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Serbien: Heftige Ausschreitungen gegen erneuten Corona-Lockdown – Sturm auf Parlament

Serbien: Heftige Ausschreitungen gegen erneuten Corona-Lockdown – Sturm auf Parlament
Tausende Menschen sind gestern Abend vors Parlament in Belgrad gezogen, um ihrer Wut über die Ankündigung des serbischen Präsidenten, einen erneuten Corona-Lockdown zu verhängen, Ausdruck zu verschaffen. Es kam zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei, da zahlreiche Demonstranten versuchten ins Parlament einzudringen. Das Balkanland hatte am Dienstag die höchste eintägige Todesrate durch das Coronavirus gemeldet.

Vor dem Haus der Nationalversammlung versammelten sich Tausende wütende Menschen, die zum Teil versuchten, das Gebäude zu stürmen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menschenmenge zu zerstreuen. Demonstranten warfen im Gegenzug Gegenstände und Fackeln auf die Polizisten. Berichten zufolge wurden mehrere Polizeibeamte und Demonstranten dabei verletzt.

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Die wutentbrannte Menge rief immer wieder "Rücktritt!". Ausgelöst wurden die Unruhen durch die Ankündigung von Präsident Aleksandar Vučić, der die Virussituation in der serbischen Hauptstadt Belgrad als "alarmierend" und "kritisch" bezeichnet. Die Krankenhäuser der Stadt würden an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Deshalb, so Vučić, werde die Regierung ab Freitag wieder eine Ausgangssperre verhängen. Diese soll "wahrscheinlich" von 18.00 Uhr am Freitag bis 5.00 Uhr am Montag dauern. Zudem dürfen sich Menschen, drinnen wie draußen, höchstens in Gruppen von fünf Personen aufhalten. 

Das Gesundheitsministerium erklärte, dass in Serbien innerhalb von 24 Stunden 13 Menschen gestorben seien und 299 neue COVID-19-Fälle registriert wurden.

In Serbien herrschte seit März eine der strengsten Corona-Lockdowns in Europa. Während des Wahlkampfes ist dieser jedoch Anfang Juni großzügig gelockert worden, sogar Großveranstaltungen waren wieder möglich. Vučić Partei gewann dann deutlich die Parlamentswahlen, die wegen der Pandemie vom 26. April auf den 21. Juni verschoben worden waren. Von Protestseite wirft man ihm vor, nur wegen des Wahlkampfes das Land wieder geöffnet zu haben und jetzt, wo dieser vorbei ist, wieder unpopuläre Restriktionen einzuführen. Vučić bestreitet die Vorwürfe. 

Seit Beginn der Pandemie in Serbien verzeichnete das Land insgesamt 16.719 bestätigte Fälle und 330 virusbedingte Todesfälle.

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