Experte: Chinas Umstieg auf Erdgas wird Kohlepreise zum Absturz bringen

Experte: Chinas Umstieg auf Erdgas wird Kohlepreise zum Absturz bringen
Die chinesischen Behörden haben ein erweitertes Programm genehmigt, das darauf abzielt, den Kohleverbrauch im ganzen Land deutlich zu senken. Experten sind der Meinung, dass die Umstellung Pekings auf sauberere Energien sich gravierend auf die gesamte Kohleindustrie auswirken werde.

Dem Plan zufolge wird der Kohleverbrauch in 82 chinesischen Städten innerhalb von drei Jahren um bis zu zehn Prozent gegenüber den im Jahr 2016 festgelegten Zahlen gesenkt. Peking soll die Wohnungs- und Versorgungsinfrastruktur sowie den Energiesektor von Kohle auf Gas umstellen.

Dieser Schritt werde bis zu den Jahren 2020 und 2021 definitiv zu einem Rückgang der globalen Preise für Kohle führen, so der Direktor des Center for Economic Forecasting bei der Gazprombank Airat Chalikow.

Der Durchschnittspreis für Kohle bewegte sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres bei rund 103 US-Dollar pro Tonne. Nach der Reduzierung des Kohleverbrauchs durch China, das weltweit die Nummer eins unter den Verbrauchern und Produzenten des fossilen Brennstoffes ist, sollen die Weltmarktpreise Medienberichten zufolge auf 52 bis 69 US-Dollar pro Tonne sinken.

Im vergangenen Jahr importierte China laut Zollstatistik rund 188,3 Millionen Tonnen Steinkohle und Kohlesteine, das waren 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kosten der Importe stiegen um 60,8 Prozent auf 18,57 Milliarden US-Dollar, wobei der Durchschnittspreis pro Tonne 99 US-Dollar erreichte.

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Australien wurde zu Chinas Kohlelieferant Nummer eins und exportierte in das Land im Jahr 2017 ungefähr 79,91 Millionen Tonnen, wodurch die australischen Einnahmen um 75,8 Prozent auf 9,87 Milliarden US-Dollar stiegen. Indonesien verkaufte 35,28 Millionen Tonnen Kohle nach China und verdiente dabei 2,47 Milliarden US-Dollar, was im Vergleich zu 2016 ein Anstieg um 20,9 Prozent bedeutete. Russlands Exporte von Kohle in das Reich der Mitte stiegen um 36,3 Prozent auf 25,31 Millionen Tonnen, während die Exporteinnahmen um 99,2 Prozent auf 2,23 Milliarden US-Dollar stiegen.

Der Durchschnittspreis für Kohle aus Australien betrug 124 US-Dollar pro Tonne, Indonesien verkaufte Kohle an China zu 70 US-Dollar pro Tonne, während die russische Kohle 88 US-Dollar pro Tonne kostete. China importierte auch 3,17 Millionen Tonnen Kohle aus den USA zu einem Durchschnittspreis von 143 US-Dollar pro Tonne.

Chinas Schritt zur Eindämmung des Kohleverbrauchs ist Berichten zufolge eine Reaktion auf Umweltprobleme und eine rückläufige Kohleindustrie im Land. China, der zweitgrößte Erdgasabnehmer der Welt, werde im Zeitraum zwischen 2015 und 2040 für mindestens ein Viertel des gesamten weltweiten Gasverbrauchswachstums verantwortlich sein, so die US Energy Information Administration.

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