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Frauenhäuser in Berlin und Brandenburg: Schutzsuchende werden wegen Überbelegung abgewiesen

Frauenhäuser in Berlin und Brandenburg: Schutzsuchende werden wegen Überbelegung abgewiesen
Symbolbild: Die spanische Aktivistin Jil Love bei einer Demonstration gegen Gewalt an Frauen, Mexiko, 27. Februar 2017.
In Berlin fehlen 600 Plätze in Frauenhäusern. Es mangelt an Personal und Geld. Per Telefon werden die wenigen freien Plätze vermittelt. Viele Frauen, die Schutz vor Gewalt suchen, müssen abgewiesen werden. Bundesweit fehlt es an genauen Statistiken über die Zahl der Schutzsuchenden.

Im Jahr 2017 gab es in Berlin 14.605 Fälle von Gewalt in der Familie und Partnerschaft. Unter den Opfern waren 71,5 Prozent Frauen. 1.692 der weiblichen Opfer erhielten mit ihren Kindern Schutz in Frauenhäusern. In 16 Fällen kamen Opfer häuslicher Gewalt in Berlin ums Leben. Bundesweit waren es 147 weibliche Todesopfer.

Die Versprechungen der Frauenministerin Franziska Giffey (SPD), mehr Geld für Frauenhäuser auszugeben, trafen bisher nicht ein. Die Länder und Kommunen müssen die Gelder bereitstellen. Der Bund darf hier per Gesetz nicht helfen. Diskussionen über die Hilfe für weibliche Opfer von Gewalt laufen somit ins Leere. In der Hauptstadt ist die Situation etwas besser, denn hier gibt der Senat jährlich die Gelder für die Frauenhäuser frei. Aber besonders in Berlin ist der Bedarf hoch. Es mangelt an rund 600 Plätzen. In der Hauptstadt gibt es sechs Einrichtungen, in Brandenburg 20. 

Mit oder ohne? Besucher des Strandbads Wannsee im Juli 2015

Die Leiterin des Frauenhauses der Caritas, Gabriele Kriegs: 

Wir brauchen eine zentrale Verwaltungsstelle für freie Plätze in Frauenhäusern, auch für nachts oder das Wochenende. 

Der gestiegene Bedarf geht auch mit längeren Aufenthaltszeiten in den Schutzhäusern einher. Blieben die Frauen früher im Durchschnitt drei Wochen, ist ihr Aufenthalt heute ein halbes Jahr. Auf einen Aufenthalt in einem Frauenhaus schließt sich die oft schwierige Wohnungssuche an. Die Vermieter scheuen Gewalt in ihren Wohnungen. Die wenigen freien Plätze werden der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen gemeldet und sind schnell vergeben. 

Bundesweit lebten 2018 in den 180 Frauenhäusern mehr als 7.000 Frauen und Kinder. Die Zahlen sind der Umfrage der Frauenhauskoordinierung entnommen. Die tatsächliche Zahl schutzsuchender Frauen liegt bei rund 10.000. 

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