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Steinmeier beim Holocaust-Forum: "Ich wünschte, ich könnte sagen, die Deutschen haben gelernt"

Steinmeier beim Holocaust-Forum: "Ich wünschte, ich könnte sagen, die Deutschen haben gelernt"
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte auf dem Fünften Welt-Holocaust-Forum am Donnerstag im Gedächtnismuseum Yad Vashem in Jerusalem, Deutschland habe immer noch mit dem "gleichen Übel" zu tun, das für den Holocaust verantwortlich war.

In Jerusalem hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor Holocaust-Überlebenden zu deutscher Verantwortung für die Verbrechen aus der NS-Zeit bekannt. 

Steinmeier sagte in seiner Rede auf dem Fünften Welt-Holocaust-Forum am Donnerstag im Gedächtnismuseum Yad Vashem in Jerusalem, Deutschland habe immer noch mit dem "gleichen Übel" zu tun, das für den Holocaust verantwortlich war.

Ich wünschte, ich könnte sagen, dass wir Deutschen ein für alle Mal aus der Geschichte gelernt haben. Aber das kann ich nicht sagen, wenn sich Hass ausbreitet. Ich kann das nicht sagen, wenn jüdische Kinder auf dem Schulhof bespuckt werden, ich kann das nicht sagen, wenn grober Antisemitismus in angebliche Kritik an der israelischen Politik gehüllt ist. Und ich kann das nicht sagen, meine Damen und Herren, wenn nur eine dicke Holztür verhindert, dass ein rechter Terrorist in einer Synagoge in der Stadt Halle am Jom Kippur ein Massaker, ein Blutbad, anrichtet.

Er beschwor, dass der Holocaust "nie wieder" geschehen dürfe.

Steinmeier hielt seine Rede auf Englisch, um keine Holocaust-Überlebenden im Publikum zu beleidigen, indem er auf Deutsch sprach.

Am 9. Oktober 2019 fand in Halle  ein Anschlag statt. Zwei Menschen wurden getötet, nachdem ein Mann eine Synagoge, in der die jüdische Gemeinde den Feiertag Jom Kippur, dem heiligsten Tag im jüdischen Kalender, feierte, überfallen wollte. Eine Passantin wurde vor der Synagoge in der Nähe eines jüdischen Friedhofs erschossen, anschließend ein Mann in einem Imbisslokal.

Die Zeremonie markiert den 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz und den Internationalen Holocaust-Gedenktag. Auf dem Programm standen Reden von Staatsoberhäuptern und Holocaust-Überlebenden.

Die Absage Polens überschattet die Gedenkfeiern

Überschattet wurde die Jerusalemer Gedenkveranstaltung von der Absage des polnischen Präsidenten Andrzej Duda. Die Begründung des polnischen Präsidenten für seine Absage: Er dürfe, anders als der russische Präsident Wladimir Putin, keine Ansprache halten. Ihm die Möglichkeit zu verweigern, die polnischen Holocaust-Opfer zu ehren, komme einer "Verzerrung der historischen Wahrheit" gleich, kritisierte Duda.  

Dahinter steht ein tiefgreifender Geschichtsstreit zwischen Warschau und Moskau.

Mehr dazu – Das polnische Unbehagen am Holocaust-Gedenken und die Parteinahme der deutschen Journalisten

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