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Politologe Alexander Rahr zieht Bilanz zur MSC: "Wohl die letzte Konferenz in Friedenszeiten"

Politologe Alexander Rahr zieht Bilanz zur MSC: "Wohl die letzte Konferenz in Friedenszeiten"
Gegen die Münchener Sicherheitskonferenz (MSC) gingen am Wochenende tausende Menschen in der bayrischen Landeshauptstadt auf die Straße.
Während die Konflikte auf der Welt eskalieren, reden die Großmächte aneinander vorbei, so das Fazit des Politologen Alexander Rahr zur Münchener Sicherheitskonferenz (MSC). In einer Neuauflage des Kalten Kriegs werde Russland immer stärker aus Europa hinausgedrängt.

Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC, auch SIKO) vom vergangenen Wochenende könnte "als die letzte friedliche" in die Annalen der Geschichte eingehen, sagte Alexander Rahr gleich zu Beginn des Gesprächs mit RT Deutsch.

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Der Politologe betonte, er wolle sich nicht in Prophezeiungen üben, aber die Konflikte der Welt seien nicht mal im Ansatz gelöst. Die gefährliche Spirale der Eskalation drehe sich immer weiter. Beispielsweise in Syrien, wo jede Konfliktpartei ein „eigenes Süppchen kocht“. Auch der Konflikt der USA mit Nordkorea nehme während der Olympischen Spiele lediglich eine Auszeit. Rahr rechnet deswegen damit, dass die nächste Sicherheitskonferenz viel konfrontativer verlaufen wird als die Diesjährige.

Besonders ausführlich sprach Rahr über die Ukraine-Krise, die er auch zu den gefährlichsten Konflikten zählt. Er wirft Kiew vor, der abtrünnigen Donbass-Region in der Ostukraine im Widerspruch zum Minsker-Protokoll keine Autonomie zugestehen zu wollen. Auch der Westen trage dazu bei, dass es keine Fortschritte bei der Beilegung des Konflikts gebe. So wolle der Westen eine "Kosovo-Lösung", bei der UN-Truppen im Donbass die Aufständischen entwaffnen und die Region anschließend wieder der Kontrolle Kiews überlassen.

Rahr sieht den Einfluss der Europäer beziehungsweise Deutschlands als Vermittler im Ukraine-Konflikt schwinden. Die Verhandlungen der Unterhändler Washingtons und Moskaus - Kurt Volker respektive Wladislaw Surkow - hätten einen viel größeren Einfluss auf den Verlauf des Geschehens als die im Rahmen des "Normandie-Formats" getroffenen Vereinbarungen, an dem Deutschland, Frankreich, Russland und die Ukraine beteiligt sind.

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Der Politikexperte, der in vielen deutsch-russischen Gremien aktiv ist, kritisierte in dem Gespräch auch die fehlende Akzeptanz der Europäer für Russlands Rolle auf dem europäischen Kontinent. Russische Positionen würden einfach als Propaganda und "Fake-News" abgetan. Zwar gebe es auch nennenswerte Kräfte, die Europa mit und nicht gegen Russland gestalten wollen, doch deren Einfluss schwinde. 

Das Gespräch fand am Rande der Veranstaltung "Das Fanal von Stalingrad. Befreiung statt Vernichtungskrieg – gute Nachbarschaft zu Russland statt Feindschaft" statt, wo Rahr einen Vortrag hielt.

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