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Venezuela: Guaidós Putschversuch gescheitert

Venezuela: Guaidós Putschversuch gescheitert
Am Dienstag in Caracas: Guaidó fährt vorbei, die Unterstützer freuen sich
Am Dienstagmorgen erklärte Oppositionsführer Guaidó in Caracas, die Unterstützung des Militärs zu haben – und rief dieses auf, die Regierung Maduro zu stürzen. In der Folge passierte wenig. Auch diese versuchte Machtübernahme Guaidós scheint damit gescheitert.

Der von Oppositionsführer Juan Guaidó am Dienstagmorgen gestartete Putschversuch in Venezuela ist nach bisherigem Stand kläglich gescheitert. Am frühen Nachmittag (Ortszeit) kam es auf den Schnellstraßen nördlich der Luftwaffenbasis La Carlota noch zu Zusammenstößen zwischen Randalierern und Sicherheitskräften. An einen Militärputsch erinnerte dabei wenig.

Mehr zum Thema - Von USA unterstützter "Interimspräsident" Guaidó ruft zum militärischen Aufstand in Venezuela auf

Am Dienstagmorgen hatte Guaidó noch in einem vor der Basis aufgezeichneten Video zum militärischen Aufstand gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro aufgerufen. Umringt von Soldaten, erklärte Guaidó, dass der Moment gekommen sei. "Die Usurpation endet heute."

Auf Twitter erklärte er ebenfalls am Morgen, die Unterstützung der Streitkräfte zu besitzen. 

Die nationalen Streitkräfte haben die richtige Entscheidung getroffen, sie können mit der Unterstützung des venezolanischen Volkes, mit der Unterstützung unserer Verfassung und mit der Garantie rechnen, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Es gilt, die Streitkräfte einzusetzen, um die Beendigung der Usurpation zu erreichen.

Anders als zunächst behauptet, befanden sich Guaidó und seine Anhänger zu keinem Zeitpunkt innerhalb der Luftwaffenbasis, sondern standen auf der Straße davor.

Am Vormittag bestätigte ein Sprecher der amtierenden Regierung, dass eine kleine Gruppe von Militärs einen Putschversuch unternommen hat:

Wir informieren das venezolanische Volk darüber, dass wir es derzeit mit einer kleinen Gruppe von Militärverrätern zu tun haben, die sich in Altamira positioniert haben, um einen Putsch gegen die Verfassung und den Frieden der Republik zu fördern.

Der Präsident der Verfassunggebenden Versammlung Diosdado Cabello kündigte vor Regierungsanhängern an, dass die Verantwortlichen für die Ereignisse zur Rechenschaft gezogen würden.

Nach Guaidós Aufruf kam es in mehreren Teilen der Hauptstadt Caracas zu spontanen Kundgebungen von Oppositionsanhängern. Im Rest des Landes blieb es ruhig.

Die Spitzen der venezolanischen Streitkräfte bekundeten umgehend ihre Unterstützung für die Regierung. Auf internationaler Ebene erhielt Maduro Unterstützung von Bolivien und Kuba. Die USA begrüßten erwartungsgemäß den Putsch und bekundeten ihre Unterstützung.

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, nannte den Putschversuch auf Twitter einen "historischen Moment": 

Der heutige 30. April markiert einen historischen Moment für die Rückkehr zu Demokratie und Freiheit in Venezuela, den das Europäische Parlament stets unterstützt hat. Die Befreiung des Sacharow-Preisträgers @leopoldolopez
durch Militärs im Einklang mit der Verfassung ist eine gute Nachricht. Vamos! Freiheit für Venezuela!

Der deutsche Außenminister Heiko Maas äußerte sich ambivalent. Er bekundete zwar seine fortgesetzte Unterstützung für Guaidó, warnte aber vor einer militärischen Lösung.

Schon am Mittag war klar, dass sich die Ereignisse nicht in die von Guaidó gewünschte Richtung entwickelten und keine Dynamik entfalteten. Die angebliche "Unterstützung des Militärs" stellte sich auf den Bildern als die einiger weniger Soldaten heraus. Der selbst ernannte "Interimspräsident" hatte in diesem Punkt offenbar gelogen.

Die Oppositionsführer verließen bald den Schauplatz am Luftwaffenstützpunkt und überließen ihn ihren Anhängern, die randalierten und sich Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften lieferten.

Nach Meldungen vom Nachmittag (Ortszeit) bewegten sich die Oppositionsanhänger auf den Präsidentenpalast Miraflores zu, wo sich bereits Regierungsanhänger versammelt hatten. Die Regierung warnte die Oppositionellen, dass der Palast, wenn nötig, mit Waffengewalt verteidigt werde.

Am Nachmittag äußerte sich auch der Nationale Sicherheitsberater der USA John Bolton zu den Ereignissen in Venezuela. Er sprach wieder einmal von der "überwältigenden Unterstützung", die Guaidó in seinem Land genieße, und sicherte ihm die anhaltende Unterstützung der USA zu.

Auf Reporterfragen hin erklärte Bolton, dass es sich bei den Ereignissen in Caracas gar nicht um einen Putsch handeln könne, weil Guaidó ja der rechtmäßige Präsident des Landes sei, der gemäß der Verfassung den Befehl über die Streitkräfte innehabe.

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