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Leipziger Linksjugend fordert: "Kein Frieden mit Russland!"

Leipziger Linksjugend fordert: "Kein Frieden mit Russland!"
"Kein Frieden mit Russland!" – das forderte die Leipziger Linksjugend auf Facebook. Russland sei eine Autokratie, in der die Geheimdienste alles kontrollierten und Homosexuelle diskriminiert würden. Nach einer Welle verheerender Reaktionen wurde der Beitrag gelöscht.

Die Linksjugend Leipzig hat am Samstagnachmittag einen Facebook-Post abgesetzt, in dem unter der Überschrift "Kein Frieden mit Russland!" in drastischen Worten vor Solidarität mit Russland gewarnt wird. Darin heißt es, dass Linke immer wieder forderten, man müsse sich mit Russland solidarisieren. Auch in der eigenen Partei Die Linke gebe es "diese Verrückten", die "Frieden mit Russland" zum Grundsatz der Partei machen wollten, zuletzt auf dem sächsischen Landesparteitag der Linken in Dresden:

Wieder einmal dominieren Reaktionismus, autoritäre Sehnsüchte und Unvernunft in der Partei. Was diese Ewiggestrigen, DDR-verherrlichenden und stalingeilen Subjekte nicht wahr haben wollen ist: dass das Projekt des Sozialismus in Russland schon lange gescheitert ist und es keinen rationalen Grund gibt sich mit diesen autokratischen Regime zu solidarisieren.

Stattdessen gebe es gute Gründe, "Keinen Frieden mit Russland" zu fordern. Seit der "Machtübernahme" Wladimir Putins 1999 stehe "alles unter der Regie der Geheimdienste, so auch die Medien". Die Lage der Homosexuellen in Russland sei "erschreckend schlecht", die Regierung befeuere die Feindschaft der Gesellschaft gegenüber Homosexuellen. Das "einfache Ausleben der Sexualität und der öffentlichen Darstellung auch in Medien oder durch Künstler*innen" werde als Propaganda dargestellt. Homosexualität werde tabuisiert, 34 Prozent der Russen hielten sie für eine Geisteskrankheit.

Der Beitrag, der mit einem durchgestrichenen Putin illustriert war, schloss mit den Sätzen:

Dies sind nur einige, aber schon sehr klare indiskutable Gründe sich nicht mit Russland zu solidarisieren, noch irgendeinen schwachsinnigen Frieden zu fordern.

Kein Frieden mit Unterdrückern! Kein Frieden mit Autokraten! Kein Frieden mit Russland!

Der Facebook-Post der Leipziger Linksjugend löste eine Welle negativer Reaktionen aus. Er wurde daraufhin noch am Samstagabend gelöscht, ist aber hier noch abrufbar.

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Mehrere Nutzer verwiesen darauf, dass die Leipziger Linksjugend den sogenannten Antideutschen zuzurechnen sei. Andere fragten, was denn den die Alternative zu Frieden mit Russland sei. Eine Kommentatorin meinte, es müsse Hitler- statt Linksjugend heißen. Ein Nutzer kommentierte den Beitrag der Leipziger Linksjugend mit reichlich Sarkasmus so:

Danke für diese klaren Worte, liebe Volksgenossen aus der Stürmer-Redaktion!

Ebenfalls auf Facebook kündigte der Journalist Norbert Fleischer an, wegen Volksverhetzung eine Strafanzeige gegen die Linksjugend Leipzig zu stellen, und rief mögliche "Zeugen" auf, sich bei ihm zu melden.

Ein anderer Nutzer nannte die Leipziger Parteijugend auf Twitter "Wehrmachtsklappspaten".

Auf diesen Tweet antwortete die Linksjugend Leipzig direkt und erklärte:

Fordern wir nicht. Bei dem Post handelt es sich um eine nicht abgesprochene Aktion einer Einzelperson. Das haben wir in einer Distanzierung auf dem Parteitag auch klargemacht.

Abgesehen von dieser direkten Antwort ist keine Distanzierung der Linksjugend Leipzig von dem beschriebenen Post bekannt geworden. In der Selbstbeschreibung auf ihrer Website charakterisiert sich die Jugendorganisation so:

Wir haben uns als linker Jugendverband zusammengeschlossen, weil wir diese Gesellschaft grundlegend verändern wollen. Mit euch wollen wir den Weg zu einer anderen, einer freien, gerechten und solidarischen Gesellschaft beschreiten. (...) Unser Veränderungs- und Gestaltungsanspruch macht dabei nicht an nationalstaatlichen Grenzen oder vermeintlichen Klassenunterschieden halt. Alles für alle – grenzenlos ist nicht nur hohle Phrase, sondern grundlegender Anspruch!

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