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Russland als US-Helfer? USA loben Russlands Rolle bei Gesprächen mit den Taliban

Russland als US-Helfer? USA loben Russlands Rolle bei Gesprächen mit den Taliban
Angehörige der US-Armee lauschen am 21. August 2017 auf der Militerbasis in Arlington, Virginia der Rede des US-Präsidenten Donald Trump über die Perspektiven des US-Militäreinsatzes in Afghanistan.
Worin besteht derzeit das US-Interesse an Afghanistan nach 18 Jahren Militärpräsenz? Anscheinend nicht in der Fortführung des Krieges, wenn Russlands Diplomatie von den USA gelobt wird. Wie Gespräche mit den Taliban in Moskau und Washington eingeschätzt werden.

Lob an Russland aus den USA ist seit Jahren kaum zu hören. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Zumindest wenn es um Afghanistan geht, scheinen beide militärische Gegner in ihren Interessen nicht allzu weit voneinander entfernt zu sein.

Ein Selfie mit einem Taliban. Kabul, Afghanistan, am 16. Juni 2018.

Wir begrüßen die positive Rolle Russlands, das zur Versöhnung und zur friedlichen Regelung sowie zum innerafghanischen Dialog beiträgt", sagte der US-Sonderbeauftragte für Afghanistan Zalmay Khalilzad in einer Rede im Friedensinstitut in Washington.

Khalilzad hat nach eigenen Worten seinen Partnern mehrmals gesagt, er wolle nicht "die Diplomatie zur Förderung des Friedens in Afghanistan monopolisieren". "Wir wollen ein Friedensabkommen in Afghanistan. Wir wollen, dass dem Krieg ein Ende gesetzt wird", fügte der Diplomat hinzu. Ihm zufolge begrüßen die USA die Anstrengungen aller, die bei der Erreichung dieser Ziele helfen wollen.

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Zuvor hatte der Leiter der Zweiten Asien-Abteilung im russischen Außenministerium, Samir Kabulow, gegenüber die Nachrichtenagentur Sputnik erklärt, es gebe eine Annäherung in den Positionen Russlands und der USA bezüglich einer Lösung für Afghanistan. Ihm zufolge ist Washington klar, dass Moskau in den Prozess einsteigen muss.

Am 5. und 6. Februar fanden in Moskau die bislang bedeutsamsten Verhandlungen zwischen hochrangigen afghanischen Politikern und den Taliban statt, seit die Extremisten 2001 durch die US-Koalition von der Macht verdrängt wurden. Die derzeitige afghanische Regierung wurde auf ausdrücklichen Wunsch der Taliban von den Gesprächen ausgeschlossen. Laut dem Chef des politischen Büros der radikalen Bewegung, Sher Mohammad Abbas Stanikzai, habe er nach den Gesprächen Hoffnung auf eine künftige friedliche Lösung in Afghanistan "für jedermann". Die Taliban gelten in Russland als terroristische Vereinigung und sind deshalb verboten. Durch ein Sondergenehmigungsverfahren durften die Taliban-Vertreter jedoch nach Russland einreisen. 

Symbolbild: Abgeschobene Afghanen nach ihrer Ankunft in Kabul, Afghanistan

Gespräche in Katar: Kein vollständiger Abzug

Wie die Agentur Reuters mit Verweis auf die Taliban mitteilte, seien die Gespräche zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban in Katar, die Ende Januar stattfanden, erfolgreich verlaufen. Nach Angaben der Taliban sollte in den Gesprächen der Abzug der US-Truppen aus dem Land diskutiert werden. Zudem sollte geklärt werden, wie verhindert werden kann, dass Afghanistan zu einem sicheren Hafen für Terroristen werde und von dem Land aus andere Länder angegriffen werden.

Beide Seiten hätten den Abzug der ausländischen Truppen innerhalb von 18 Monaten aus Afghanistan vereinbart. Dies würde das Ende des längsten Krieges der USA bedeuten.

Die Verhandlungen mit den Taliban verlaufen nach ausdrücklichem Wunsch des US-Präsidenten. "Ich habe auch unsere Verhandlungen beschleunigt, um – wenn möglich – eine politische Lösung in Afghanistan zu finden", sagte Trump in seiner Rede zur Lage der Nation am 5. Februar. "Große Nationen kämpfen keine endlosen Kriege", sagte der Präsident mit Blick auf den 18 Jahre währenden Afghanistan-Einsatz.

Indem wir Fortschritte bei diesen Verhandlungen erzielen, werden wir in der Lage sein, unsere Truppenpräsenz zu reduzieren und uns auf Terrorismusbekämpfung zu konzentrieren", sagte Trump. 

Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, Trump könnte sogar einen abrupten Abzug der US-Soldaten vom Hindukusch im Sinne haben. 

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