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Westlicher Mainstream ignoriert zwingende Fragen zu berüchtigter Nowitschok-Flasche

Westlicher Mainstream ignoriert zwingende Fragen zu berüchtigter Nowitschok-Flasche
Westlicher Mainstream ignoriert zwingende Fragen zu berüchtigter Nowitschok-Flasche (Archivbild)
Man erwartet von uns zu glauben, Kreml-Attentäter hätten gegen Alexei Nawalny ein neues, noch stärkeres Nowitschok eingesetzt. Sein Team habe eine damit verbundene Wasserflasche nach Deutschland gebracht. Doch niemand soll hierbei Nebenwirkungen erlitten haben.

von Bryan MacDonald 

Zu diesem Zeitpunkt sind westliche Reporter, die den Fall behandeln, entweder total einfältig, oder sie unternehmen große Anstrengungen, um ihre Skepsis zu unterdrücken, weil so vieles in der Geschichte einfach nicht passt.

Als er in Sibirien ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war der Zustand Nawalnys eindeutig sehr schlecht. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Die Situation war so ernst, dass seine Frau und seine Mitarbeiter verlangten, ihn zur Behandlung ins Ausland nach Deutschland zu verlegen. Eine Anfrage der russischen Behörden wurde am folgenden Abend nach einem angespannten Tag genehmigt. An jenem Tag erklärten die behandelten Ärzte in Omsk, Nawalnys Zustand sei für einen Transport zu schlecht. Seine Mitarbeiter behaupteten, die Ärzte hätten sie in die Irre geführt.

Seit Nawalnys Ankunft in Berlin wird die Geschichte politisiert und man spricht von Sanktionen und anderen diplomatischen und wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen Russland. Die Bundesregierung beharrt darauf, dass ihre Experten Spuren des extrem tödlichen Giftes Nowitschok im System des Aktivisten gefunden hätten. Selbst Angela Merkel warf der russischen Regierung mehr oder weniger direkt vor, hinter dem zu stehen, was sie als "versuchten Mord" bezeichnet.

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Moskau behauptet, russische Ärzte hätten in ihren Tests keine Substanz dieser Art gefunden. Doch Berlin schoss zurück, indem es erklärte, Labore in Frankreich und Schweden hätten die Behauptungen bestätigt. Wenn es um Russland geht, agieren die westlichen Mainstream-Medien in Rahmen eines Teufelskreises aus Gerüchten, Angst, Prahlerei, Unsinn und Propaganda.

So behandelten westliche Korrespondenten den Fall Nawalny auf vorhersehbare Weise: Alle Äußerungen der Angestellten des Oppositionspolitikers und der deutschen Regierung, auch wenn sie widersprüchlich oder kaum glaubwürdig sind, werden wie ein Dogma behandelt. Aber alles, was russische Beamte mitteilen, wird sofort in Verruf gebracht.

Bis Donnerstag war das eklatanteste Beispiel dafür der 9. September, als Max Seddon, ein Moskauer Korrespondenten der Financial Times, sagte, dass "Deutschland offenbar zum Schluss kam, dass Nawalny mit einer Substanz vergiftet wurde, die die Welt bis dahin nicht kannte, die aber schädlicher und tödlicher als alle bekannten Varianten der Nowitschok-Gruppe ist. Die russischen Sicherheitskräfte müssen es getan haben".

Angesichts der Tatsache, dass die vorherige Inkarnation von Nowitschok angeblich achtmal stärker als der Kampfstoff VX war (ein tödliches Nervengift, das bekanntermaßen bei der Ermordung von Kim Jong Nam, Halbbruder des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Un, eingesetzt wurde), stellt sich die Frage: Wenn es sich um die neue, noch tödlichere Variante handelt, wie konnte Nawalny nicht nur am Leben bleiben, sondern zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Koma erwacht sein?

