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US-Außenminister Pompeo: "Wir logen, wir betrogen, wir stahlen"

US-Außenminister Pompeo: "Wir logen, wir betrogen, wir stahlen"
US-Außenminister Mike Pompeo gab bei einer Diskussionsrunde in der Texas A&M University zu, welcher Methoden sich die USA in der Außenpolitik bedienen.
Seit Jahrzehnten wird den USA vorgeworfen, dass hinter der demokratischen Fassade ein ganz anderes Amerika zu finden ist. Nun bestätigte ausgerechnet Außenminister Mike Pompeo, dass an diesen Vorwürfen mehr dran ist, als es manchen in Washington oder Berlin lieb ist.

von Zlatko Percinic

Seit dem Kalten Krieg und dem Aufstieg zur Weltmacht haben sich die USA durch geschickte PR und Propaganda den Ruf als einzigartige Nation erarbeitet. Eine Nation, die die Demokratie nach US-Vorbild in die Welt exportieren und den "befreiten" Völkern den "American Way of Life" beibringen will. Das ist das Bild, das im – aus Washingtons Sicht – Idealfall in den Köpfen der Menschen hervorgerufen werden soll, wenn man über die USA spricht.

Damit dieses Ziel nicht aus den Augen gerät und vor allem die vermeintlichen Eliten daran glauben, helfen zahlreiche US-Organisationen in den verschiedenen Ländern nach, um sicherzustellen, dass auch nach Jahrzehnten ein stetiger Pool an neuen und jüngeren Führungskräften aus Wirtschaft, Politik und Medien zur Verfügung steht. Es ist ein gegenseitiges Arrangement, das für beide Seiten Vorteile hat. Für die einen ist es der Motor für die persönliche Karriere, für die anderen die Gewährleistung von Einflussnahme, ohne dass man tatsächlich aktiv groß einschreiten müsste.

Munition mit abgereichertem Uran der US-Armee 2004 in Tikrit, Irak.

Doch Mäuse werden nicht nur mit Speck gefangen. Es gibt auch andere Methoden, von denen man eher seltener spricht, weil sie für manch einen zu grausam sein könnten. Nur dass man nicht oder nur wenig darüber spricht, bedeutet aber nicht, dass es diese anderen Methoden nicht gibt. Das gilt auch für die USA.

Die Texas A&M University in College Station, rund 150 Kilometer nördlich der legendären Ölmetropole Houston gelegen, durfte am 15. April einen Ehrengast empfangen: Mike Pompeo. In einer Diskussionsrunde mit den Studenten dieser Universität, die als Rekrutierungsschmiede für den Auslandsgeheimdienst CIA gilt (Robert Gates war Präsident der Universität, bevor er CIA-Direktor und später Verteidigungsminister wurde), machte der US-Außenminister nicht nur Witze über Texas, sondern zeigte auch das wahre Gesicht der USA hinter der demokratischen Fassade.

Nach dem üblichen Loblied auf die vielgerühmten Werte ("Die USA sind der globale Standartenträger für Demokratie, Freiheit und auch für Menschenrechte. Wenn wir uns nicht dafür aussprechen, wird es niemand anderes tun"), gab Pompeo einen kurzen Einblick in die Vorgehensweise des CIA:

Als ich Kadett in West Point war, (...) was ist das Motto der Kadetten von West Point? Nicht lügen, nicht betrügen, nicht stehlen und die nicht tolerieren, die das tun. Ich war Direktor der CIA. Wir haben gelogen, gestohlen und betrogen. Es war, als hätte es dafür richtige Kurse gegeben. Das erinnert uns an die Herrlichkeit des amerikanischen Experiments.

Im Video hört man die Reaktion der Studenten. Es folgten nicht etwa Proteste oder Kritik auf dieses Eingeständnis der US-Praktiken, sondern Gelächter. Das – und die Aussage des US-Außenministers – sagt viel über die Wahrnehmung der globalen Rolle der USA aus. Solange die Vereinigten Staaten von Amerika "lügen, betrügen und stehlen", scheint es eine akzeptable Form der "Diplomatie" zu sein, die nach Pompeos Aussage stets "Hand in Hand mit militärischer Stärke" geht.

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