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Südafrika: Weiße Farmer lassen sich von israelischen Spezialeinheiten in Selbstverteidigung schulen

Südafrika: Weiße Farmer lassen sich von israelischen Spezialeinheiten in Selbstverteidigung schulen
(Archivbild). Eine israelische Soldatin des Artilleriebataillons Haraam nimmt am 1. März 2017 an einer Trainingseinheit in Krav Maga, einer israelischen Selbstverteidigungstechnik, auf einer Militärbasis in den von Israel besetzten Golanhöhen teil.
Die im Februar dieses Jahres in Südafrika beschlossene Bodenreform spaltet die Bevölkerung. Die überwiegend weißen Farmbesitzer fühlen sich bedroht und greifen immer öfter zu Selbstverteidigungsmassnahmen. Nun auch mit Hilfe eines ehemaligen israelischen Militärs.

Im Februar dieses Jahres beschloss das südafrikanische Parlament eine Landreform. Der von den Economic Freedom Fighers (EFF), einer linken südafrikanischen Partei, eingebrachte Entwurf sieht vor, die südafrikanische Verfassung zu ändern, um Farmer ohne Ausgleichszahlungen enteignen zu dürfen. Obwohl sie eine Minderheit darstellen, besitzen weiße Landwirte nach wie vor rund 72 Prozent der südafrikanischen Farmen.

Der EFF-Vorsitzende Julius Malema sagte in der Debatte, die Zeit der Aussöhnung sei vorbei. "Jetzt ist die Zeit für Gerechtigkeit gekommen." Auch die Abgeordneten des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) stimmten für den Antrag, der 241 Stimmen erhielt. 83 Abgeordnete stimmten gegen den Antrag, vor allem die der Demokratischen Allianz (DA).

Mittlerweile beklagen weiße Farmer zunehmend gewalttätige Übergriffe. Immer mehr Bauern tun sich zusammen und gehen mit kugelsicheren Westen auf Nachtpatrouille. Laut der südafrikanischen Organisation AfriForum, die sich vor allem um die Interessen der weißen Minderheit in Südafrika kümmert, kam es in den Jahren 2016 bis 2017 zu 638 Angriffen auf von Weißen geführte Farmen. Dabei wurden 74 Farmer getötet.

"Aktuelle Mordtendenzen deuten darauf hin, dass wir mehr Menschen auf Farmen verlieren werden als in den letzten drei Jahren", schrieb Ian Cameron, Leiter der Sicherheitsabteilung von AfriForum kürzlich. Einige weiße Landwirte wandten sich nun sogar an Idan Abolnik, ein ehemaliges Mitglied der israelischen Spezialeinheiten, der sie im Nahkampf und im Umgang mit Waffen ausbilden soll, berichtete Sky News.

Das Selbstverteidigungssystem, das Abolnik lehrt, heißt Krav Maga. Die Ursprünge des Krav Maga gehen auf den 1910 in Budapest geborenen Imrich Lichtenfeld zurück. Lichtenfeld war als Boxer und Ringer erfolgreich und hatte von seinem Vater, einem Polizisten, Jiu-Jitsu-Techniken gelernt. In den 1930er Jahren lehrte Lichtenfeld zum ersten Mal seine Kampfmethode, um die dort lebenden Juden gegen antisemitische Übergriffe zu unterstützen.

Aus dem Innenleben der Russischen Botschaft in den USA: Am Tischende vor dem Kamin sitzt Botschafter Anatoli Antonow.

Lichtenfeld emigrierte 1940 aus der Slowakei. Nach seiner Flucht und einer Zeit bei der britischen Armee durfte er 1942 nach Palästina einreisen. Im damaligen britischen Protektorat Palästina unterrichtete er, zuerst mit britischer Unterstützung, Nahkampf in den zionistischen Untergrundorganisationen Haganah und Palmach. Nach Gründung des Staates Israel 1948 wurde Lichtenfeld Nahkampfausbilder in der israelischen Armee.

Nun lernen es auch südafrikanische Farmer. "Es steht jedem offen, der ein spezielles [Selbstverteidigungssystem] System für Landwirte wünscht. Wir trainieren sie im Umgang mit verschiedenen Techniken", sagte Abolnik gegenüber dem südafrikanischen Fernsehsender News24.

"Wir lehren sie Nahkampf, Buschkrieg, Halbbuschkrieg, Stadtkrieg und wie man Informationen sammelt", so Abolnik weiter. Das Programm koste rund 20.000 Südafrikanische Rand pro Person (ungefähr 1.300 Euro) für einen zweiwöchigen Intensivkurs.

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Doch nicht alle teilen die Ansicht, dass weiße Farmer stärker bedroht seien als andere Bevölkerungsgruppen. "Wenn Menschen zu Hause überfallen werden, dann erzeugt das ein emotionales Trauma und es geht irgendwann nicht mehr darum, was die Statistiken sagen", sagte der südafrikanische Kriminologe Gareth Newham vom Institute for Security Studies gegenüber der ARD.

Das ist zwar verständlich, aber aus den Daten, die uns zur Verfügung stehen, können wir nicht ablesen, dass Farmer stärker gefährdet sind als andere Südafrikaner."  

Auch die Regierung streitet eine Tendenz für gezielte Gewalt gegen weiße Farmer ab. Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa und seine Partei, der Afrikanischen Nationalkongress (ANC) wiesen darauf hin, dass Südafrika ein grundsätzliches Problem mit Gewalt und Kriminalität habe. Die Morde an Farmern seien nur ein Teil davon.

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