International

Afghanistan: Bundeswehr zieht aus Kundus ab

Die Bundeswehr wird Kundus kommende Woche verlassen. Die dort stationierten hundert Soldaten werden in das nördliche NATO-Hauptquartier in Masar-i-Scharif versetzt. Während des 19 Jahre dauernden Einsatzes in Afghanistan wurden in Kundus 59 deutsche Soldaten getötet.
Afghanistan: Bundeswehr zieht aus Kundus abQuelle: Reuters © Fabrizio Bensch

In den kommenden Wochen zieht die Bundeswehr aus der afghanischen Provinz Kundus ab. Die dort fest stationierten rund hundert Soldaten sollen in das nördliche Hauptquartier der NATO-Ausbildungsmission Resolute Support in Masar-i-Scharif verlegt werden, wie das Einsatzführungskommando in Geltow bei Potsdam am Dienstagabend bestätigte.

Der besonders gesicherte Bundeswehrstützpunkt im "Camp Pamir" der afghanischen Armee soll aber bestehen bleiben. Je nach Bedarf sollen künftig Beraterteams dorthin geflogen werden. Eine ständige Bundeswehrpräsenz in Kundus wird es aber nicht mehr geben.

Insgesamt sind 1.250 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert, der größte Teil davon in Masar-i-Scharif. Der dritte Standort ist die Hauptstadt Kabul.

Die Entscheidung für einen Abzug aus Kundus wurde bereits im Spätsommer von der militärischen Führung des NATO-Einsatzes in Kabul getroffen. US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche beschlossenen, den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan zu beschleunigen. Bis zum 15. Januar soll die US-Truppenstärke von etwa 4.500 auf 2.500 Soldaten reduziert werden. Nur fünf Tage später, am 20. Januar, könnte Donald Trump von Joe Biden im Weißen Haus abgelöst werden, sollte Trump in den zahlreichen Klagen gegen die Wahlergebnisse bei der Präsidentschaftswahl unterliegen.

Die USA hatten mit den militant-islamistischen Taliban Ende Februar ein Abkommen unterzeichnet, das den schrittweisen Rückzug aller US- und NATO-Streitkräfte bis Ende April 2021 in Aussicht stellt. Die Taliban verpflichteten sich zu Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul, die im September aufgenommen wurden. Der Prozess geriet im Streit um Verfahrensfragen jedoch ins Stocken. 

Im Februar wollen die NATO-Verteidigungsminister entscheiden, wie sie in Afghanistan weiter verfahren werden. Die Bundeswehr hat deswegen mehrere Szenarien für einen Truppenabzug entworfen und bereits jetzt 100 Logistiker für die Planung und Abwicklung vor Ort bereitgestellt.

Insgesamt kamen in dem seit 19 Jahren andauernden Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr 59 Soldaten ums Leben, die meisten bei Anschlägen oder in Gefechten. Deutsche Soldaten wurden in Kundus immer wieder in längere Gefechte verwickelt.

Das deutsche Feldlager, in dem damals noch 900 Soldaten stationiert waren, wurde geschlossen. Erst im März 2018 kehrten 100 deutsche Soldaten nach Camp Pamir für die Beratung der afghanischen Armee nach Kundus zurück.

Mehr zum Thema - Afghanistan: Taliban begrüßen Abzug von 2.000 US-Soldaten

(rt/dpa)

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team