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"Judas Watch" - Webportal listet Politiker als Agenten "jüdischen Einflusses"

"Judas Watch" - Webportal listet Politiker als Agenten "jüdischen Einflusses"
Der Judenstern war ein vom nationalsozialistischen Regime eingeführtes Zwangskennzeichen für Personen, die nach den Nürnberger Gesetzen von 1935 rechtlich als Juden galten.
Ein österreichischer Ex-Politiker findet völlig überraschend seinen Namen auf der Webseite "Judas Watch" wieder. Das Webportal gibt an, "anti-weiße Verräter", "Subversive" und "den jüdischen Einfluss" zu dokumentieren. Auch deutsche Persönlichkeiten stehen auf der Liste.

von Timo Kirez

Der Schock muss gesessen haben: Der ehemalige österreichische Politiker Matthias Strolz findet sich auf einer Liste der Webseite "Judas Watch" als "anti-weißer Verräter", "Agitator", "Subversiver" oder "Agent des jüdischen Einflusses" wieder. Aufmerksam wurde Strolz auf die Webseite offenbar durch die Recherchearbeit einer italienischen Journalistin, wie er in seinem ironischen Tweet nach dem Motto "werden schon Deportationslisten erstellt?" hinweist:

Kaum war der Tweet von Strolz in der Welt, geriet die österreichische Twitter-Landschaft in Aufruhr. Denn Strolz ist nicht allein. Auch der amtierende österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz findet sich auf der Liste. Die Begründung auf der Webseite: Weil Kurz dabei geholfen habe, die Holocaust-Definition der Internationalen Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) für Österreich zu übernehmen. Und: Weil er bei einem Besuch in Israel an Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag teilnahm und dabei sagte: "Wir werden uns im Kampf gegen den Antisemitismus nicht ausruhen".

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Wer hinter der ominösen Webseite steckt, ist nicht bekannt. Man kann zwar Kontakt mit den Administratoren aufnehmen und sogar Geld spenden, aber ein Impressum gibt es nicht. Als Mission gibt die Webseite an:

Judas Watch ist eine streng faktenbasierte Datenbank, die anti-weiße und anti-westliche Aktivitäten dokumentiert. Ziel ist es, die Existenz und Verbreitung eines international koordinierten Netzwerks zu beweisen, das gegen weiße Menschen und ihre Interessen arbeitet.

Zu diesem Zweck listet die Webseite Persönlichkeiten aus über 48 Ländern auf. Unterteilt werden die Personen jeweils nach "Sehr einflussreich" (A), "Medium einflussreich" (B) und "Wenig einflussreich" (C). Und wie von einer derartigen Webseite nicht anders zu erwarten, bekommen jüdische Persönlichkeiten auf der Liste einen Davidsstern vorangestellt. Auch deutsche Namen finden sich auf der Liste. So zum Beispiel Angela Merkel, Sigmar Gabriel, Martin Schulz, Sahra Wagenknecht und Wofgang Schäuble - um nur einige Beispiele zu nennen.

"Judas Watch" - Webportal listet Politiker als Agenten "jüdischen Einflusses"
Selbst der ehemalige Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger findet sich auf der Webseite wieder. Unter anderem, weil er sich gegen die Diskriminierung von Homosexuellen einsetzt.

Auch auf Twitter ist die Webseite präsent. So unter anderem auch mit einer Art Kolumne unter dem Titel "Jewish War on Free Speech", ("Jüdischer Krieg gegen freie Meinungsäußerung"), verantwortlich für die Kolumne zeichnet ein gewisser "Karl Radl". Eine Anspielung auf einen SS-Obersturmbannführer gleichen Namens, der Adjutant von Otto Skorzeny und an der Befreiung Mussolinis, dem sogenannten "Unternehmen Eiche" am 12. September 1943, beteiligt war.

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