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Internet-Flashmob in der Führungsriege der ukrainischen Polizei: "Ich bin Bandera" (Video)

Internet-Flashmob in der Führungsriege der ukrainischen Polizei: "Ich bin Bandera" (Video)
Internet-Flashmob in der Führungsriege der ukrainischen Polizei: "Ich bin Bandera" (Video)
In der Führungsriege der ukrainischen Polizei läuft seit Sonntag ein virtueller Flashmob. Die hochrangigen Beamten bekennen sich in den sozialen Netzwerken zu Stepan Bandera. Dabei machen sie vom Slogan "Ich bin Bandera" Gebrauch. Stepan Bandera machte sich einen Namen als Nazi-Kollaborateur und ideologische Führerfigur der ukrainischen Natiоnalisten der UPA ("Ukrainische Aufständischen Armee"), die während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Kriegsgräuel gegen Zivilisten verübte.

Auslöser für den Flashmob war ein Youtube-Video, das die am Samstag in Kiew stattgefundene Festnahme eines Mobs der neofaschistischen ukrainischen Organisation C14 (S14, Sitsch 14) durch Polizeikräfte zeigt: Einer der Polizisten forderte die Rechtsextremen auf, sich auf den Boden zu legen – mit den Worten "Auf den Boden, Bandera!", wobei er anscheinend den Namen des Nazi-Kollaborateurs stellvertretend für die ganze ukrainische rechtsextreme Szene nutzte.

Am Sonntag reagierten zahlreiche hochrangige Beamte der unterschiedlichen ukrainischen Polizeibehörden mit Entschuldigungen für die Formulierung des Offiziers. Der Leiter der ukrainischen Streifenpolizei Jewgeni Schukow teilte das "Ich bin Bandera"-Motto auf seiner Facebook-Seite und distanzierte sich vom Ausruf "Auf den Boden, Bandera". Auch sein Vorgesetzter, Leiter der Nationalen Polizei (der die Streifenpolizei untergeordnet ist) Sergei Knjasew, veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite eine Entschuldigung und bekannte sich zu Bandera.

Die am Samstag festgenommenen 24 Mitglieder von S14 versuchten, gewaltsam eine Polizeiwache zu stürmen, wo ihre Kameraden festgehalten wurden. Diese wiederum hatten zuvor eine nicht angemeldete Gegenkundgebung zum Treffen der ukrainischen Politikerin Julia Timoschenko in Kiew mit ihren Wählern veranstaltet. Sie forderten eine Ermittlung zu einer mutmaßlichen Verstrickung eines ehemaligen Parteikollegen von Timoschenko in den Mord an einer ukrainischen Journalistin. Die Lage drohte zu eskalieren und die Polizei nahm die Teilnehmer der Gegendemo fest. Bei ihnen wurden Waffen gefunden: Messer, Reizgasbehälter und eine Schusswaffe.

Auch bei ihren "Befreiern" wurden Messer, Reizgas und eine Schusswaffe sichergestellt. Etwas später wurden alle rechtsextremen Schläger wieder auf freien Fuß gesetzt, es ist jedoch von diversen Verfahren gegen sie die Rede.

Die neofaschistische Organisation S14 wurde bereits zuvor durch gewalttätige Aktionen auffällig – diese waren überwiegend gegen Sinti, Roma und andere Wanderstämme gerichtet.

Die "Ukrainische Aufständische Armee", deren ideologischer Führer Stepan Bandera war, verübte in Zeiten des Zweiten Weltkrieges Kriegsgräuel an Zivilisten – am bekanntesten ist der Genozid gegen die polnische Bevölkerung in Wolhynien.

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