Nach Protesten in Tunesien: Regierung kündigt Hilfsmaßnahmen an

Nach Protesten in Tunesien: Regierung kündigt Hilfsmaßnahmen an
Nach Protesten in Tunesien: Regierung kündigt Hilfsmaßnahmen an
Die tunesische Regierung hat nach fortwährenden Protesten finanzielle Hilfen angekündigt. Unter anderem sollen arme Familien ein gesichertes minimales Einkommen erhalten, wie Sozialminister Mohammed Trabelsi am Samstagabend sagte. Außerdem sollen Arbeitslose eine kostenlose medizinische Behandlung bekommen. Auch Wohnkredite sollen leichter vergeben werden. Der Staatshaushalt wird demnach um 100 Millionen Dinar (rund 33,5 Mio. Euro) erhöht.

Seit rund einer Woche kommt es in Tunesien zu landesweiten Protesten gegen Preissteigerungen und höhere Abgaben durch ein neues Finanzgesetz, das Anfang des Jahres in Kraft getreten war. Bei den Demonstrationen war ein Mensch in der Nähe der Hauptstadt Tunis ums Leben gekommen.

Tunesien hat nach der Revolution 2011 zwar weitreichende Reformen eingeleitet, kämpft aber mit gravierenden wirtschaftlichen Problemen. Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 15 Prozent, die Staatsverschuldung beträgt 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Für den Jahrestag der Revolution am Sonntag (14.1.) haben Aktivisten und Opposition zu Massenprotesten aufgerufen. (dpa)

Mehr lesen - Doppelmoral: Wenig Aufmerksamkeit in westlichen Medien für Massen-Proteste in Tunesien