang nicht bestätigten, lässt sich doch davon ausgehen, dass Riad zumindest nach wie vor von israelischen Waffenlieferungen im Jemenkrieg profitiert. Zur verdeckten Beteiligung Israels am Krieg im Jemen gesellten sich im vergangenen Monat auch die Aussagen des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu.

In seinem Statement stellte dieser den offiziellen Einsatz des israelischen Militärs im Jemen für den Fall in Aussicht, dass die Rebellen die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab erlangen.

Wenn der Iran versuchen wird, die Meerenge von Bab al-Mandab zu blockieren, bin ich sicher, dass er einer internationalen Koalition gegenüberstehen wird, die entschlossen sein wird, dies zu verhindern, und diese Koalition wird auch alle israelischen Militärzweige umfassen", gab Netanjahu während einer Rede am Rande einer Parade der israelischen Marine in Haifa zu Protokoll.

Während des Besuchs des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Oval Office am 20. März 2018 in Washington zeigt US-Präsident Donald Trump ein Plakat mit Waffenverkäufen an Saudi-Arabien.

Die geopolitische und damit auch wirtschaftliche Bedeutung der Meeresstraße die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet ist kaum zu überschätzen. Bis auf sehr große Tanker passieren alle Schifffahrtslinien von Europa zum Indischen Ozean den Bab al-Mandab. Für die Schifffahrt und den Ölhandel hat dieser dieselbe Bedeutung wie der Sueskanal. Im Gegensatz zu dem, was Netanjahus Worte vermuten lassen könnten, drohte der Iran jedoch bislang nicht damit, die Meerenge Bab al-Mandab zu blockieren, sondern die Straße von Hormus – als Reaktion auf die US-Drohung, Teheran vom Handel mit iranischem Öl abzuschneiden.

Dass im bisher nicht gewonnenen Krieg im Jemen nun auch Söldner Verwendung finden, erscheint konsequent und wirft doch gleichzeitig ein zweifelhaftes Licht auf die Kompetenz der hochgerüsteten und von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition. Die Errichtung der Trainingscamps gehen demzufolge auf eine Initiative eines Sicherheitsberaters der Emirate Mohammed Dahlan zurück. Dieser soll persönlich die Rekrutierung neuer ausländischer Söldner beaufsichtigt haben.

Der gebürtige Palästinenser trat erstmals im Jahr 2007 international in Erscheinung – als zentrale Figur im Bemühen der Emirate, die Hamas-Regierung nach gewonnener Wahl durch die Finanzierung und Ausbildung von Milizen zu stürzen. Seitdem lebt Dahlan als Exilant in den Emiraten, was es ihm demzufolge auch erlaubte, enge Bande zur Königsfamilie zu knüpfen und zu einem ihrer Berater aufzusteigen. Auch zum israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman soll der Palästinenser engen Kontakt pflegen.

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