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Ukrainischer Oligarch: NATO soll sich Pampers kaufen

Ukrainischer Oligarch: NATO soll sich Pampers kaufen
Während der Präsidentschaftswahlen versuchte man Wladimir Selenskij als Marionette des Oligarchen Igor Kolomojskij darzustellen. Auf dem Plakat in Lwow stand: "Diener des Oligarchen/Puppe des Oligarchen".
Die Ukraine der Post-Maidan-Zeit hat sich offensichtlich nicht so entwickelt, wie es einer der Financiers des Putsches im Jahr 2014 gerne gehabt hätte. Die USA lassen Präsident Wladimir Selenskij im Regen stehen. Eine Annäherung an Moskau erscheint möglich.

Die Hoffnungen nach den Protesten im Winter 2013/2014 auf dem zentralen Maidan-Platz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurden nicht erfüllt. Der Putsch gegen den gewählten Präsidenten Wiktor Janukowitsch im Februar 2014, durchgeführt von radikalen Ultranationalisten mit Unterstützung aus dem Ausland, sollte den Weg in Richtung Westen ebnen. Oligarchen wie Igor Kolomojskij, obwohl selbst ein jüdischer Ukrainer mit israelischem Pass, finanzierten Schlägertrupps wie den Rechten Sektor und machten später Jagd auf die russischsprachige Bevölkerung im Osten der Ukraine, die den Putsch in Kiew nicht guthieß. 

Der russische Präsident Wladimir Putin und der ehemalige kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew in Moskau, Russland, 7. September 2019.

Doch statt EU- und NATO-Beitritt, wie von vielen Ukrainern erhofft und vom damaligen Präsidenten Petro Poroschenko immer wieder in Aussicht gestellt, wurde nichts. Stattdessen schickte Kiew seine Truppen gegen die eigene Bevölkerung in den Donbass und schreckte nicht davor zurück, offen rechtsradikale und sogar mit dem Nazismus sympathisierende Milizen für diesen Zweck einzusetzen. Auch hier mischte Kolomojskij ganz vorne mit und zahlte Millionen an Bataillone wie "Aidar", "Dnipro" oder "Asow".

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Nachdem sich der Oligarch aber mit Petro Poroschenko verwarf, unterstützte er den in der Ukraine beliebten Komödianten Wladimir Selenskij bei dessen Wahlkampf gegen Amtsinhaber Poroschenko. Mit überwältigender Mehrheit wurde Selenskij im Frühjahr 2019 zum Präsidenten der Ukraine gewählt.

Bislang hielt sich sein Sponsor mit einer klaren politischen Positionierung zurück. Aber nachdem Selenskij in den Sturm des innerpolitischen US-Orkans geriet und aufgrund eines Telefonats zwischen ihm und US-Präsident Donald Trump Vorwürfe von Amtsmissbrauch aufgekommen sind, ist Kolomojskij in einem Interview mit der New York Times mit deutlichen Worten aus der Deckung gekommen.

Es wäre an der Zeit für die Ukraine, den Westen aufzugeben und sich wieder Russland zuzuwenden, sagte er. "Wir müssen unsere Beziehungen verbessern", so Kolomojskij weiter. Und dann holte er gegen die USA aus:

Die Leute wollen Frieden, ein gutes Leben, sie wollen nicht im Krieg sein. Und ihr zwingt uns im Krieg zu sein, und gebt uns nicht einmal Geld dafür.

Dieser ganze politische Rummel in den USA rund um Donald Trump und das Amtsenthebungsverfahren, hätten ihn vollends davon überzeugt, dass es für die Ukraine keinen Platz im Westen gibt. Man müsse sich der Realität stellen, sagte er weiter, dass die EU und NATO sein Land niemals aufnehmen würden. "Ihr alle werdet uns nicht annehmen". Er habe seine Meinung und Einstellung gegenüber Russland nicht geändert, doch der Westen habe die Ukraine enttäuscht. Und Kiew müsse schließlich seine eigenen Interessen verfolgen, und wenn es nicht mit dem Westen klappt, dann eben mit Russland.

Es bringt nichts, Zeit für leeres Geschwätz zu verschwenden. Während Russland es lieben würde, uns in einen neuen Warschauer Pakt zu bringen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika würden die Ukraine nur dazu benutzen, um Moskau geopolitisch zu schwächen:

Krieg gegen Russland, bis auf den letzten Ukrainer.

Eine Wiederannäherung an Moskau sei für Kiew eine Frage des wirtschaftlichen Überlebens geworden. Das Kriegstrauma in der Ostukraine wäre in "fünf, zehn Jahren" vergessen, meinte er. Russland könnte beispielsweise die Kredite des Internationalen Währungsfonds ersetzen, nachdem diese zuletzt die Auszahlung einer Kredittranche zurückgehalten hatte und damit die Regierung in Kiew verärgerte. Moskau "würde uns noch heute" das Geld geben, zeigte sich Kolomojskij sicher. Und was wäre ohnehin der schnellste Weg um die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn zu normalisieren? "Nur Geld", beantwortete er selbst seine rhetorische Frage. 

Sollte Trump die Präsidentschaftswahlen nächstes Jahr verlieren und die Demokraten versuchen, Druck auf Kiew auszuüben, "gehen wir nach Russland". Und dann würden "russische Panzer in der Nähe von Krakau und Warschau stationiert", fügte er hinzu.

Eure NATO wird sich in die Hosen machen und Pampers kaufen.

Damit insinuierte Igor Kolomojskij, dass Russland wie zu Zeiten der Sowjetunion wieder Truppen an die Westgrenze nach Brest und Lwow verlegen könnte. Allerdings dürfte es sich bei diesen Mutmaßungen mehr um gezielte Seitenhiebe in Richtung Washington, Brüssel, Berlin und Warschau handeln, als um ernstgemeinte Absichten. Denn der ukrainische Oligarch erwähnte auch, dass er fieberhaft daran arbeite, die Voraussetzungen für ein Ende des Krieges in der Ostukraine zu finden, was er offensichtlich nicht im Interesse der USA hält. Deshalb wollte er der New York Times auch keine weiteren Einzelheiten nennen, weil die "Amerikaner es verbocken und sich dem entgegenstellen werden."

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