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Nächstes Zensuropfer in den USA: Der Investigativjournalist Glenn Greenwald verlässt The Intercept

Nächstes Zensuropfer in den USA: Der Investigativjournalist Glenn Greenwald verlässt The Intercept
Glenn Greenwald zusammen mit Laura Poitras während einer Pressekonferenz anlässlich der Verleihung des George-Polk-Preises in New York
Der bekannte Investigativjournalist Glenn Greenwald hat erklärt, dass er wegen zunehmender "Tendenzen von Repression und Zensur" das von ihm mitgegründete Investigativ-Portal "The Intercept" verlassen wird. Anlass ist die Zensierung seines kritischen Artikels über Joe Biden.

Dieselben Tendenzen von Repression, Zensur und ideologischer Homogenität, die die gesamte nationale Presse plagen, haben jetzt auch das von mir mitbegründete Medium erfasst und gipfeln jetzt in der Zensur meiner eigenen Artikel.

So beginnt die am 29. Oktober auf seinem persönlichen Blog veröffentlichte Rücktrittserklärung des Investigativjournalisten und Pulitzerpreisträgers Glenn Greenwald. Er hatte die investigative Plattform The Intercept im Februar 2014 mitgegründet. Der Fokus lag zunächst auf der Aufbereitung des Materials des NSA-Whistleblowers Edward Snowden. Greenwald gab für dieses Projekt seine Anstellung bei der britischen Tageszeitung The Guardian auf. Zu Beginn des Projektes erklärten die Herausgeber von The Intercept ihren journalistischen Ansatz: 

Die grundlegende Aufgabe von The Intercept ist es, auf Pressefreiheit zu bestehen und sie gegenüber denjenigen zu verteidigen, die sie verletzen. Unsere Hingabe gilt dem Ideal der wirklich freien und unabhängigen Presse als unerlässlichem Bestandteil jeder gesunden demokratischen Gesellschaft. Wir glauben, dass es die Hauptaufgabe des Journalismus ist, Transparenz zu schaffen und die Verantwortlichkeit derer aufzuzeigen, welche die größte politische und unternehmerische Macht innehaben. Unseren Journalisten wird nicht nur gestattet, sondern sogar empfohlen sein, Geschichten ohne Rücksicht darauf zu verfolgen, wen sie dadurch vor den Kopf stoßen könnten.

Whistleblower Edward Snowden per Videoschaltung bei der Verleihung des Right-Livelihood-Awards, Cirkus, Stockholm, Schweden, 4. Dezember 2019

Zumindest wenn man der Darstellung von Greenwald folgt, scheint von diesem Selbstverständnis nicht mehr viel übrig zu sein. Die Redaktionsspitze soll sich geweigert haben, einen Artikel von Greenwald über den US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden zu veröffentlichen, falls er nicht "alle kritischen Abschnitte" über diesen entferne. Wie Greenwald ausführt, wollte er auf der investigativen Plattform einen Artikel über die "positive Voreingenommenheit" des US-amerikanischen Medienmainstreams gegenüber Joe Biden veröffentlichen, insbesondere über die Art der Berichterstattung zu den mit E-Mails und anderen Dokumenten untermauerten Korruptionsvorwürfen gegen Bidens Sohn Hunter. Einen Entwurf des Artikels veröffentlichte Greenwald inzwischen auf seinem eigenen Blog. Ebenso hat Greenwald den E-Mail-Verkehr mit den verantwortlichen Redakteuren veröffentlicht, der seinen Zensurvorwurf belegen soll.

Greenwald führt in dem Artikel aus, dass die Authentizität der geleakten Dokumente weder von Joe und Hunter Biden noch vom Kampagnenteam der Demokratischen Partei infrage gestellt wurde. Nichtsdestotrotz versuchen fast alle Medien, diese Dokumente entweder totzuschweigen oder aber – ohne dafür irgendwelche Belege zu präsentieren – einfach als angeblich "russische Geheimdienstoperation" zu deklarieren. Und Letzteres wird dann auch noch als Begründung benutzt, weshalb sie sich damit "natürlich nicht" journalistisch auseinandersetzen. Exemplarisch verweist er auf dabei auf einen Artikel der Washington Post mit dem vielsagenden Satz: 

Wir müssen die Hunter-Biden-Leaks so behandeln, als wären sie eine Operation eines ausländischen Geheimdienstes – auch wenn sie es wahrscheinlich nicht sind.

Nächstes Zensuropfer in den USA: Der Investigativjournalist Glenn Greenwald verlässt The Intercept

Die Redaktionsleitung von The Intercept wehrt sich gegen die Vorwürfe und erklärte, Greenwald würde lediglich "zweifelhafte Behauptungen" der Wahlkampf-Kampagne des US-Präsidenten Donald Trump wiedergeben. Allerdings hält dieser Vorwurf einer Analyse des von Greenwald veröffentlichten Artikelentwurfes nicht stand. Die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin Jill Stein sieht die Zensierung von Greenwald in einer Reihe stehend mit dem bisherigen Schicksal von Assange, Snowden und Corbyn:

Assange ist in Einzelhaft.
Snowden ist im Exil.
Corbyn ist von seiner eigenen Partei suspendiert.
Jetzt wurde Glenn Greenwald von The Intercept zensiert.
Es gibt einen Krieg gegen Verbreiter von Wahrheit & Sie könnten der Nächste sein.

'Als sie Assange holten, habe ich geschwiegen ... '

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