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Schlussakt für Steinkohlebergbau in Deutschland – Für Stromerzeugung und Stahlwerke nun Importkohle

Schlussakt für Steinkohlebergbau in Deutschland – Für Stromerzeugung und Stahlwerke nun Importkohle
Mitglieder einer Knappschaft nehmen am 4. Dezember 2018 ein Stück Kohle aus dem letzten Lastwagen der Zeche Ibbenbüren (NRW) als Souvenir mit.
Ein letztes Glückauf für den Bergbau. Die letzten beiden Zechen im Ruhrgebiet schließen. Bundespräsident Steinmeier bekommt in der Schachtanlage Prosper-Haniel das letzte Stück Kohle überreicht. Künftig will man bei Bedarf auf Import zurückgreifen.

In Deutschland wird der Steinkohlebergbau endgültig eingestellt. Bei der Schlussveranstaltung am Freitag um 16.00 Uhr in der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop werden Bergleute das symbolisch letzte Stück Kohle an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergeben. Prosper-Haniel im nördlichen Ruhrgebiet ist die letzte noch nicht geschlossene Schachtanlage in Deutschland. Mit dem Ende des Kohleabbaus gehen rund 200 Jahre Industriegeschichte zu Ende.

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Das Aus für die Steinkohleförderung hatten die Bundesregierung, die Kohleländer Nordrhein-Westfalen und Saarland sowie die Bergbaugewerkschaft IG BCE im Jahr 2007 vereinbart. Rund 33.000 Bergleute und andere Mitarbeiter waren damals auf den Zechen beschäftigt. Jetzt sind es noch rund 3.500. Großzügige Vorruhestandsregelungen sorgten dafür, dass es keine Entlassungen beim Personalabbau gab.

Abschlussveranstaltung mit 500 geladenen Gästen 

Der deutsche Bergbau war zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr wettbewerbsfähig. Gut eine Milliarde Euro Kohle-Subventionen pro Jahr fielen zuletzt an, um die Preisdifferenz zum Weltmarkt auszugleichen. Allein von 1996 bis heute sind aus den Haushalten des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen rund 61 Milliarden Euro als Absatz- und Stilllegungsbeihilfen geflossen.

Neben Steinmeier kommen auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach Bottrop. Die Teilnahme Junkers soll die Rolle der Kohle bei der europäischen Einigung unterstreichen. 1951 hatten sich Frankreich, Italien, die Bundesrepublik und die Beneluxländer den Bergbau sowie die Eisen- und Stahlindustrie einer europäischen Aufsicht unterstellt. Die Montanunion gilt als Keimzelle der Europäischen Union.

Unter dem Förderturm der Schachtanlage Prosper-Haniel wird ein hoch emotionaler Schlussakt der Steinkohleförderung erwartet.

Bergleute fördern das letzte Stück Kohle zu Tage und übergeben es an den Bundespräsidenten. Gemeinsames Singen des Steigerliedes, begleitet durch den Ruhrkohle-Chor", heißt es im Programm für die Abschlussveranstaltung mit 500 geladenen Gästen auf dem Zechengelände.

Mit der Schließung der letzten Zeche Einsatz der Steinkohle hierzulande nicht zu Ende

Bereits am Donnerstagabend hatten die katholische und evangelische Kirche die Bergleute mit einem Gottesdienst im Essener Dom gewürdigt.

Mit der Schließung der letzten Zeche ist der Einsatz der Steinkohle in Deutschland aber nicht zu Ende. Bei der Stromerzeugung und in den Stahlwerken wird sie künftig komplett durch Importkohle ersetzt. Wie viel Steinkohle in den kommenden Jahren verstromt wird, dürfte auch von den Ergebnissen der Beratungen in der derzeit tagenden Kohlekommission abhängen. In diesem Jahr hat die Steinkohle noch zu 13 Prozent zur deutschen Stromerzeugung beigetragen.

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(dpa/rt deutsch)

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