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Der neue Regent auf dem Chrysanthementhron – Kaiser Naruhitos Inthronisierung

Der neue Regent auf dem Chrysanthementhron – Kaiser Naruhitos Inthronisierung
Japans neuer Kaiser Naruhito.
Vergangenen Mai übernahm der japanische Kronprinz Naruhito nach Abdankung seines Vaters die Amtsgeschäfte als neuer Kaiser des Inselreiches. Durch die am heutigen Tag stattgefundene Inthronisierung nach shintōistischem Ritus verkündete er nun offiziell seine Regentschaft. Geladen zu Hofe waren rund 2.000 Gäste aus aller Welt.

von Marko Klaić

Gehüllt in einer dunkel-orangenen Robe verharrte Naruhito hinter einem Vorhang, fern von den Augen seiner zahlreich geladenen Würdeträger. Behutsam erklommen zwei Beamte des kaiserlichen Hofamtes das Podest des darauf befindlichen Takamikura-Throns, um den Kaiser für die Öffentlichkeit zu enthüllen. Gefolgt von einer knappen Verbeugung verlas Naruhito eine formelle Proklamation, in der er schwört, die Pflichten als Symbol des Staates und der Einheit des Volkes zu erfüllen.

Stehend vor dem Kaiser in einem schwarzen Frack, beglückwünschte Premierminister Shinzō Abe in einer kurzen Rede den Tennō. "Banzai" hallte es anschließend dreimal in den kaiserlichen Räumlichkeiten – ein traditioneller Hochruf, der dem Kaiser Glück und Freude für 10.000 Jahre wünschen soll. Kurz darauf verschwand Naruhito erneut hinter dem Vorhang, ehe er in Begleitung des Oberhofmarschalls sowie zweier Hofbeamter, die die Throninsignien trugen, den Thronsaal verließ. Die Ära des Reiwa-Tennō hat ihren Anfang gefunden.

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Es ist nur wenige Monate her, dass Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga den Namen der neuen Zeitrechnung vor laufenden Kameras preisgab. Der Begriff "Reiwa" kann, wie es im Japanischen oft der Fall ist, nicht direkt ins Deutsche übersetzt werden. Das Schriftzeichen "Rei" (令) bedeutet Gesetz oder Dekret, während "Wa" (和) für Harmonie, Frieden oder Schönheit steht. Die Regierung erklärte, dass der Begriff als "schöne Harmonie" zwischen den Menschen verstanden werden sollte.

Heisei, so der Name der Regentschaft des vorangegangenen Kaisers Akihito, wurde vor Naruhitos Amtsantritt ausführlich von japanischen Sendern in verschiedenen Formaten als eine stabile, geordnete und friedliche Zeit dargestellt. Die vergangenen drei Jahrzehnte unter dem Regierungsmotto "Frieden schaffen" hatten jedoch auch ihre Schattenseiten, von der wirtschaftlichen Stagnation Japans Anfang der 1990er-Jahre bis hin zu dem verheerenden Erdbeben von Kōbe 1995 und der Dreifach-Katastrophe 2011. Die letzte Tragödie bestehend aus einem Erdbeben der Stärke 9,0, einem Tsunami und dem Super-GAU von Fukushima etablierte damals den Begriff "Kizuna" unter der leidtragenden japanischen Bevölkerung. "Kizuna" beschreibt die zwischenmenschlichen Bindungen, ob im Alltag oder in Krisensituationen, die tief in der japanischen Kultur und Gesellschaft verankert sind und auch die Regentschaft des volksnahen Heisei-Tennō auszeichneten.

Schon seit Kindheitstagen erwies sich die Erziehung Naruhitos durch das Kaiserpaar Akihito und Michiko als anders. So wurde der angehende Kronprinz nicht wie üblich von einer Amme gestillt, sondern erfuhr seine Erziehung direkt von seinen Eltern. Bereits im Alter von wenigen Wochen gab Kronprinzessin Michiko ihren Sohn gelegentlich bei Auslandsreisen in die Pflege und ermutigte dadurch Frauen, neben der Kindererziehung auch arbeiten zu gehen. Unterstützt durch Vater Akihito begab sich Naruhito im Alter von 14 Jahren nach Australien, um dort bei einer Gastfamilie Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Nach seinem Studium an der Gakushūin-Universität, an der er einen Bachelor in Geschichte abschloss, entschied sich Naruhito während seines Doktoratsstudiums, ein Auslandsstudium am Merton College der University of Oxford anzustreben.

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Nach seiner Rückkehr lernte Naruhito bei einem Staatsempfang die Karrierediplomatin des japanischen Außenministeriums, Masako Owada, kennen. Trotz anfänglicher Hindernisse, die das Hofamt sowie Traditionalisten äußerten, gaben sich Naruhito und Masako 1993 das Jawort. Für die frisch verheiratete Prinzessin galt es nun, die verschiedenen Regeln und Bräuche des Kaiserhofes zu verinnerlichen. Als Kronprinzessin wurde von ihr zudem erwartet, einen männlichen Thronfolger zu gebären. Der lastende Druck auf ihr hatte vermutlich eine Depression zur Folge, die das Hofamt als "Anpassungsstörung" bezeichnete. Nach einer Fehlgeburt im Jahre 1999 folgte das erste Kind 2001, Prinzessin Aiko. Kronprinz Naruhito sah sich dennoch dazu veranlasst, seine Gemahlin öffentlich in Schutz zu nehmen, um so den gesellschaftlichen und institutionellen Druck des Hofamtes von ihr zu lindern. Es gilt abzuwarten, wie sich die Harvard-Absolventin und neue Kaiserin in ihre Rolle einfügen wird.

Japan schaut mit Zuversicht in eine neue Ära. Wie sich die Regentschaft des neuen Kaiserpaares für Staat und Gesellschaft ausdrücken wird, vermag nur die Zeit zu sagen. Eine progressive Einstellung am Kaiserhof ist jedoch von großem Vorteil, um sich der heutigen und zukünftigen Probleme des Landes annehmen zu können.

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