Weniger als eine Woche später konnte er von seinem Krankenbett aufstehen und für Fotos posieren. Die westlichen Medien haben die Erklärung aus Deutschland für bare Münze genommen und nicht hinterfragt, ob eine Aussage dieser Art glaubwürdig sein kann.

Schauen wir uns noch seltsamere Bilder an. Am Donnerstag veröffentlichte Nawalnys Team ein Video auf seinem offiziellen Instagram-Kanal, in dem behauptet wird, dass Spuren von Nowitschok auf einer Wasserflasche in seinem Hotelzimmer in Tomsk gefunden worden seien. Dort verbrachte er die Nacht vor dem Unglücksflug nach Moskau.

Man beschreibt, wie Nawalnys Helfer, nachdem sie die Mitteilung erhalten hatten, dass sein Flugzeug notgelandet sei, in sein Zimmer gingen, das noch nicht gereinigt worden war. Das Video zeigt Nawalnys Anhänger, die "alles aufnehmen, beschreiben und verpacken", was sie dort vorgefunden haben. Dem Text zufolge brachten sie was sie fanden zu Wissenschaftlern nach Deutschland.

Während die westlichen Medien die Anschuldigungen getreulich ausschmückten, ist in Wirklichkeit alles ziemlich schwer zu verarbeiten. Damit die Erzählung wahr wird, müssen wir den Zweifel ausschalten und uns vorstellen, dass die Giftattentäter des Kreml versuchten, Nawalny zu töten, indem sie das tödlichste Nervengift, das die Menschheit kennt, in Flaschen in sein Hotelzimmer brachten. Und dann gaben sie sich nicht einmal die Mühe, ihre heimtückische Tat zu vertuschen, indem sie den Mitarbeitern des Hotels zumindest sagten, sie sollten das Zimmer aufräumen und die Behälter entfernen?

Stattdessen hinterließen sie dort die Beweise und machten sich überhaupt keine Sorgen darüber, dass das Nowitschok das Hotelpersonal oder den nächsten Gast im Zimmer töten könnte, was zur Aufdeckung der beteiligten Geheimagenten und zu einem lokalen Eklat führen könnte. Woher wussten die Giftmörder zudem, in welchem Zimmer Nawalny untergebracht war? Es ist allgemein bekannt, dass sein Team nie unter seinem Namen Zimmer bucht, daher hätten die Giftmörder genauso gut einen seiner Helfer töten können.

Überdies: Wie rechneten sie den günstigen Zeitpunkt aus, bis das Nowitschok zu wirken beginnt, sodass dem Aktivisten gerade im Flugzeug unwohl wird, mit Rücksicht darauf, dass sie nicht wissen konnten, wann er einen Schluck Wasser nehmen würde? Und was, wenn er es nie getrunken, sondern stattdessen einem Begleiter gegeben hätte? Vielleicht klebten die Kreml-Attentäter einen Zettel darauf: "Extra für Alexei Anatoljewitsch! Bitte trinken Sie genau um (soundso viel) Uhr."

Außerdem muss man sich dann vorstellen, dass Nawalnys Team, abgesehen von Gummihandschuhen, ohne Schutzausrüstung zurück in das Zimmer ging und Flaschen mit dieser tödlichen Substanz berührte – und dabei keine Nebenwirkungen erlitt. Überdies flogen sie mit einem Linienflugzeug, ohne sich um die möglichen Risiken zu kümmern, die eine potenziell tödliche Substanz in einem Flugzeug voller unschuldiger Fluggäste in sich birgt?

Die Geschichte geht über die normalen Grenzen der Glaubwürdigkeit hinaus und ruft Misstrauen hervor. Sie ist ein weiteres Beispiel dafür, wie schlecht und verzerrt die westliche Berichterstattung über Moskau geworden ist. Vieles davon ist nichts weiteres als eine PR-Unterstützung für jene Oppositionelle, die den westlichen Interessen in Russland als förderlich gelten.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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