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Paramilitärische Ausbildung Jugendlicher für den Krieg gegen Russland

Paramilitärische Ausbildung Jugendlicher für den Krieg gegen Russland
Archivbild: Ein Junge hält ein Kalaschnikow-Sturmgewehr hoch, während er mit ukrainischen Soldaten in Soledar, Ostukraine, am 27. September 2014, interagiert. Die Kinder wurden von den Soldaten beim Umgang mit Waffen unterwiesen.
Unter dem Namen „Junge Freiwillige“ werden Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren für ein Trainingsprogramm im Ausbildungszentrum der Ukrainischen Freiwilligenarmee (Навчальний Центр УДА) rekrutiert.

von Tanja Muirhead

Bei der Ukrainischen Freiwilligenarmee (UFA) handelt es sich um eine paramilitärische Formation, die von Rada-Abgeordneten und dem ehemaligen Anführer des Rechten Sektors Dmitri Jarosch und seinen Anhängern im Dezember 2015 ins Leben gerufen wurde. Die Organisation pflegt die Zusammenarbeit mit den ukrainischen Streitkräften und auch Strafverfolgungsbehörden und hilft bei der Mobilmachung. Zu weiteren wesentlichen Aufgaben gehören patriotische Erziehung und Kampfausbildung.

Geländewagen in Kiew in den Farben des ultranationalistischen Rechten Sektors mit der Inschrift

So werden ausgebildete Soldaten der UFA im Rahmen der sogenannten ATO (Anti-Terror-Operation) in der Donbass-Region eingesetzt. Alles ganz im Sinne des Landesschutzes sowohl gegen jegliche Sezessionsbestrebungen als auch gegen externe militärische Aggression. Wer der gemeine Aggressor sein soll, der die Ukraine nun seit knapp vier Jahren daran hindert, ihre auf dem Maidan hart erkämpfte Unabhängigkeit auszuleben, ist in der ukrainischen Öffentlichkeit hinlänglich bekannt.

Dass die Ukraine sich im Krieg mit Russland sieht, repetiert der ukrainische Präsident Peter Poroschenko bei jeglicher Gelegenheit. Sei es bei der feierlichen Eröffnung eines Kindergartens, eines Tunnels, einer Brücke oder bei politischen Treffen jedweder Art. Mit dem neuen und umstrittenen Gesetz über die Reintegration des Donbass, das im Februar dieses Jahres in Kraft getreten ist, bezeichnet man Russland nun sogar ganz offiziell als Aggressor und spricht von russischer Besatzung der Donbass-Region.

Eine glaubhafte Begründung für eine russische Intervention hielt man im Grunde genommen gar nicht mehr für notwendig. Denn laut Aussagen des Stellvertreters des Ministers für zeitweilig besetzte Gebiete der Ukraine, Juri Grimchak, dauert der Krieg zwischen der Ukraine und Russland bereits seit 300 Jahren an. Auch wenn diese Offenbarung für manche verstörend klingen mag, gibt es heute für solches Gedankengut einen fruchtbaren Boden in diesem Land. Innerhalb einiger Bevölkerungsgruppen scheint gar die Bereitschaft zu wachsen, diese Konfrontation bis zum bitteren Ende auszutragen.

Paramilitärische Ausbildung Jugendlicher für den Krieg gegen Russland

Zu diesen Kreisen ist die oben erwähnte UFA zu rechnen, die sich zum Ziel gesetzt hat, „die junge Generation für den Einsatz an der Front zu trainieren, um die Ukraine zu schützen und den ewigen Feind, den imperialistischen Aggressor Russland zu zerstören“. Das sind wortwörtliche Aussagen des Chefs der UFA Dmitri Jarosch auf seiner Facebook-Seite, wo er für das Trainingsprogramm „Junger Freiwilliger“ wirbt. Sein Beitrag endet mit den Worten „Ruhm der Nation! Tod den Feinden!“, die bei einigen unschöne Assoziationen und Erinnerungen hervorrufen mögen, für die anderen aber einen Leitgedanken implizieren, auf den sich ihre Nation zu gründen vorgibt.

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Glorifizierung der eigenen Nation wie auch der Kampfkraft sind erprobte Instrumente der ideologischen Erziehung. Vor allem die jungen Leute sind dafür empfänglich und leicht zu begeistern, oftmals weil sie noch nicht gelernt haben, Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen und Meinungen kritisch zu hinterfragen. So orientieren sie sich dann auch häufig an Leitfiguren, die ihnen beispielsweise angesichts des anscheinend immerwährenden Krieges den Weg in die friedliche Zukunft aufzeigen. Und „der Friede sei“, so Jarosch in seinem Post „nur durch einen Sieg erreichbar“. „Etwas anderes ist nicht gegeben“, so sein Fazit. Zwangsläufig drängen sich wieder unschöne Assoziationen auf.

Der Beitrag wird durch ein Video illustriert, das Jugendliche beim Trainingsprogramm zeigt. Unterlegt mit einer heiteren und animierenden Tonspur, werden verschiedene Ausbildungsabschnitte gezeigt, wie der Umgang mit Sprengmitteln und verschiedenen Waffen, inklusive Schießübungen, und natürlich auch die Bergung von Verletzten. Am Abend sitzt man dann schön gemütlich beisammen vor dem Lagerfeuer, spielt Gitarre und singt Lieder. Den Abschluss des Ganzen bildet eine zeremonielle Vereidigung, bei der - neben der ukrainischen - auch die schwarz-rote Flagge des Rechten Sektors nicht fehlen darf.

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