icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Schelte für Maas: Kein Dank an die USA für ihren Beitrag zur Wiedervereinigung

Schelte für Maas: Kein Dank an die USA für ihren Beitrag zur Wiedervereinigung
Heiko Maas (SPD) nimmt am 6. November 2019 bei der 123. Sitzung des Deutschen Bundestages teil.
Außenminister Maas hat ein weiteres Mal in kürzester Zeit Wut auf sich gezogen. Grund ist ein Gastbeitrag, der anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls veröffentlicht wurde. Maas wird nun vorgeworfen, die historische Rolle der USA ausgeklammert zu haben.

Medien in 26 Ländern der Europäischen Union haben am vergangenen Wochenende einen Gastbeitrag des deutschen Außenministers Heiko Maas (SPD) veröffentlicht. Darin appelliert er für mehr Zusammenhalt zwischen den europäischen Staaten und bedankt sich bei den Europäern für ihren Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung. So schreibt der SPD-Politiker: 

Der Herbst 1989 hat gezeigt, wozu wir Europäerinnen und Europäer imstande sind, wenn wir über nationale Grenzen hinweg denken und handeln.

Die Herausforderungen der Zukunft, wie etwa Globalisierung oder Migration, werde niemand alleine bewältigen können. "Wir werden in dieser Welt nur bestehen, wenn wir Europäer zusammenhalten", so Maas in seinem Gastbeitrag. 

Mehr zum Thema - "Märchenhaft und sentimental" - Historiker zum Mauerfall-Narrativ von Heiko Maas

Doch für den Teil in seinem Beitrag, in dem er sich für die Wiedervereinigung bedankt, prasseln nun wütende Reaktionen auf den deutschen Außenminister nieder. Maas schreibt darin etwa: 

Wir Deutsche wissen, wem wir dieses Glück verdanken: Den hunderttausenden Ostdeutschen, die für die Freiheit auf die Straße gegangen sind. Aber auch den Danziger Werftarbeitern, den singenden Revolutionären in den baltischen Ländern, den Ungarn, die als erste den Eisernen Vorhang durchtrennten, den Vordenkern der Charta 77 in Prag, den Kerzendemonstranten in Bratislava, den Aufständischen von Timișoara – all den Frauen und Männern, deren Freiheitswille Mauern und Stacheldraht hinwegfegte. Und wir verdanken es unseren Freunden und Bündnispartnern im Westen, aber auch Gorbatschows Politik von Glasnost und Perestroika, die den Weg ebneten zur Wiedervereinigung.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas bei einer Pressekonferenz in Ankara, Türkei, 26. Oktober 2019.

Doch wo bleibt der explizite Dank an die USA?

Dem 53-Jährigen wird nun vorgeworfen, dass er einem ganz wichtigen Akteur seinen Dank für dieses historische Ereignis nicht kundgetan hat – den USA. Mit "keiner Silbe" werde in dem Text etwa der Beitrag des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan oder der von George Bush sen. lobend erwähnt, kritisiert etwa die Bild-Zeitung. Der ehemalige US-Botschafter in Berlin, John Kornblum, kommentierte den Text ebenfalls: Maas bedanke sich "bei der halben Welt, aber erwähnt die Verdienste der Amerikaner für Deutschland und die Wiedervereinigung an keiner Stelle", sagte er zu Bild.

Auch der frühere Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges, reagierte via Twitter mit einem ironischen "Bitte, gern geschehen" auf die nicht explizit zum Ausdruck gebrachte Dankbarkeit des deutschen Außenministers.

Sehr geehrter Herr Minister Maas, im Namen des verstorbenen Präsidenten Reagan, den Sie nicht erwähnen, und der Millionen amerikanischer Soldaten, die zusammen mit anderen NATO-Verbündeten in Westdeutschland gedient haben... Bitte, gern geschehen. Wir freuen uns sehr über ein wiedervereinigtes Deutschland.

Der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, reagierte indirekt auf die Worte von Maas. Er teilte via Twitter lediglich einen Beitrag des CDU-Politikers Norbert Röttgen. Darin bezeichnete der das Fehlen eines ausdrücklichen Dankes für den Beitrag der USA zum Mauerfall und der Wiedervereinigung als "einen historischen Fehler", der "völlig unverständlich ist".

Heiko Maas soll sich am Donnerstag mit dem US-Außenminister Mike Pompeo in Mödlareuth treffen. Der kleine Ort an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen war jahrzehntelang geteilt: Ein Teil des Ortes gehörte zur DDR, der andere zur Bundesrepublik. Maas und Pompeo wollen Teile der alten Grenzanlagen besichtigen. Der US-Außenminister kommt am Donnerstag nach Deutschland, um das Ende der Mauer vor 30 Jahren zu feiern. Er wolle unter anderem an die Rolle der Amerikaner bei den damaligen Geschehnissen erinnern, hieß es aus dem US-Außenministerium.

Mehr zum ThemaUS-Außenminister besucht Deutschland: "Entscheidende Rolle der USA beim Mauerfall betonen"

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen