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Wochenlange Talfahrt der türkischen Lira: Recep Tayyip Erdoğan entlässt Zentralbankchef

Wochenlange Talfahrt der türkischen Lira: Recep Tayyip Erdoğan entlässt Zentralbankchef
Wochenlange Talfahrt der türkischen Lira: Recep Tayyip Erdoğan entlässt Zentralbankchef (Archivbild)
Seit ungefähr zehn Wochen befindet sich die türkische Lira auf Talfahrt gegenüber anderen wichtigen Währungen. Damit werden Importwaren für das Land massiv teurer. Vor diesem Hintergrund ernennt der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan einen neuen Zentralbankchef.

Inmitten der beschleunigten Talfahrt der türkischen Lira hat Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Zentralbankchef Murat Uysal entlassen. Wie aus einem in der Nacht zum Samstag veröffentlichten Dekret hervorgeht, soll Uysal nun den Posten für Naci Ağbal räumen, der von 2015 und 2018 Finanzminister war. Ein Grund für den Schritt wird im Amtsblatt Resmî Gazete nicht genannt.

Der türkische Präsident  Erdoğan und seine Frau Emine treffen zu einem Empfang in der Downing Street ein, der vom britischen Premierminister Boris Johnson veranstaltet wird.

Am Freitag hat die Lira im Handel mit dem US-Dollar ein Rekordtief erreicht. Für einen Dollar mussten zeitweise 8,576 Lira gezahlt werden – rund 49 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ein Euro kostete zuletzt zeitweise fast 10,18 Lira – ein Plus von rund 60 Prozent innerhalb eines Jahres. Auch zu anderen wichtigen Währungen, wie dem Schweizer Franken, dem Pfund Sterling oder dem japanischen Yen, verlor die türkische Währung stark an Wert.

Den jüngsten schweren Rückschlag erhielt die türkische Währung im Oktober, als die Notenbank des Landes den Leitzins nicht wie allgemein erwartet erhöht hatte. Trotz einer hohen Inflationsrate von knapp zwölf Prozent hatte die Zentralbank den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belassen und damit die Hoffnung auf einen Zinserhöhungszyklus im Kampf gegen die Inflationsentwicklung platzen lassen.

Erdoğan hatte Uysal erst im Juli 2019 zum Zentralbankchef ernannt. Dessen Vorgänger Murat Çetinkaya habe es versäumt, die Anweisungen zum Leitzins zu befolgen, hieß es damals zur Begründung. Am vergangenen Wochenende erklärte der türkische Präsident, sein Land führe einen wirtschaftlichen Krieg gegen ein "Teufelsdreieck" bestehend aus Zinssätzen, Wechselkursen und Inflation. (dpa)

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