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Venezuelas "Interimspräsident" Guaidó will eigenen "TeleSUR"-Sender in Miami gründen

Venezuelas "Interimspräsident" Guaidó will eigenen "TeleSUR"-Sender in Miami gründen
Hauptsitz des Senders TeleSUR in der venezolanischen Hauptstadt Caracas
Der selbsternannte "Interimspräsident" Venezuelas, Juan Guaidó, geht gegen den mehrstaatlichen Sender TeleSUR vor. Parallel zum bestehenden Kanal soll eine Neugründung in den USA erfolgen, die mit anderen Ländern der Region die Mittel zur Finanzierung stellen.

Der Oppositionsabgeordnete Juan Guaidó, selbsternanntes "Staatsoberhaupt" Venezuelas und Vorsitzender eines parallelen Präsidiums der Nationalversammlung (Asamblea Nacional, AN) des südamerikanischen Landes, betraute in der vergangenen Woche Leopoldo Castillo und Larissa Patiño mit der Leitung einer Kommission für die Restrukturierung des Fernsehkanals TeleSUR.

In den Tagen zuvor hatte Guaidó bereits angekündigt, gegen den mehrstaatlichen Sender vorzugehen. Neben Maßnahmen in einigen der Staaten, die an TeleSUR beteiligt sind, besteht die geplante Restrukturierung in einer Neugründung eines eigenen Senders in den USA, berichtet die im US-amerikanischen Miami ansässige Zeitung Diario Las Américas:

Archivbild

Die neue TeleSUR wird von der Regierung der Vereinigten Staaten und anderer lateinamerikanischer Länder finanziert.

Mit den Ländern der Region werden Abkommen zur Übermittlung des Signals unterzeichnet, und es wird Korrespondenten in ganz Lateinamerika geben.

Zum Auftrag der neuen Sendeanstalt sagt der Kommissionsvorsitzende Castillo:

Dass sie nicht einfach ein Instrument ist, um den Sozialismus des 21. Jahrhunderts in die Länder zu bringen, sondern eine Option mit demokratischen Werten, Werten der Freiheit, Werten des Fortschritts", so Diario Las Américas unter Berufung auf den staatlichen US-Auslandssender Voice of America.

Guaidós Anschuldigungen gegen TeleSUR zufolge wird der Sender "dazu benutzt, die Destabilisierung der Region zu fördern, terroristische Gruppen zu unterstützen, die Demokratie anzugreifen, über Venezuela Lügen zu verbreiten und die Diktatur von (Nicolás) Maduro zu verteidigen".

Von Seiten des Fernsehsenders TeleSUR, der neben dem venezolanischen Staat auch Nicaragua, Kuba, Uruguay, Ecuador und Bolivien zu seinen Anteilseignern zählt, wird die Ernennung als "illegal" bezeichnet, da dem Abgeordneten Guaidó die "rechtliche Befugnis" für diese Maßnahme fehlt.

Die Präsidentin von TeleSUR, Patricia Villegas, veröffentlichte auf Twitter eine Erklärung zu dieser Entwicklung:

TeleSUR wird erneut von denen bedroht, die es im Namen der Meinungsfreiheit entführen wollen.

Wieder einmal stellt sich das große transnationale Kapital mit der Stimme rechter politischer Akteure gegen diesen multinationalen Sender.

Castillo ist ein in Miami lebender venezolanischer Anwalt und Fernsehmoderator. Patiño war Leiterin des Meinungsressorts beim 2010 eingestellten venezolanischen Oppositionskanal RCTV.

TeleSUR erinnert an die frühere Tätigkeit Castillos als Botschafter Venezuelas in El Salvador im Jahr 1980. Demnach nahm Castillo aktiv an der "Operation Zentaur" teil, einem "Plan zur physischen Auslöschung einer Gruppe religiöser Menschen in diesem Land", weshalb er in bestimmten Kreisen der Linken als "El Matacuras" ("Priestermörder") bekannt ist.

Aktionen gegen TeleSUR in Ecuador und Bolivien

In Ecuador war die Präsenz von TeleSUR, dessen englischsprachige Programmproduktion zudem dort beheimatet ist, für die Regierung von Lenín Moreno problematisch. Im März 2018 gab es in diesem Land eine Kontroverse darüber, wie viel Geld für den Fernsehsender bereitgestellt worden war. Im selben Monat räumte das Nationale Sekretariat für Kommunikation jedoch ein, dass es niemals Beiträge der ecuadorianischen Regierung gegeben hatte.

Symbolbild

Monate später wurde TeleSUR aus dem Sendernetz des staatlichen Anbieters der Fernsehdienste (National Telecommunications Corporation, CNT) genommen.

Im Oktober des vergangenen Jahres, während der massiven Proteste gegen die Regierung Moreno, wurde TeleSUR ebenfalls kurzzeitig aus den Netzen der Kabelfernsehanbieter TV Cable und DirecTV entfernt.

In Bolivien, wenige Tage nach dem Staatsstreich gegen den wiedergewählten Präsidenten Evo Morales und nach der Amtseinführung von Jeanine Áñez als "verantwortliche Präsidentin" – die Guaidó offen ünterstützt –, berichtete die bolivianische Telekommunikationsgesellschaft Entel, dass sie TeleSUR aus ihrer Programmliste streichen werde.

TeleSUR, dessen Hauptsitz sich in der venezolanischen Hauptstadt Caracas befindet, wurde 2005 mit der erklärten Absicht gegründet, ein Gegengewicht zu globalen Fernsehsendern wie CNN und BBC sowie zu den großen privaten Medienkonzernen in den Ländern Lateinamerikas zu etablieren.

Mehr zum Thema - "Hässliche Indio-Schlampe" – So beschimpft Guaidó-Anhänger Reporter von TeleSur und RT

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