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"Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein" – Deutsche Schüler beim PISA-Test erneut verschlechtert

"Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein" – Deutsche Schüler beim PISA-Test erneut verschlechtert
Symbolbild
Laut jüngsten Ergebnissen der PISA-Studien haben sich die deutschen Schüler erneut verschlechtert. Als einen Grund nannte die OECD, die die Tests durchführt, die Belastungen des Bildungssystems durch die Flüchtlingskrise. Politiker und Wirtschaftsvertreter zeigen sich besorgt.

18 Jahre nach dem sogenannten "PISA-Schock" und dem danach folgenden Aufwärtstrend haben sich die Leistungen der deutschen Schüler wieder deutlich verschlechtert. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Demnach schnitten die Deutschen in allen drei Testbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften schlechter ab als zuletzt. Bereits vor drei Jahren hatten sich die Ergebnisse in zwei Bereichen wieder verschlechtert.

Kindergarten in Nürnberg im Februar 2017

Laut den Ergebnissen des Tests erreicht jeder fünfte 15-Jährige beim Lesen nur Grundschulniveau oder scheitert in Mathematik und Naturwissenschaften an einfachen Aufgaben. Hinzu kommt, dass die Jugendlichen immer häufiger die Lust am Lesen verlieren. Der bereits in früheren Tests festgestellte in Deutschland besonders starke Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und schulischem Erfolg wurde erneut bestätigt. 

Die neuesten Zahlen wurden am Dienstag in Berlin von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgestellt. Die jetzt ausgewerteten Tests waren 2018 durchgeführt worden. Nach Auffassung der für die PISA-Studien Verantwortlichen der OECD liegen die deutschen Schüler im Vergleich aber immer noch auf einem guten Niveau.

OECD-Vizegeneralsekretär Ludger Schuknecht erklärte jedoch auch, dass die Bundesrepublik ihre "Begeisterung für Bildung und Kompetenzen" erneuern und ihren Reformgeist wieder auf den Weg bringen müsse.

Als einen Grund für die Verschlechterung der Leistungen der deutschen Schüler nannte die OECD die gestiegene Belastung der Schulen durch die Migration:

Einer der Faktoren hinter dem Leistungsrückgang können die seit der Flüchtlingskrise gestiegenen Ansprüche an das Bildungssystem sein.

Ähnlich äußerte sich die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann. Gegenüber dem SWR sagte sie, dass die Ergebnisse weniger auf die Qualität der Schulen als auf den wachsenden Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund zurückzuführen seien. Laut AFP stieg dieser Anteil von 2009 bis 2018 von 18 auf 22 Prozent.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek zeigte sich mit den Ergebnissen des PISA-Tests unzufrieden. "Mittelmaß kann aber nicht unser Anspruch sein", erklärte. Ihr mache Sorgen, dass die Gruppe der leistungsschwachen Schüler wachse und gleichzeitig die Gruppe der leistungsstarken Schüler stagniere. Als Konsequenz forderte sie "eine nationale Kraftanstrengung für bessere Bildung". Ein von der Bundesregierung geplanter nationaler Bildungsrat – neben der föderalen Institution Kultusministerkonferenz – war erst vor wenigen Tagen mit dem Ausstieg von Bayern und Baden-Württemberg praktisch gescheitert.

Besorgt über die neuen PISA-Ergebnisse äußerten sich auch Vertreter von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderte verbindliche bundesweite Bildungsziele, um allen Schülern einen besseren Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen.

Die PISA-Studie der OECD gilt als die wichtigste und größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Alle drei Jahre werden dafür Hunderttausende von Schülern im Alter von 15 Jahren in allen Teilen der Welt getestet. An der aktuellen Studie nahmen etwa 600.000 Schüler aus 79 Ländern teil. 

Allerdings sind hinsichtlich der bildungspolitischen Aktivitäten sowohl die OECD selbst als auch die von dieser Organisation regelmäßig erteilten bildungspolitischen Empfehlungen keineswegs unumstritten. Die OECD wurde von manchen Experten – wie etwa dem Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff – für offenbar kontraproduktive Reformen im deutschen Bildungssystem wie zum Beispiel auch für die Durchsetzung des sogenannten autonomen Lernens seit den 1990er Jahren mitverantwortlich gemacht.

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