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Facebook deckt israelische Kampagne zur Wahlmanipulation in Dutzenden Ländern auf

Facebook deckt israelische Kampagne zur Wahlmanipulation in Dutzenden Ländern auf
Kommt nicht aus den Schlagzeilen: Facebook
Nur kurz nach dem WhatsApp-Desaster beschäftigte erneut ein israelischer Fall den Technologiegiganten Facebook. Dieses Mal war es aber keine Spionagesoftware, sondern das, was man stets Russland vorwirft: Wahlmanipulationen in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Der Chef der Abteilung für Cybersecurity, Nathaniel Gleicher, wandte sich am Donnerstag offiziell an die Medien. Facebook habe an diesem Tag auch 65 Konten, 161 Seiten, 23 Gruppen, zwölf Events und auch vier Instagram-Konten gelöscht, die durch "koordiniertes, nicht authentisches Verhalten" aufgefallen waren. Diese Aktivitäten hätten ihren Ursprung in Israel gehabt und sich vor allem auf Angola, Niger, Nigeria, Senegal, Togo, Tunesien und einige Länder in Südostasien und Lateinamerika fokussiert.

Der Chat-Dienst WhatsApp wird weltweit von über 1,5 Milliarden Menschen genutzt.

Die Urheber dieser Aktionen gaben sich in den Zielländern als Einheimische und lokale Nachrichtensender aus, die angebliche Leaks über Politiker, Informationen zu Wahlen und Politik im Allgemeinen in den Ländern veröffentlichten. Insgesamt folgten 2,8 Millionen Nutzer diesen Konten, und die Gruppen verfügten jeweils über mindestens 5.500 Teilnehmer.

Obwohl sich die Verfasser der verschiedenen Posts Mühe gegeben haben, ihre Identitäten zu verschleiern, konnte Facebook einen Teil dieses Netzwerkes auf das israelische Unternehmen Archimedes Group zurückführen. Gleicher meinte aber, man könne nicht über die Motive von Archimedes spekulieren, die "kommerziell oder politisch sein könnten". Das israelische Unternehmen investierte im Zeitraum von Dezember 2012 bis April 2019 etwa 812.000 US-Dollar in Anzeigen bei Facebook, die in US-Dollar, israelischen Schekel und brasilianischen Rial bezahlten wurden.

Facebook veröffentlichte einige Beispiele dieser platzierten Anzeigen:

Facebook deckt israelische Kampagne zur Wahlmanipulation in Dutzenden Ländern auf
Übersetzung: Martin Fayulu, der nur sich selbst treu ist, kritisiert und lehnt das Ergebnis der Präsidentschaftswahl ab, die sich transparent und in vorbildlicher Ruhe entfaltet hat. Es ist Zeit für ihn, seine Niederlage gegenüber dem demokratisch gewählten Präsidenten Tshisekedi einzugestehen.

Dieser Post bezieht sich auf die kongolesischen Präsidentschaftswahlen am 30. Dezember 2018, wo sich über den Präsidentschaftskandidaten Martin Fayulu lustig gemacht wird, der Félix Tshisekedi unterlegen war. Allerdings haben viele Regierungen und Wahlbeobachter das Ergebnis der Wahlen angezweifelt, nachdem es zu Unregelmäßigkeiten kam.

Die Archimedes Group wirbt auf ihrer Internetseite mit dem Slogan "Siegreiche Kampagnen weltweit". Doch abgesehen davon gibt es auf der Seite selbst keine weiteren Informationen zum Unternehmen oder dessen Aktivitäten. Geschäftsführer ist Berichten zufolge Elinadav Heymann, der als Experte für das schweizerische Unternehmen negotiations.ch zur Verfügung stand. Doch die Schweizer wollten offensichtlich nach Bekanntwerden des Facebook-Skandals keine negative Aufmerksamkeit erhalten und löschten ihn von der Liste, doch im Internetcache war die Listung noch auffindbar:

Facebook deckt israelische Kampagne zur Wahlmanipulation in Dutzenden Ländern auf
Internetcache von negotiations.ch über Elinadav Heymann, Geschäftsführer des israelischen Unternehmens Archimedes Group

Aus dieser Vita geht hervor, dass Heymann ein ranghoher Geheimdienstoffizier der israelischen Luftwaffe war und sich als Sprecher und Berater für die Knesset (Parlament) engagierte. Außerdem leitete Heymann die in Brüssel sehr einflussreiche Lobbyorganisation European Friends of Israel (EFI) – mit über 1.000 Mitgliedern aus Europäischem Parlament, EU-Rat und EU-Kommission –, bevor er die Führung der Archimedes Group übernahm.

Auch wenn Facebook nicht beurteilen kann, ob es sich um kommerzielle oder politische Aktivitäten gehandelt hat, was Hinweise auf die Auftraggeber des israelischen Unternehmens hätte liefern können, so gibt es dennoch einige Übereinstimmungen mit der Regierungspolitik Israels.

In den genannten afrikanischen Ländern hat Israel – in manchen wie Angola zum Beispiel schon seit Jahrzehnten – in den letzten Jahren gesteigertes Interesse daran, sich Ressourcen, Absatzmärkte und Stimmen bei den Vereinten Nationen zu sichern. Erst Mitte Februar hielt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Präsentation vor Vertretern der Conference of Presidets of Major American Jewish Organizations, einer weiteren einflussreichen US-Lobbyorganisation, in Jerusalem ab, wo er über "Israels Rückkehr nach Afrika" referierte.   

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