Slowakei: Rechtsextremistenchef muss vor Gericht

Slowakei: Rechtsextremistenchef muss vor Gericht
Slowakei: Rechtsextremistenchef muss vor Gericht (Archivbild)
Dem rechtsextremen slowakischen Parlamentsabgeordneten und Parteichef Marian Kotleba droht eine dreijährige Haftstrafe. Die für Extremismus zuständige Sonderstaatsanwaltschaft hat am Freitag der Nachrichtenagentur TASR die formelle Anklageerhebung gegen den 41-Jährigen bestätigt. Der Chef der seit 2016 im Parlament in Bratislava vertretenen Volkspartei Unsere Slowakei LSNS muss sich vor Gericht wegen Unterstützung einer Ideologie verantworten, die Bürgerrechte und Demokratie gefährde.

Der formellen Anklage war ein mehr als ein Jahr dauerndes Ermittlungsverfahren vorangegangen. Zum Jahrestag der Gründung eines von Hitler-Deutschland abhängigen slowakischen Marionettenstaates am 14. März 1939 hatte Marian Kotleba im Jahr 2017 Spendenschecks mit der symbolischen Summe von 1.488 Euro an bedürftige Familien verteilt.

Die Zahlenkombination 1.488, meist 14/88 geschrieben, gehört zu den beliebten Codes, mit denen sich Neonazis in den USA und Europa deklarieren. 88 steht für "Heil Hitler!" (weil H der achte Buchstabe im Alphabet ist), die Zahl 14 für einen als "14 Worte" bekannt gewordenen rassistischen Slogan zum "Schutz der weißen Rasse". (dpa)

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