Neuer Hollywood-Blockbuster: Sex, Geld und Russland

Neuer Hollywood-Blockbuster: Sex, Geld und Russland
Anastasia Waschuketwitsch
In Thailand sitzt ein Escortgirl hinter Gittern, behauptet im Besitz brisanter Informationen zu sein, welche die Einmischung in die US-Wahlen durch Russland belegen. Auch der Oppositionelle Nawalny zweifelt an ihrer Geschichte. Das Escortgirl hofft auf Hilfe aus Washington.

Anastasia Waschuketwitsch ist Escortgirl, stammt aus Weißrussland und wurde letztes Wochenende im thailändischen Urlaubsparadies Pattaya gemeinsam mit neun anderen Personen verhaftet. Der Vorwurf gegen sie und die Anderen lautet, dass sie illegale Sexschulungen unterhielt. Im Austausch ihrer Freilassung offeriert sie brisante Informationen, welche die Verbindung Trumps nach Russland und die Wahleinmischung Moskaus belegen sollen. 

Es ist nicht belegt, dass Waschukewitsch über Informationen verfügt. Sie behauptet, eine Affäre mit dem Milliardär Oleg Deripaska gehabt zu haben und über Material zu verfügen, welches die Korruption zwischen Deripaska und Sergei Prichodko, dem stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten, belegt. Der Oppositionelle Nawalny nutzte die Behauptungen, um Deripaska Korruption unter Beteiligung der Regierung vorzuwerfen. Videomaterial einer privaten Feier wurde öffentlich, mit welchem Nawalny dies zu belegen versuchte. 

Paul Manafort, der ehemalige Wahlkampfleiter Donald Trumps, war vor Jahren für Deripaska tätig. Daher, so Waschukewitsch, könne sie bei der Spurensuche nach der Einflussnahme im US-Wahlkampf helfen. Sie hätte die ausstehenden Beweise. Deripaska verklagte das Escortmädchen und ihren Sex-Guru Alexander Kirillow mittlerweile, der mit ihr in Thailand verhaftet wurde. Dieser wähnt hinter der Verhaftung Russland. Es ginge nicht um Sex, sondern um Politik. 

Selbst der Oppositionelle Nawalny bezweifelt mittlerweile, dass Waschukewitsch über Beweise und Informationen verfügt, welche Trump belasten könnten: 

Ich denke, solche Aussagen werden gemacht, weil sie Angst um ihr eigenes Leben hat."

In einem Brief an die amerikanische Botschaft in Thailand schrieb sie: 

Die thailändische Polizei hat uns geschnappt, und jetzt planen sie, uns an Russland auszuliefern. Wir bitten euch, uns politisches Asyl zu gewähren und uns so bald wie möglich zu schützen, wir haben sehr wichtige Informationen für die USA und riskieren unser Leben." 

Auspacken will Waschukewitsch erst, wenn sie an einem sicheren Ort ist. Im Netz nennt sich Waschukewitsch "Kleiner Fisch".

Mehr zum Thema - New York Times listet US-Einmischungen in fremde Wahlen auf

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen