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Russland bietet Iran Nutzung des Wolga-Don-Kanals für Ölexporte an

Russland bietet Iran Nutzung des Wolga-Don-Kanals für Ölexporte an
Ein iranischer Öltanker läuft vom Ölterminal Nekā ins Kaspische Meer aus (Bild vom 29. April 2004).
Über welche Macht die USA in Europa nach wie vor verfügen, zeigte sich zuletzt bei Festsetzung eines iranischen Öltankers in der Straße von Gibraltar. Damit Teheran weiter Öl an Kunden im Mittelmeer verkaufen kann, bietet jetzt Russland seine Hilfe an.

Washingtons Wille wurde im Fall des iranischen Supertankers "Grace 1" (jetzt "Adrian Darya 1"/Anm.) umgesetzt, obwohl nicht ein einziger US-Soldat bei der Erstürmung und Festsetzung am 4. Juli beteiligt war. Schwammige EU-Sanktionen und ein "Tipp" aus den USA haben gereicht, dass Großbritannien zusammen mit seiner kolonialen Dependenz Gibraltar zum Angriff blies. Dass die EU-Regierungen hinter diesem Angriff standen und ihn auch noch verteidigten, zeugt von der Statur und Haltung der Europäer gegenüber dem Weißen Haus.

Die Adrian Darya-1 am Sonntag vor ihrer Freigabe in Gibraltar

Trotz der Anpassung gibraltarischer Gesetze und Verlängerungen der Festsetzung des Tankers mussten die Briten die "Grace 1" am Ende freilassen. Die An- und Beschuldigungen erwiesen sich als haltlos und konnten nicht mal vor einem Gericht auf Gibraltar standhalten. Für Washington war die Sache damit aber noch nicht erledigt. Gedemütigt warnten die USA alle Anrainerstaaten im Mittelmeer davor, den nunmehr in "Adrian Darya 1" umgetauften Supertanker in ihren Häfen aufzunehmen. Damit würden sie sich der "Terrorunterstützung" schuldig machen und könnten entsprechend bestraft werden.

Für den Iran ist somit der herkömmliche Weg zur Erfüllung seiner Ölverkäufe an Länder wie Syrien oder die Türkei, die abhängig von der Größe bzw. Tiefe des Tankers bisher über den Sueskanal oder eben durch die Straße von Gibraltar beliefert wurden, zu gefährlich.

Um das Risiko einer erneuten Festsetzung durch eine europäische Armee zu minimieren, die zwangsläufig Auswirkungen auf die Stabilität im Persischen Golf haben würde, bot sich nun Russland als Alternative für die iranische Regierung an. Statt die Südroute über den Persischen Golf zu nutzen, könnten die Lieferungen für Kunden am östlichen Mittelmeer über das Kaspische und schließlich das Schwarze Meer transportiert werden.

Dafür könnten iranische Tanker den Wolga-Don-Kanal benutzen, der die beiden Binnenmeere miteinander verbindet. Mit dem Ölterminal in der Nähe der Stadt Nekā verfügt der Iran bereits über eine funktionierende Infrastruktur im Norden des Landes. Bis zu 250 Millionen Tonnen Öl und Ölderivate können hier gelagert werden.

Seit der Verhängung der westlichen Sanktionen gegen Russland nach der Wiedereingliederung der Halbinsel Krim in die Russische Föderation ist die Bedeutung der Öllieferungen im Kaspischen Meer gestiegen, seitdem Moskau sogenannte Bartergeschäfte mit dem Iran betreibt. Waren aus Russland werden im Gegenzug für Öl in die Islamische Republik Iran geliefert.

Regierungsvertreter der Krim betonten ebenfalls ihr Interesse an einem wachsenden Geschäftsvolumen mit Teheran. Georgi Muradow, Vizeministerpräsident der Krim, sagte der russischen Nachrichtenagentur TASS:

(Unser) gemeinsames Interesse einer Kooperation zwischen dem Iran und der Krim wächst, insbesondere angesichts der anti-iranischen US-Politik, der Sanktionen, die gegen dieses Land verhängt wurden, und der damit einhergehenden Konsequenzen. (…) Wir signalisieren auch unsere Bereitschaft, mit dem Iran fruchtbar zu kooperieren, und berücksichtigen verschiedene Optionen. So kann der Iran beispielsweise von unseren Hafenkapazitäten für Öllieferungen profitieren.  

Damit eröffnen sich dem Iran neue Möglichkeiten, um sich dem völkerrechtswidrigen Zugriff der USA auf seine Öltanker zu entziehen, die von allzu bereitwilligen EU-Staaten ausgeführt werden. Dieser eher aus der Not geborene Schritt könnte sich hingegen als weiterer Bestandteil der chinesischen Neuen Seidenstraße erweisen, für die die Krim eine wichtige Rolle spielt. So gibt es bereits Pläne für eine engere Kooperation zwischen der Halbinsel und der südchinesischen Provinz Hainan, der größten Insel Chinas und zugleich ein Touristenmagnet.

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