icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Inspekteur des deutschen Heeres Jörg Vollmer warnt Russland: "Keinen Schritt weiter"

Inspekteur des deutschen Heeres Jörg Vollmer warnt Russland: "Keinen Schritt weiter"
Generalleutnant und Inspekteur des deutschen Heeres, Jörg Vollmer. (Symbolbild)
Bei dem von der Deutschen Atlantischen Gesellschaft e.V. organisierten Panel am 6. November in Berlin sprach der Inspekteur des deutschen Heeres Jörg Vollmer zum Zustand der Bundeswehr und der Bedrohung durch Russland: Moskaus Gebaren zeige den Willen, spalten zu wollen.

von Zlatko Percinic

Am 1. Januar 2019 ist es endlich soweit. Deutschland übernimmt die sogenannte NATO-Speerspitze, die Schnelle Eingreiftruppe der nordatlantischen Allianz, auch Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) genannt. Sollte es also im Jahr 2019 zu einem militärischen Konflikt zwischen NATO und wem auch immer kommen, dann würde Deutschland diese Kampftruppe in Brigadegröße befehligen. Aus diesem Grund stellte die Bundeswehr das zweitgrößte Kontingent an Soldaten bei der Großübung "Trident Juncture" in Norwegen, wohin Deutschland als einziges Land auch eine ganze Brigade verlegt hatte, wie Generalleutnant Jörg Vollmer stolz mitteilte.

Am 30. Oktober fand in der Nähe der norwegischen Stadt Trondheim ein Medientag statt, bei dem die Schlagkraft der NATO demonstriert werden sollte.

Im Notfall müsste die unter deutscher Führung stehende Eingreiftruppe innerhalb von sieben Tagen marschbereit sein und zum Schauplatz des Geschehens gebracht werden können. Mit verschiedenen Videoclips möchte die Bundeswehr Stärke ausstrahlen und zeigen, dass man sich auf diese bevorstehende Aufgabe gut vorbereitet hat. In Norwegen sollte dann auch der letzte Zweifel über die Fähigkeit Deutschlands ausgeräumt werden, auch auf militärischem Gebiet vielleicht nicht zur Weltspitze, aber zumindest nicht zum Mittelmaß zu gehören. Und wenn man den Worten des Inspekteurs des Heeres Glauben schenken darf, dann hat sich die Bundeswehr Respekt bei den anderen Militärs der NATO-Länder verschafft.

Nun braucht aber eine Armee auch ein Feindbild, anders geht es nicht. Erst recht nicht, wenn die Ausgaben für die Armee massiv erhöht werden sollen, welche am Ende vom einfachen Steuerzahler getragen werden müssen. Wenn es eine sichere Umgebung in einer friedlichen Zeit gibt, dann werden Milliardenausgaben für Kriegsgerät stets kritisch vom Wahlvolk betrachtet. Gibt es aber eine tatsächliche oder auch nur eine selbst heraufbeschworene Bedrohung, dann sieht es meistens anders aus. Und ein weiteres Problem plagen die Armeen ohne Grundwehrdienst: das Personal.

Wenn also weder ein klar definiertes Feindbild noch eine entsprechende Bedrohung vorhanden sind, dann fehlen nicht nur die Geldmittel, sondern auch die freiwilligen Soldatinnen und Soldaten. Viele potenzielle Rekruten hinterfragen den Sinn und Zweck einer Verpflichtung bei der Bundeswehr, die zwischen 23 Monaten als "Freiwillige Wehrpflichtige" und mehreren Jahren als Soldat/-in auf Zeit dauern kann. Um sich als "Arbeitgeber" attraktiv zu machen, wird allerhand getan, die auf Medienkonsum orientierten jungen Menschen auf die Bundeswehr aufmerksam zu machen. So wurde zuletzt beispielsweise eine aufwendig produzierte und auf dem deutschen Markt neuartige WhatsApp-Serie vorgestellt, "KSK – Kämpfe nie für dich allein", oder eine Online-Orientierungshilfe, um sich über verschiedene "Berufsfelder" zu informieren.  

Das alles kostet natürlich Geld, sehr viel Geld. Wie in den USA ist auch hierzulande sogar die Fitness der Rekruten zu einem ernsthaften Problem geworden, so dass übergewichtige und Neuankömmlinge, die einfach nicht "fit" sind, erst einen mehrwöchigen Fitnesskurs absolvieren müssen, bevor es für sie weitergehen kann.

Ein Bild von dem NATO-Manöver

Beim Feindbild waren sich die Gastredner an diesem Abend auf dem von der Deutschen Atlantischen Gesellschaft e.V. organisierten Panel zum Thema "Die Bundeswehr beim größten NATO-Manöver seit dem Kalten Krieg – Trendwende? Eine Bestandsaufnahme der Situation der Streitkräfte" fast alle einig. Ob Wolfgang Hellmich, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der SPD, Oberstleutnant André Wüstner oder der bereits genannte Generalleutnant Jörg Vollmer: Sie alle sprachen von einer diffusen russischen Bedrohung. Einzig der ebenfalls als Gastredner anwesende Verteidigungsexperte der ARD, Christian Thiels, wollte sich diesem Bedrohungsszenario der anderen nicht anschließen. Er forderte von der NATO mehr Dialogbereitschaft mit Russland auf Ministerebene, um nicht eine weitere und gefährlichere Verhärtung der Standpunkte zu riskieren.

Aber am leidenschaftlichsten sprach Vollmer über die "russische Bedrohung". Die angeblichen "Aggressionen" in Georgien und in der Ukraine, die "Annexion" der Krim und der "Wille zu spalten", den man am "russischen Gebaren" erkennen könne, hätten zu einer neuen Bedrohungslage in Europa geführt, so der Generalleutnant. Deshalb müsse die Bundeswehr auf "drei einsatzbereite Divisionen bis 2031" ausgebaut werden, um über eine "glaubhafte Abschreckung" gegenüber Russland zu verfügen. Er bemühte einen historischen Vergleich, um den Vorteil einer starken Abschreckung zu untermauern: So hätten seiner Meinung nach die Stationierungen von US-amerikanischen, britischen, französischen und "weiteren Truppen" in Berlin das "Ende des Kalten Krieges herbeigeführt", da sie gegenüber der Sowjetunion signalisiert haben: "Keinen Schritt weiter".  

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen