Kreuzzug gegen das Russische: Lettische Regierung beschließt "Sprachreform" im Schulwesen

Kreuzzug gegen das Russische: Lettische Regierung beschließt "Sprachreform" im Schulwesen
Kreuzzug gegen das Russische: Lettische Regierung beschließt "Sprachreform" im Schulwesen
In Lettland soll Lettisch trotz einer großen russischen Minderheit bis 2021 schrittweise zur vorherrschenden Unterrichtssprache werden. Die Mitte-Rechts-Regierung in Riga gab am Dienstag grünes Licht für eine entsprechende Gesetzesinitiative des Bildungsministeriums. Demnach soll der Übergang an den Schulen des baltischen EU-Landes von 2019 an erfolgen. Das Parlament muss dem noch zustimmen.

Mit dem Schritt soll nach Ministeriumsangaben die Bildungsqualität verbessert werden. "Nur eine vereinte Nation kann sich erfolgreich entwickeln", sagte Bildungsminister Karlis Sadurskis im lettischen Fernsehen. Deshalb sei es ein Interesse Lettlands, dass alle in Lettland lebenden Menschen die lettische Sprache erlernen.

Die geplante Reform hat wiederholt Proteste von Vertretern der russischen Minderheit hervorgerufen, die gut ein Drittel der rund zwei Millionen Einwohner Lettlands ausmacht. Für die Minderheit gibt es spezielle Schulen, in denen bisher 60 Prozent der Fächer auf Lettisch und 40 Prozent auf Russisch unterrichtet werden. Nach der Reform soll Kindern an Schulen nur noch die Muttersprache, Literatur sowie Kultur- und geschichtsbezogene Themen in den  Minderheitensprachen gelehrt werden. Lettisch ist die einzige offizielle Amtssprache im Land. (dpa)

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