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Telefonstreich: OPCW-Chef spricht über Skripal und Syrien mit Schein-Ministerpräsidenten

Telefonstreich: OPCW-Chef spricht über Skripal und Syrien mit Schein-Ministerpräsidenten
Ihre Telefonstreiche füllen bereits ein ganzes Buch: Wladimir Kuznetsow und Alexej Stoljarow in Moskau während der Präsentation ihres Werkes "Vovan & Lexus: For Whom the Phone Rings"
Der OPCW-Chef Ahmet Üzümcü nahm sich die Zeit, um am Telefon die Fragen des polnischen Ministerpräsidenten zum Fall Skripal und Giftgas in Syrien ausführlich zu beantworten. Doch es handelte sich um einen Fake-Anruf eines russischen Komiker-Duos.

Die beiden russischen Komiker Wladimir Kuznetsow und Alexej Stoljarow, auch als Vovan & Lexus bekannt, haben wieder zugeschlagen. Nachdem sie im Dezember die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, mit einem Fake-Telefonanruf hereingelegt und der Lächerlichkeit preisgegeben hatten, war nun der Chef der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) an der Reihe.

Wie auch im Fall Haleys gaben sie sich bei ihrem Telefonstreich (Neudeutsch: "Prank-Call") gegenüber Ahmet Üzümcü als der polnische Ministerpräsident aus. Stoljarow schlüpfte in die Rolle von Mateusz Morawiecki und führte auf Englisch ein gut 20-minütiges Gespräch mit dem arglosen Üzümcü.  

Darin ging es zunächst um die Skripal-Affäre und den Erkenntnissen der OPCW dazu. Üzümcü bestätigte, was die OPCW-Ermittler bereits in ihrem Abschlussbericht dargelegt hatten: Das gegen Sergej und Julia Skripal verwendete Nervengift sei von so reiner Qualität, dass eine Herstellung von privater Seite auszuschließen sei. Als staatlicher Akteur komme aber nicht nur Russland in Frage: "Es könnte in jedem Staat hergestellt worden sein", sagte Üzümcü, der im Wesentlichen die bereits öffentlich bekannte Position seiner Organisation zum Fall Skripal bekräftigte.

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In der zweiten Hälfte des Telefonats ging es um den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien, der sich am 7. April in der Kleinstadt Duma ereignet haben soll. Eine Woche später waren Inspekteure der OPCW in Damaskus eingetroffen, um den Vorfall zu untersuchen. Erst am vergangenen Wochenende war es ihnen jedoch gelungen, in Duma vor Ort Beweismittel zu sammeln.   

Russische Militärpolizisten in Duma. Laut Vorwürfen des Westens beseitigt das russische Militär dort Beweise für einen Chemiewaffeneinsatz.

Während westliche Regierungen Moskau unterstellten, die OPCW-Ermittlungen zu behindern und den Inspekteuren den Zugang zu verweigern, zeichnet Üzümcü ein anderes Bild. Er wies darauf hin, dass das OPCW-Team bei seiner ersten Erkundungstour nach Duma am Dienstag vergangener Woche unter Beschuss geraten war und sich deshalb zurückziehen musste. Dabei sei ein russischer Militärpolizist verletzt und die beiden Angreifer getötet worden. Die Sicherheit der OPCW-Mitarbeiter habe "oberste Priorität", so Üzümcü, der keinerlei Andeutungen machte, die syrischen Behörden und ihre russischen Partner würden sich nicht kooperativ verhalten.

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Auch hierbei handelt es sich um keine neue Erkenntnis. Denn der OPCW-Chef hatte bereits in einer Stellungnahme vom 18. April darauf hingewiesen, dass es Sicherheitsbedenken der zuständigen UN-Abteilung waren, die eine frühere Arbeitsaufnahme in Duma verhinderten, und nicht eine Blockade durch russische oder syrische Militärs. Am Mittwoch hatten die OPCW-Inspekteure Duma ein zweites Mal besucht.

Die OPCW bestätigte inzwischen gegenüber RIA Novosti die Echtheit des Telefonats. In der Stellungnahme heißt es:

Natürlich tut es uns sehr leid, dass das passiert ist. Ton und Transkript des Gesprächs zeigen, dass der OPCW-Chef sehr klar und konsequent die wichtige Arbeit der OPCW erklärt, unabhängig davon, ob er mit Vertretern der Mitgliedsstaaten der OPCW, einem Ministerpräsidenten oder einem Prankster spricht.

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