Russische Geheimdienste: 30.000 ausländische Extremisten in den Reihen des IS in Syrien

Russische Geheimdienste: 30.000 ausländische Extremisten in den Reihen des IS in Syrien
Während die russische Luftwaffe seit mehr als einem Monat dschihadistische Milizen in Syrien bekämpft, hat Moskau neue geheimdienstliche Erkenntnisse veröffentlicht. Demnach würden bis zu 30.000 ausländische Extremisten, darunter zahlreiche aus Russland, in den Reihen des „Islamischen Staates“ kämpfen. Der Vize-Verteidigungsminister Antonow warnte zudem vor den "selektiven Militärallianzen der USA in der Region", die zu "ernsthaften Konfrontationen" führen könnte.

„Die Luftwaffe und anderes Militärgerät sind ausschließlich auf dem Territorium von Syrien stationiert, um gegen terroristische Formationen vorzugehen. Es gibt keine Luftschläge gegen irgendwelche andere Ziele, zum Beispiel gegen die sogenannte gemäßigte Opposition“, so der stellvertretende russische Verteidigungsminister Anatoli Antonow im Rahmen der dritten Sitzung der Verteidigungsminister des Verbandes Südostasiatischer Nationen, kurz ASEAN. Zudem betonte er: 

„Eine Rund-um-die-Uhr-Kommunikation wurde mit der Türkei etabliert. Wir setzen unsere Konsultationen mit Israel, Ägypten und den Golfstaaten fort. Wir haben uns mit Jordanien darauf geeinigt, ein Arbeitsmechanismus zur Koordinierung von Aktivitäten ‚in der Luft‘ über Syrien zu etablieren. Mit unseren US-amerikanischen Partnern haben wir ein Memorandum zur Verhinderung von ungewollten Zwischenfällen im syrischen Luftraum unterzeichnet.“

Seit Beginn der russischen Luftkampagne, die von der al-Assad-Regierung angefragt worden war, wurden 1.600 Kampfeinsätze geflogen. Dabei wurden nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hunderte Kämpfer eliminiert und mehr als 2.000 militärische und logistische Ziele zerstört. Nach substanziellen Verlust hat sich der selbsternannte „Islamische Staat“ mittlerweile von einem Großteil der Frontkämpfe gegen die Regierungstruppen zurückgezogen.

Quelle: Al-Qaida

Bei seiner Rede bemerkte Antonow jedoch auch an, dass es sich beim IS keinesfalls um ein regionales Phänomen handle, sondern um eine internationale Terrorbewegung: 

„Heute kämpfen zwischen 25.000 und 30.000 ausländische Terroristen für den IS, darunter welche aus dem pazifischen Raum, aber unglücklicherweise auch zahlreiche aus Russland. Sollten sie in ihre Heimat zurückkehren, dann bringen sie potenzielle Gewalt und Extremismus mit, die sie in unseren Ländern predigen werden. Oder sie organisieren sich im Rahmen subversiver Aktivitäten.“

Atonow betonte nochmals, dass die russischen Operationen legitim und im vollen Einklang mit dem internationalen Recht stehen, da diese vom syrischen Präsidenten Baschar al-Assad eingefordert wurden.

Russland sei insbesondere angesichts des wachsenden Einflusses des „Islamischen Staates“ im Norden von Afghanistan besorgt. Von dieser Region aus könnten die Dschihadisten Angriffe auf das Grenzgebiet der post-sowjetischen Staaten Tadschikistan und Turkmenistan starten, was das gesamte Zentralasien, eine muslimisch geprägte Region an der Peripherie Russlands, langfristig destabilisieren könnte.

Angeblich haben sich Kämpfer des „Islamischen Staates“ bereits in 25 von 34 afghanischen Provinzen angesiedelt, sagte Antonow. Zudem würden die IS-Kämpfer über Unterhändler versuchen, Kontakte mit anderen terroristischen Gruppierungen in Pakistan zu begründen und diese für ihre Sache zu gewinnen.

Mit Blick auf geopolitische Bedeutung des pazifischen Raumes bemerkte der russische Vize-Verteidigungsminister, dass es Staaten außerhalb der Region gebe – allen voran die USA, die versuchten, ihre außenpolitischen Ziele über selektive Militärallianzen durchzusetzen.

„Wir glauben, eine solche Politik könnte zu ernsthaften Konfrontationen führen, welche alle Regionalmächte in den Konflikt hineinzieht“, schloss Antonow seine Darlegungen.

 

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