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Trump zeigt Verständnis für Kauf russischer S-400 Systeme der Türkei

Trump zeigt Verständnis für Kauf russischer S-400 Systeme der Türkei
Der türkische Präsident Erdogan mit dem US-Präsidenten Trump, G20-Gipfel, Osaka, Japan, 29. Juni 2019.
Die Türkei sei, nach Meinung des US-Präsidenten, gezwungen worden, das S-400 System aus Russland zu kaufen, da die vorherige US-Regierung den Verkauf des US-Patriot Systems an Ankara untersagt hatte. Trump lobte auch seine Beziehung zum türkischen Präsidenten.

US-Präsident Donald Trump hat Verständnis für die Entscheidung der Türkei geäußert, das russische Raketenabwehrsystem S-400 zu kaufen. Er habe eine "sehr gute" Beziehung zu dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und die Situation sei sehr schwierig, sagte Trump am Dienstag während einer Kabinettssitzung auf Fragen von Journalisten. Die Türkei sei "gezwungen worden, das russische System zu kaufen", da die demokratische Vorgängerregierung das US-amerikanische Patriot-System nicht an Ankara verkauft habe.

Ein F-35 Kampfjet auf der ILA in Berlin (25. April 2018)

Der Republikaner bestätigte damit ein Argument der türkischen Regierung. Ähnlich hatte er sich bereits am Rande eines Treffens mit Erdoğan in Japan geäußert. Der designierte US-Verteidigungsminister Mark Esper kritisierte die Türkei dagegen am Dienstag. Die Entscheidung der Türkei über die S-400 sei "falsch und enttäuschend", sagte er bei einer Anhörung im US-Kongress. Er betonte, die Regierung in Ankara könne nicht beide Systeme haben.

Der Kauf des russischen Systems sorgt seit Monaten für Streit zwischen den USA und der Türkei. Washington befürchtet nach eigenen Angaben, dass Russland über das Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten der neuen US-Kampfjets F-35 gelangt. Die Türkei ist Partner beim Bau der F-35 und soll etwa 100 Jets bekommen. Das Pentagon droht damit, die Türkei Ende Juli aus dem F-35-Programm auszuschließen.

Trump sagte bei der Kabinettssitzung, es sei der Türkei nun verwehrt, die 100 Kampfjets zu kaufen, worüber der Rüstungskonzern Lockheed Martin "nicht gerade glücklich" sei:

Wir haben eine Situation, in der die Türkei sehr gut zu uns war, sehr gut. Und jetzt sagen wir der Türkei, dass wir ihr die F-35-Kampfjets nicht verkaufen, weil sie gezwungen war, ein anderes Raketensystem zu kaufen.

Archivbild

Trumps Regierung hatte in den vergangenen Wochen auch mit Sanktionen gedroht. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte am Dienstag (Ortszeit), Trump und US-Außenminister Mike Pompeo prüften derzeit noch die verschiedenen Optionen und Sanktionen würden vorbereitet. Die US-Regierung werde öffentlich dazu Stellung nehmen, sobald die Überlegungen abgeschlossen seien.

Die Lieferung der S-400 von Russland an die Türkei hatte am Freitag begonnen. Inzwischen ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara das zwölfte Flugzeug mit russischen Raketenteilen auf dem Luftwaffenstützpunkt Mürted (früher Akıncı) bei Ankara gelandet. Die Türkei hatte in der vergangenen Woche erklärt, man überlege, ebenfalls das Patriot-System zu erwerben. Bisher hatte die Regierung in Ankara argumentiert, das Angebot der USA sei nicht so gut wie das aus Russland. Sie gab auch an, dass man in früheren Jahren mehrfach Patriot-Systeme habe kaufen wollen, die US-Regierung dies aber abgelehnt habe. 

(rt deutsch/dpa) 

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