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"Ohne uns geht es nicht!": Afghanische Regierung kritisiert Gespräche mit den Taliban in Moskau

"Ohne uns geht es nicht!": Afghanische Regierung kritisiert Gespräche mit den Taliban in Moskau
Delegation der Taliban-Vertreter in Moskau im November 2018.
Die Gespräche in Moskau mit den Taliban ohne die afghanische Regierung haben keinen Sinn, sagen Regierungsgrößen in Kabul. Die Taliban dagegen halten am Ausschluss der Regierung fest - bis die US-Truppen das Land verlassen. Ex-Präsident Hamid Karsai will vermitteln.

Die Gespräche in Abwesenheit der afghanischen Regierung sind "Zeitverschwendung" und würden den Taliban lediglich weitere Legitimität verschaffen, schrieb der zweite Vizepräsident Sarwar Danisch am Dienstagabend auf Twitter. Präsident Aschraf Ghani sagte dem TV-Sender ToloNews, es könnten Hunderte solcher Treffen stattfinden, solange aber seine Regierung nicht zustimme, sei jede Übereinkunft nur eine auf dem Papier.

Amrullah Saleh, Ex-Geheimdienstchef, der als Vizepräsident für Ghani für die Präsidentschaftswahl im Juli ins Rennen geht, rief die Teilnehmer in Moskau höhnisch dazu auf, künftig auf ihre von der Regierung bereitgestellten Leibwächter zu verzichten. Sie hätten ja ihren "persönlichen Frieden" mit den islamistischen Taliban geschlossen und könnten sich nun in Kabul frei bewegen, ohne die Straßen sperren zu lassen und so die Bevölkerung zu belästigen.

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"Ohne uns geht es nicht!": Afghanische Regierung kritisiert Gespräche mit den Taliban in Moskau
Afghanistans President Ashraf Ghani Ahmadzai (Mitte) mit dem Vize-President Abdul Rashid Dostum (links) und dem zweiten Vize-President Sarwar Danish (rechts) während der Inaugurationszeremonie in Kabul am 29.09.2014.

Der Delegationsleiter der rund 40 für die Gespräche angereisten Politiker, Ex-Präsident Hamid Karsai, sagte am Dienstagabend, man verstehe, dass die Regierung Teil dieser Verhandlungen sein müsse. "Wir wünschten, sie wären heute hier gewesen", erklärte Karsai. Dies sei ein Problem, das die Regierung mit den Taliban lösen müsse.

Ein Selfie mit einem Taliban. Kabul, Afghanistan, am 16. Juni 2018.

Die Regierung Ghani fühlt sich jedoch von den Friedensbemühungen ausgeschlossen. Seit Juli 2018 verhandeln die Taliban mit den USA, die sie als dominierende Schutzmacht der Regierung ansehen. Beide Seiten sprachen jüngst von "Fortschritten". Allerdings konnten die USA den Taliban noch kein Zugeständnis abringen, direkt mit der afghanischen Regierung zu verhandeln.

Das Treffen in Moskau ist der bislang bedeutsamste Kontakt zwischen hochrangigen afghanischen Politikern und den Taliban seit die Extremisten 2001 von den Amerikanern aus der Macht verdrängt wurden. Am Dienstag, nach dem ersten Tag der Gespräche, sagte der Chef des politischen Büros der radikalen Bewegung der Taliban, Sher Mohammad Abbas Stanikzai, er habe Hoffnung auf eine künftige friedliche Lösung in Afghanistan "für jedermann". Das heutige Treffen sehe er als ersten Schritt dazu, auch wenn dabei keine Entscheidungen getroffen worden seien. 

Bislang hatten sich die Taliban vehement geweigert, sich mit der amtierenden Regierung in Kabul an einen Tisch zu setzen, weil sie diese Regierung nach den Worten des russischen Sonderbeauftragten für Afghanistan, Samir N. Kabulow, als "amerikanische Marionette" ansehen.

Die Taliban haben detailliert ihren Handlungsplan für Afghanistan vorgelegt. Sie sagten, dass sie nur nach der Vereinbarung mit den USA über den Zeitplan für den vollständigen Abzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan bereit sein werden, mit der afghanischen Regierung zu sprechen. Als erster Akt der Vertrauensbildung fordern sie die Freilassung aller politischen Gefangenen und die Aufhebung der Sanktionen gegen die Taliban, die gegen sie bereits im Jahr 1997 verhängt worden waren", sagte der russische Diplomat nach dem ersten Treffen mit Taliban in Moskau im November 2018. 

(dpa/rt deutsch)

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