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Nach Mord an neunjähriger Lisa: Debatte über Todesstrafe für Kindermörder und Pädophile in Russland

Nach Mord an neunjähriger Lisa: Debatte über Todesstrafe für Kindermörder und Pädophile in Russland
Die neunjährige Lisa wurde in diesem Garagenviertel erwürgt
Nachdem letzte Woche ein 35-Jähriger in der Stadt Saratow ein neunjähriges Mädchen getötet hat, werden in Russland Stimmen zur Wiedereinführung der Todesstrafe laut. Seit dem Jahr 1997 gilt in Russland ein Moratorium für die Todesstrafe.

Der Mord an einer neunjährigen Schülerin in der Stadt Saratow hat in ganz Russland eine Schockwelle ausgelöst. Die Leiche der Lisa Kisseljowa wurde am Donnerstag entdeckt – einen Tag, nachdem sie auf ihrem Schulweg von einem 35-jährigen, bereits vorbestraften Mann, erwürgt worden war.

Stadteinwohner von Saransk legen in der Nähe der Garage Blumen und Plüschtiere nieder

Seitdem fordern einige russische Politiker, die Todesstrafe für Kindermörder und Pädophile wiedereinzuführen. Ewgeni Primakow, ein Abgeordneter der regierenden Partei Einiges Russland, schlug als erster vor, dass "die Todesstrafe reaktiviert werden muss". Der Abgeordnete sagte, er könne nicht verstehen, warum das Geld der Steuerzahler, einschließlich der Eltern des Opfers, dazu dienen sollte, den Aufenthalt der Verbrecher im Gefängnis zu finanzieren. Er wurde von einer Reihe anderer Parlamentarier unterstützt.

So setzte Sergei Mironow, Parteivorsitzender der Partei Gerechtes Russland, Kindermord mit Terrorismus gleich. "Deswegen finde ich, dass die Todesstrafe für Kinderschänder eine effektive und gerechtfertigte Maßnahme ist", sagte der Politiker. Wladimir Schirinowski, der Parteivorsitzende der Liberal-Demokratischen Partei Russlands, erklärte zwar, die Todesstrafe sei ineffektiv, betonte aber auch, dass die meisten Russen sich für deren Wiedereinführung aussprechen würden. 

Eine Umfrage zu diesem Thema wurde auf der Seite der Staatsduma im russischen sozialen Netzwerk VKontakte durchgeführt, an der etwa 140.000 Menschen teilnahmen. Rund 80 Prozent der Befragten haben für die Wiedereinführung der Hinrichtung von Kindermördern und Pädophilen gestimmt.

Dementsprechend musste sich der Kreml zur Aufhebung des Moratoriums für die Todesstrafe äußern. Der Pressesprecher des Präsidenten, Dmitri Peskow, meldete sich zu Wort und stellte klar, dass dieses Thema nicht zur Diskussion stehe. 

Das Moratorium für die Todesstrafe ist in Russland im Jahr 1997 in Kraft getreten, als das Land dem Europarat beitrat. Das letzte Todesurteil wurde im Jahr 1996 vollstreckt. Seitdem wurde niemand mehr zum Tode verurteilt. Russland diskutiert seitdem wiederholt die Einführung der Todesstrafe. Im Jahr 2015 lehnte die Staatsduma den Vorschlag ab, Terroristen hinzurichten.  

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