Saudis und Japaner planen weltweit größtes Solarprojekt

Saudis und Japaner planen weltweit größtes Solarprojekt
(Symbolbild)
Saudi-Arabien und die japanische SoftBank Group haben eine Absichtserklärung zum Bau einer 200-Milliarden-US-Dollar-Solarstromanlage unterzeichnet, die exponentiell größer als jedes andere Projekt werden soll.

SoftBank-Gründer Masayoshi Son, bekannt dafür, ehrgeizige Vorhaben mit Flair zu unterstützen, enthüllte das Projekt am Dienstag in New York bei einer Zeremonie mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der Thronfolger des größten Rohölexporteurs der Welt will die Wirtschaft seines Landes diversifizieren und die Abhängigkeit vom Öl abbauen.

Die Transaktion ist die jüngste in einer Reihe von auffälligen Ankündigungen aus Saudi-Arabien, die den Zugang zu erneuerbaren Energien ausbauen wollen. Während das Königreich seit Jahren versucht, in der sauberen Energieversorgung Fuß zu fassen, haben die Minister erst im Jahr 2017 die ersten Projekte vorangetrieben und im Oktober Angebote für eine 300-Megawatt-Anlage eingeholt.

Mit 200 Gigawatt wäre das geplante SoftBank-Projekt in der saudischen Wüste etwa 100-mal größer als das nächstgrößere geplante Bauprojekt und mehr als doppelt so groß wie das, was die weltweite Photovoltaikindustrie im vergangenen Jahr belieferte, so die Daten von Bloomberg New Energy Finance (BNEF).

Es ist ein großer Schritt in der Geschichte der Menschheit", sagte Prinz Mohammed. "Es ist mutig, riskant und wir hoffen, dass uns das gelingt."

Die Entwicklung würde die Stromerzeugungskapazität Saudi-Arabiens, die laut BNEF-Daten im Jahr 2016 bei 77 Gigawatt lag, fast verdreifachen. Etwa zwei Drittel davon wurden aus Erdgas, der Rest aus Erdöl gewonnen. Bisher sind dort nur kleine Solarprojekte tätig.

Son sagte, dass er sich das Projekt so vorstelle, das es die Bandbreite von der Energieerzeugung bis hin zur Panel- und Gerätefertigung durchläuft, bis zu 100.000 Arbeitsplätze schafft und 40 Milliarden US-Dollar an Energiekosten einspart. Die Entwicklung werde ihre maximale Kapazität bis zum Jahr 2030 erreichen und könnte fast eine Milliarde US-Dollar pro Gigawatt kosten.

Das Königreich hat viel Sonnenschein, große Flächen an verfügbarem Land und große Ingenieure und große Arbeitskräfte, aber vor allem auch die beste und größte Vision", so Son während eines Briefings zu Journalisten.

Vertiefung der Beziehungen

Das Abkommen vertieft die Beziehungen der SoftBank zu Saudi-Arabien und fördert den Ehrgeiz des Kronprinzen, seine Wirtschaft zu diversifizieren.

SoftBank sucht Investitionen und Saudi-Arabien braucht Energie, daher kann es sinnvoll sein, die Finanzierung in einem großen Block zu sortieren und dann die Phasen und die technischen Details separat auszuarbeiten", sagt Jenny Chase, Leiterin der Solaranalyse bei BNEF. "Es ist erwähnenswert, dass viele dieser Absichtserklärungen nicht dazu führen, dass etwas passiert."

SoftBank soll in den nächsten drei bis vier Jahren bis zu 25 Milliarden US-Dollar in Saudi-Arabien investieren. Das ist ein Schub für Prinz Mohammed, der bei der Vision 2030-Kampagne zur Diversifizierung der Wirtschaft des Königreichs bis zu diesem Jahr an vorderster Front stand. SoftBank soll bis zu 15 Milliarden US-Dollar in eine neue Stadt namens Neom investiert haben, die der Kronprinz an der Küste des Roten Meeres bauen will.

Der Vision Fund des japanischen Unternehmens soll auch Investitionen von bis zu zehn Milliarden US-Dollar in das staatlich kontrollierte Unternehmen Saudi Electricity Co. planen, um den Energieversorger in seinen Diversifizierungsreformen in Richtung der erneuerbaren Energien und der Solarenergie zu unterstützen.

Saudi-Arabien will Zukunftsstadt

Visionen und Investitionen

Son, der als versierter Investor mit Gespür für das Rampenlicht bekannt ist, fördert seit der Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 saubere Energie und hat kürzlich einen 50-Megawatt-Windpark in der Mongolei fertiggestellt. Er hat auch einen Plan namens "Asia Super Grid" vorangetrieben, der asiatische Nationen durch Netze und Unterwasserkabel miteinander verbinden soll, um saubere Energie zu verteilen.

Das Geschäftemachen des Königreichs hat sich beschleunigt, da es die Diversifikationsziele von Prinz Mohammed verfolgt. Saudi-Arabiens Staatsfonds, der Public Investment Fund, der über ein Vermögen von mehr als 224 Milliarden US-Dollar verfügt, hat im vergangenen Jahr rund 54 Milliarden US-Dollar für Investitionen ausgegeben. Der Verkauf von rund fünf Prozent der Anteile am Ölgiganten Saudi Arabian Oil Co. soll mehr Geld bringen.

Saudi-Arabien plant außerdem den Bau von mindestens 16 Kernreaktoren in den nächsten 25 Jahren für mehr als 80 Milliarden US-Dollar. Die Stromnachfrage im Land ist laut BNEF seit dem Jahr 2000 um bis zu neun Prozent pro Jahr angestiegen.

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