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Massenherstellung: Erste Charge russischer Arznei gegen das Coronavirus in Krankenhäuser geliefert

Massenherstellung: Erste Charge russischer Arznei gegen das Coronavirus in Krankenhäuser geliefert
Massenherstellung: Erste Charge russischer Arznei gegen das Coronavirus in Krankenhäuser geliefert (Palettenweise Medikament gegen das Coronavirus - Avifavir kann in großindustriellem Maßstab hergestellt werden)
Die erste Charge der russischen Coronavirus-Arznei, genannt Avifavir, wurde nach erfolgreichen Tests in Russlands Kliniken geliefert. Für Juni ist die Auslieferung von 60.000 Therapiekursen geplant. Bis zu zwei Millionen Therapiekurse können jährlich hergestellt werden.
Russische Forscher entwickeln Arznei gegen Zytokinsturm:

Kliniken in den Oblasten Moskau, Leningrad, Nowgorod, Nischni Nowgorod, in der autonomen Republik Tatarstan und in der Stadt Jekaterinburg haben die erste Lieferung von Avifavir, einem russischen Arzneimittel gegen das Coronavirus, erhalten. Kirill Dmitrijew, Generaldirektor des Russischen Fonds für Direktinvestition (RDIF), der die Entwicklung der Arznei durch den Hersteller, die Unternehmensgruppe ChemRar, mitfinanzierte, präsentierte einige Ergebnisse der klinischen Tests:

Avifavir verkürzt die Dauer der Krankheit um mehr als die Hälfte und macht die Mehrheit der Patienten am fünften Tag der Behandlung für die Menschen in der Umgebung sicher. Dies ermöglicht, das Virus erfolgreicher zu bekämpfen und die Belastung der russischen Krankenhäuser zu reduzieren.

Basis-Generikum aus Japan

Avifavir ist ein Generikum von Favipiravir, einem als Avigan wohlbekannten Grippemedikament des japanischen Herstellers Fujifilm Toyama Chemical mit gut erforschten Nebenwirkungen. In Japan selbst wurden Versuche, das Original-Favipiravir zur Behandlung von Covid-19 einzusetzen, Ende Mai aufgrund mangelnder Wirksamkeitsbefunde eingestellt, schrieb Kyodo News. Jedoch scheint es bedeutende Unterschiede zu geben. Entweder ist bei Favipiravir kein Generikum einem anderen gleich, oder die in Russland anzutreffenden Coronavirus-Stämme sind gegen Favipiravir empfindlicher als die in Japan üblichen. Denn anders als in Japan zeitigen in Russland klinische Prüfungen zumindest von Avifavir gute Ergebnisse. Parlamentskaja Gaseta, das Blatt der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation, zitiert hierzu Befunde von Arbeiten an führenden in Moskau ansässigen Forschungsinstituten wie die Erste Staatliche Medizinische Setschenow-Universität sowie die Staatliche Lomonossow-Universität:

Archivbild vom 26.05.2020: Ärzte einer Corona-Klinik in Sankt Petersburg

In der ersten Stufe der Testbehandlung fielen nach den ersten vier Tagen bei 65 Prozent der COVID-19-Patienten die Corona-Tests negativ aus – das ist doppelt so viel wie in der Kontrollgruppe, die mit bisher üblichen Mitteln behandelt wurde; am zehnten Tag waren es 90 Prozent.

Wirkungsnachweis über 80 Prozent – eine Eigenschaft eines Präparats mit hoher Wirksamkeit gegen Viren.

Bei 68 Prozent der Patienten, denen Avifavir verabreicht wurde, begann sich das Fieber bereits am dritten Tag zu senken – in der Kontrollgruppe hingegen erst am sechsten Tag.

Insgesamt setzt man in Russland in Favipiravir große Hoffnungen im Kampf gegen das Coronavirus. Neben dem bereits zugelassenen Avifavir durchlaufen im Land derzeit drei weitere Generika dieser Arznei  klinische Wirksamkeitsprüfungen, davon eines ohne Markennamen, einfach als Favipiravir gekennzeichnet.

Zur Wirkungsweise von Favipiravir – und damit auch zu der von Avifavir und anderer Generika – ist bekannt, dass es die Umsetzung des in den Ribonukleinsäure-Strängen von RNS-Viren gespeicherten Genoms behindert. Bezüglich des eigentlichen Mechanismus dieser Behinderung werden in Fachkreisen verschiedene Ansichten vertreten. Einer der Annahmen zufolge werden durch das Medikament Fermente stillgelegt, die das Genom der RNS zur Umsetzung decodieren – RNS-abhängige RNS-Polymerasen; eine weitere Version geht davon aus, dass das Medikament Mutationen bei RNS-Viren hervorruft, mit denen diese entweder gar nicht oder deutlich eingeschränkt lebensfähig sind.

Schwangere dürfen Favipiravir und seine Generika nicht nehmen, weil sie dem Ungeborenen schaden. Andere schwerwiegende Nebenwirkungen sind bislang weder aus der Praxis der Grippebehandlung mit dem Originalpräparat noch aus den klinischen Tests der Generika gegen das Coronavirus bekannt.

Ausreichende Produktionskapazitäten und Interesse im Ausland

Waleri Solowei auf einer Wahlkampfveranstaltung, März 2018.

Die Behandlung mit Avifavir wird versicherungspflichtigen russischen Staatsbürgern von den Krankenversicherungen bezahlt. Die Behandlung mit der Arznei findet bislang nur stationär statt, ein freier Verkauf ist nicht vorgesehen. Noch im Juni ist die Auslieferung des Arzneimittels für insgesamt 60.000 Therapien an russische Krankenhäuser und spezialisierte pharmazeutische Einrichtungen geplant. Die Produktion kann bei Bedarf auf zwei Millionen Behandlungen pro Jahr erhöht werden, versichern die Hersteller. Die Nachfrage scheint (leider) gesichert: Es laufen Verhandlungen über Lieferungen des Medikaments in alle Regionen Russlands; auch Lieferungen ins Ausland werden in Betracht gezogen. Kirill Dmitrijew sagte in einer Pressemitteilung: "Wir haben Anfragen für die Lieferung von 'Avifavir' aus über zehn Ländern erhalten."

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