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Stromausfall in Venezuela: US-Hardliner Rubio erfindet "Trafo-Unfall am Deutschen Staudamm"

Stromausfall in Venezuela: US-Hardliner Rubio erfindet "Trafo-Unfall am Deutschen Staudamm"
US-Senator Marco Rubio in Cúcuta: Der kolumbianische Grenzort ist eine zentrale Anlaufstelle der venezolanischen Opposition.
Der US-Senator Marco Rubio ist ein Hardliner in Sachen Regime-Change in Venezuela. Dort fiel am Wochenende großflächig der Strom aus. Rubio machte dafür eine Trafo-Explosion am "German Dam" verantwortlich. Den gibt es jedoch gar nicht – zumindest nicht in dieser Form.

Zur Zielscheibe von Hohn und Spott in den sozialen Medien machte sich am Wochenende US-Senator Marco Rubio. Der Unterstützer des selbsternannten venezolanischen Interimspräsidenten Juan Guaidó verfasste einen Tweet zum großflächigen Stromausfall in Venezuela, für den die Regierung unter Präsident Nicolás Maduro einen von den USA unterstützten Sabotageakt verantwortlich macht.

Drahtzieher der Sabotage ist laut Caracas der erbitterte Maduro-Gegner Rubio. "Das war der brutalste Angriff, dem das venezolanische Volk in den vergangenen 200 Jahren ausgesetzt war", erklärte Venezuelas Informationsminister Jorge Rodríguez. Die Opposition um Juan Guaidó macht hingegen fehlende Investitionen in das Stromnetz und Missmanagement der Regierung für den Stromausfall verantwortlich. 

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Rubio schrieb am Samstag zu dem "Blackout":

Heute verursachte eine weitere Transformator-Explosion am German Dam im Bundesstaat Bolívar einen weiteren massiven Stromausfall. Das Ergebnis? Schwerkranke Patienten sind gestorben, die U-Bahn in Caracas bleibt außer Betrieb und nur wenige Flüge, wenn überhaupt, landeten oder starteten in Caracas während der letzten 20 Stunden.

Stromausfall in Venezuela: US-Hardliner Rubio erfindet "Trafo-Unfall am Deutschen Staudamm"

Die Darstellung des Senators aus Florida hat nur einen Haken: Es gibt keinen "German Dam" ("Deutscher Staudamm") im genannten Bundesstaat oder einem anderen Teil Venezuelas. Offenbar hat Rubio den Namen eines Journalisten, der über die Stromausfälle berichtete, mit einem imaginären Objekt verwechselt. Auf Twitter meldete sich daraufhin Germán Dam zu Wort. Der Journalist wies darauf hin, dass er ein Mensch aus Fleisch und Blut ist, und keine künstlich errichtete Barriere, die Wassermassen aufhalten soll:   

Senator Marco Rubio, ein wichtiger Transformator explodierte in Bolívar und das hat das venezolanische Elektrizitätssystem teilweise wieder lahmgelegt; aber es war kein Staudamm, geschweige denn ein deutscher. Mein Name ist Germán Dam, ich gehöre zu den Journalisten, die die Informationen [zum Stromausfall] veröffentlicht haben.

Die Reaktion der Twitter-Community angesichts dieser peinlichen Verwechslung ließ nicht lange auf sich warten:

Warum wurde das [der Tweet von Rubio] noch nicht gelöscht? Sie dachten, der Journalist German Dam sei tatsächlich ein Damm. Sie, ein amtierender US-Senator aus meinem Bundesstaat, der buchstäblich Fake News verbreitet. Sie wurden doch von dem Journalisten, der German Dam heißt, korrigiert. Und doch ist Ihr Tweet hier weiter zu sehen. Untiefen der Ungeeignetheit", kommentierte der ehemalige Sportjournalist Carter Gaddis. 

"Es fällt einem schwer, Sie ernst zu nehmen, wenn man grundlegende Konzepte wie den Unterschied zwischen unbelebten Objekten und realen Menschen nicht verstehen kann", witzelte ein Twitter-User.

Der Tweet veranlasste einige Floridianer, sich öffentlich für ihren Senatsvertreter zu entschuldigen. "Ich musste aufhören, Rubio zu folgen. Der Mann ist buchstäblich nicht bei Verstand. Entschuldigung aus Florida", schrieb die Twitter-Nutzerin @anneinflorida. "Ich möchte mich im Namen des Staates Florida für Marco Rubio entschuldigen", twitterte ein anderer Einwohner Floridas.

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Rubio verfasste zahlreiche weitere Einträge zum Stromausfall in Venezuela, bevor er schließlich seinen "Staudamm-Tweet" am Montagmittag (MEZ) löschte. Jüngst sorgte der US-Senator für Aufsehen, als er Ende Februar einen Tweet veröffentlichte, der das Foto des blutverschmierten libyschen Staatsoberhauptes Muammar al-Gaddafi kurz vor seiner Hinrichtung zeigt.

Der Tweet enthielt zwar keinen weiteren Kommentar, war aber eingebettet in eine Folge von Einträgen zu Venezuela – und somit eine unmissverständliche Drohung in Richtung des venezolanischen Präsidenten Maduro.  

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