"Deutsche Welle" wird negativ bewertet: Das können nur russische Bots sein!

"Deutsche Welle" wird negativ bewertet: Das können nur russische Bots sein!
Die "Deutsche Welle" beschallt die Welt - Propaganda machen aber die anderen.
Der staatliche Auslandssender "Deutsche Welle" vermutet, dass eigene YouTube-Videos über die russische Innenpolitik Bot-Attacken ausgesetzt waren – innerhalb weniger Stunden seien die "Dislikes", also negative Internet-Bewertungen, in die Höhe geschnellt.

Angesichts einer Flut an negativen Bewertungen von Videos der Deutschen Welle (DW) zum russischen Präsidentschaftswahlkampf vermutet der deutsche Auslandssender nun Manipulation durch Bot-Attacken. Innerhalb weniger Stunden seien die negativen Bewertungen, die so genannten Dislikes, im Netz in die Höhe geschnellt, wie die DWberichtete.

Neben einem Interview mit dem rechtsextremen russischen Oppositionellen Alexei Nawalny betreffe das auch einen Bericht über die antirussischen Sanktionen der US-Regierung. Auch eine Satire-Tricksendung, in der es um die bevorstehende Präsidentenwahl ging, sei innerhalb von wenigen Stunden mit mehr als 20.000 Dislikes bewertet worden, wie das Medienmagazin DWDLmeldete.

Trick-Satire besonders stark betroffen

Bots sind Computerprogramme, die teil- oder vollautomatisch Inhalte in sozialen Netzwerken und Online-Medien bewerten oder kommentieren, um diese so zu manipulieren. Eine massenhafte negative Bewertung kann die weitere Verbreitung von Beiträgen in Netz beeinflussen.

Die Deutsche Welle schildert die angeblichen Attacken in bildhafter Sprache:

Die 'Dislikes' kamen wie ein Schwarm. Nur wenige Stunden war die Folge der im DW-Auftrag produzierten russischsprachigen Satire-Tricksendung 'Sapowednik' (Schutzgebiet) über die bevorstehende Präsidentenwahl in Russland auf YouTube. Quasi über Nacht standen wenigen hundert so genannten 'Likes' (Daumen-hoch-Symbol) über 20.000 'Dislikes' gegenüber. Zwei Tage später verdreifachte sich die Zahl auf über 60.000.

Hasst die ganze Welt DW?

Die DW hat die Zahlen nach eigenen Angaben selbst ausgewertet und ist demnach darauf gestoßen, dass viele der Dislikes aus Lateinamerika stammten. Bei einem anderen Video seien die schlechten Bewertungen aus Thailand, Indien, Vietnam und von den Philippinen gekommen. Die DW hat YouTube nach eigener Aussage um eine Bewertung gebeten, ob es sich dabei tatsächlich um Handlungen von Bots handele.

Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, bislang ist die DW selbst die einzige Quelle für die Anschuldigungen. Zunächst, und bis zum Beweis des Gegenteils, könnte man auch davon ausgehen, dass die tendenziöse Berichterstattung eines Auslandssenders auf Skeptizismus bei der jeweiligen Bevölkerung trifft - das geht auch RT Deutsch manchmal so. Solche Kritik am eigenen Produkt eine Manipulation zu nennen, ist möglicherweise vorschnell.

Die Beschwerden der Deutschen Welle werfen aber auch ein Licht darauf, dass Auslandssender in Russland von staatlichen Stellen relativ unbehelligt ihr ganzes propagandistisches Potenzial entfalten dürfen - während RT sich in den USA als "ausländischer Agent" deklarieren musste.

Mehr zum Thema - Nawalny-Reihe in Frankfurter Rundschau: Exemplarisch für Niedergang der Russland-Berichterstattung 

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen