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Botschafter Jakowenko in London: "Beide Skripals können jederzeit nach Russland zurückkehren"

Botschafter Jakowenko in London: "Beide Skripals können jederzeit nach Russland zurückkehren"
Der russische Botschafter Alexander Jakowenko am 5. April 2018 in London. Trotz der sehr angespannten Lage zeigte sich der Diplomat während der Pressekonferenz erleichtert.
Russische und britische Behörden nahmen erstmals seit Ausbruch der diplomatischen Krise wieder Kontakt zueinander auf. Die Russen wollen Julia Skripal konsularisch betreuen und sie so schnell wie möglich nach Russland holen. Auch der Vater dürfe zurückkehren.

Nachdem sich der Zustand von Julia Skripal rasch verbessert hat, erfährt die so genannte Skripal-Affäre eine neue Dynamik. Cousine Wiktoria Skripal wartet derzeit auf ein britisches Visum und will das mutmaßliche Vergiftungsopfer am Montag besuchen. Gestern hätte Julia Skripal sie überraschend angerufen, teilte Wiktoria Skripal mit. Das Gespräch wurde von ihrem Mobiltelefon aufgezeichnet und wenig später im russischen Fernsehen dokumentiert.

Julia Skripal hat gesagt, dass es ihr gut gehe, über den Zustand ihres Vaters sagte sie, es gehe auch diesem gut, "er schläft zurzeit". Sie rief von einer unbekannten Nummer an und musste das Gespräch schnell beenden. Ihre Stimme klang verlegen. Wiktoria Skripal hatte jedoch keine Zweifel, tatsächlich mit ihrer Cousine gesprochen zu haben.

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Am Donnerstagabend hat die Botschaft der Russischen Föderation in London eine Eilnote vom britischen Außenministerium erhalten. Darin wurde die russische Vertretung darüber informiert, dass Julia Skripal nun in der Lage sei, zu entscheiden, ob sie konsularisch betreut werden möchte. Sie habe sich noch nicht entschieden, ob sie sich mit russischen Diplomaten treffen wolle.

Mehrere mysteriöse Todesfälle - London enthält Russland Informationen vor

Der russische Botschafter Alexander Jakowenko hatte sich zuvor während einer Pressekonferenz am Donnerstag öffentlich über die britische Seite beklagt. Diese habe internationale Verpflichtungen verletzt, indem sie der Vertretung den Zugang zu den zu Schaden gekommenen russischen Bürgern verwehrt und sie nicht ausreichend über deren gesundheitlichen Zustand informiert habe.

Jakowenko wies auch darauf hin, dass es in London in den letzten Jahren auffällig viele mysteriöse Morde oder sonstige Todesfälle an und unter prominenten oder wohlhabenden Russen gegeben habe. Die Ermittlungen dazu seien stets unter Ausschluss der russischen Seite und immer streng geheim verlaufen. Als Beispiel nannte er den Fall von Alexander Litwinenko, der angeblich mit radioaktivem Polonium vergiftet wurde, sowie den jüngst bekannt gewordenen Tod des Unternehmers Nikolai Gluschkow, zu dem die englische Behörden seit drei Wochen trotz russischer Anfragen schweigen. 

Das Hauptquartier der Organisation für ein Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag am 4. April 2018.

Jakowenko: "Keine Einwände gegen Rückkehr Sergej Skripals"

Ungeachtet der traurigen Anlässe war der Botschafter sichtlich positiv gestimmt. Zudem platzte die Nachricht über das Telefongespräch Julia Skripals mit deren Cousine mitten in seinen Presseauftritt. Daraufhin gab Jakowenko seiner Hoffnung Ausdruck, dass Julia Skripal bald nach Moskau zurückkehren werde. Sie habe dort einen Job, eine Wohnung. "Sie ist eine ziemlich wohlhabende Frau", sagte er. Auch Sergej Skripal könne, so dies sein Wunsch sei, jederzeit zurückkehren.

Russland wird keine Einwände haben. Damit gibt es keine Probleme", sagte der Diplomat.

Der jüngsten Abstimmung im Exekutivrat der OPCW, im Zuge derer Großbritannien zusammen mit den USA und EU-Staaten einen russisch-chinesisch-iranischen Resolutionsentwurf zum Untersuchungsverfahren im Fall Skripal blockiert hatte, konnte Jakowenko ebenfalls Positives abgewinnen. Immerhin hätten 17 Staaten sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten, während sechs für den russischen Vorschlag votierten. Die Briten hätten kein Recht, von der ganzen Welt zu sprechen, die hinter ihnen stünde. Die Welt außerhalb der westlichen Bündnisse distanziere sich vielmehr von den Briten, so der Botschafter.

Er könne sich gut vorstellen, dass nach der Absage an die russischen Ermittler vonseiten der OPCW zumindest chinesische oder indische Experten an den Analysen beteiligt werden könnten. Russland gehe es vor allem um Transparenz und Überprüfbarkeit im Zuge der Untersuchung, betonte Jakowenko. Es müsse ein internationales Team in dieser Sache ermitteln.

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