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Ehemalige FED-Chefin warnt vor Kernschmelze im Finanzsektor

Ehemalige FED-Chefin warnt vor Kernschmelze im Finanzsektor
Bulle und Bär liegen tot auf dem Rücken – die Tiere symbolisieren Entwicklungen an der Börse. Ein Bulle steht für steigende, ein Bär für sinkende Kurse.
Nach der Krise ist vor der Krise: Die ehemalige Chefin der US-Notenbank warnt vor einer neuen Finanzkrise. Es gebe "gigantische Löcher im System", so Janet Yellen. Vor allem die hohe Verschuldung von Unternehmen sieht sie kritisch.

Janet Yellen, die ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, hat davor gewarnt, dass das Land in Zukunft in eine weitere Finanzkrise geraten könnte, die auf die explodierende Verschuldung der Unternehmen und die Impotenz der Regulierungsbehörden zurückzuführen sei.

"Ich denke, die Dinge haben sich verbessert, aber dann denke ich, dass es gigantische Löcher im System gibt", sagte Yellen dem Ökonomen Paul Krugman von der City University of New York. Als ginge es um die Preisverleihung zur "Untertreibung des Jahrhunderts" fügte sie hinzu, dass "die Werkzeuge, die zum Umgang mit den aufkommenden Problemen zur Verfügung stehen, in den Vereinigten Staaten nicht großartig sind". 

Besonders besorgniserregend seien die hohen Unternehmensschulden, sagte Yellen. Sie verglich die besicherten Darlehensverpflichtungen (Collateralised Loan Oblogations – CLOs), die sich aus gebündelten Unternehmenskrediten für Investitionen zusammensetzen, mit den höchst riskanten Subprime-Hypotheken, welche 2008 die Immobilienblase weiter aufblähten und letztendlich den Zusammenbruch verursachten.

Ähnlich dieser Subprime-Hypotheken sei auch die Unternehmensverschuldung, die vergleichbare Instrumente umfasse, in vielen Fällen sehr niedrig bewertet – nur eine Stufe über Schrottanleihen. Allerdings seien die Inhaber von CLOs in einer besseren Position, mögliche Verluste zu absorbieren, was eine Wiederholung von 2008 unwahrscheinlich mache. 

Dennoch beläuft sich die Verschuldung der Unternehmen derzeit auf 9,1 Billionen Dollar, fast doppelt so viel wie 2007. Sollte es zu einer Rezession kommen, sagte sie, könnte solch ein hohes Maß an Fremdkapital "den Abschwung verlängern und zu vielen Konkursen im industriellen Unternehmenssektor führen". 

Yellen beklagte die unvollendete behördliche Agenda nach 2008 und hob Bereiche hervor, die dringend angegangen werden müssten. Sie erwähnte "behördliche Widerstände", die gegen die Bewältigung dieser Aufgabe gerichtet seien. So wie es um die FED derzeit stehe, könnten keine Regulierungsbehörden, sondern nur individuelle Banken systemische Belange angehen. Einige Regulierungsbefugnisse seien nach der Krise erweitert worden, andere begrenzt. 

Yellen wich einer Diskussion zur aktuellen Wirtschaftslage aus und beschränkte sich auf vage Verallgemeinerungen: "Die Zinsen sind niedrig. Ich glaube, dass sie wahrscheinlich niedriger bleiben werden als in den vergangenen Jahrzehnten." Ihr Nachfolger Jerome Powell hat seit der Übernahme im Februar die Zinsen dreimal angehoben, und wird diese vermutlich vor Jahresende noch einmal erhöhen. 

Ihre Äußerungen stellen eine Abkehr von dem sonnigen (wenn auch unrealistischen) Optimismus dar, den sie nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt vor einem Jahr an den Tag legte, als sie einem Londoner Publikum sagte, sie glaube nicht, dass es zu ihren Lebzeiten aufgrund von "Finanzreformen" eine weitere Finanzkrise geben würde.

Präsident Trump hat die FED scharf kritisiert, sie als "größte Bedrohung" für seine Präsidentschaft bezeichnet und für mehrere Wirtschaftsschwächen in den letzten Monaten verantwortlich gemacht. Während Powells Berufung als Chef der FED seine Idee war, hat er sich nun laut gefragt, ob er einen Fehler gemacht hat, und den neuen Vorsitzenden aufgefordert, sich auf das, "was gut für das Land ist", zu konzentrieren, anstatt die Zinsen zu erhöhen. 

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