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"Wegen russischen Propagandanetzwerkes" – Keine gesponserten Warnwesten für Berliner Schüler

"Wegen russischen Propagandanetzwerkes" – Keine gesponserten Warnwesten für Berliner Schüler
Ein Polizist begleitet Erstklässler zur Schule, Deutschland, 6. September 2016.
Insgesamt 34.000 Warnwesten stellte die Firma Autodoc für die Sicherheit der Berliner Schüler im Straßenverkehr bereit. Autodoc aber könnte "Teil eines russischen Propagandanetzwerks" sein. Die Beweise lieferte – die New York Times, die Senatsverwaltung lässt es prüfen.

Nur ein Teil der Warnwesten, versehen mit dem Logo des Unternehmens Autodoc, ging an einige Schüler im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg. Diesen Montag entschied die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, keine weiteren Westen der Sponsoren mehr auszugeben. Es werde geprüft, ob es Verbindungen zwischen der Firma und "rechtsradikalen Kreisen im Ausland" gäbe. Bevor der Senat einen Sponsorenvertrag mit Autodoc unterzeichnete, soll es keine Hinweise gegeben haben, die einem Sponsoring entgegengestanden hätten. 

Das seit 2008 bestehende Unternehmen ist mit seinen Onlineshops für Pkw- und Lkw-Ersatzteile in 26 europäischen Ländern tätig und hat seinen Hauptsitz in Berlin. Insgesamt 1.800 Angestellte aus 30 Nationen werden im Unternehmen beschäftigt. Es gilt als der umsatzstärkste Onlinehändler für Autoersatzteile. Der Online-Handel wird von Russlanddeutschen betrieben.

Der stellvertretende Kommissar der Metropolitan Police und Leiter der britischen Anti-Terror-Behörde Neil Basu bei einem Auftritt vor der Presse im Juli 2018

In der New York Times (NYT) erschien am 10. August 2019 ein Artikel unter der Überschrift "The Global Machine Behind the Rise of Far-Right Nationalism" (Die globale Maschine hinter dem Aufstieg des rechtsextremen Nationalismus), der diese Berliner Firma belasten soll. Die Firma Autodoc sei – so wird behauptet – Teil der Versuche, von Russland aus in Schweden Desinformation zu verbreiten: 

Sechs von Schwedens Alt-Right-Sites haben Werbeeinnahmen aus einem Netzwerk von in Deutschland ansässigen Online-Autoteileläden erzielt, die sich im Besitz von vier Geschäftsleuten aus Russland und der Ukraine befinden, von denen drei deutsch klingende Nachnamen angenommen haben .

Dabei habe die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter entdeckt, dass diese allesamt auf die Firma Autodoc mit Sitz in Berlin zurückgingen. Die Werbeanzeigen machten Stimmung gegen Ausländer in Schweden. 2017 habe man die Anzeigen auf mehr als 400 schwedischen Webseiten entdeckt. Darunter hatten sechs Portale rechtsradikale Inhalte.

Mehr zum Thema - Schweden vor den Wahlen: Aufrüstung gegen russische Fake-News Angriffe

Die genannte Firma äußert sich aktuell in einer Pressemitteilung zu den jüngsten Anschuldigungen: 

In dem Artikel (der New York Times) kann der Eindruck entstehen, dass es sich bei den angesprochenen Banner-Werbeschaltungen um aktuelle bzw. erst kürzlich zurückliegende Ereignisse handelt. Fakt ist, dass hier auf ein Ereignis verwiesen wird, das bereits 2017 stattfand. 

Die Anzeigen auf rechtsorientierten Seiten wurden, ohne Wissen von Autodoc, damals durch einen Dienstleister geschaltet. Das Unternehmen reagierte daher und seither wird auch stärker kontrolliert, wo annonciert wird. Die Anzeigen in den rechtsgerichteten schwedischen Portalen wurden gelöscht. Der Sprecher von Autodoc Thomas Casper sagte dem Tagesspiegel

Wir sind vehement gegen Rassismus und Rechtsextremismus und distanzieren uns davon. 

Übrigens ist zu dem unterschwelligen NYT-Vorwurf "deutsch klingender Nachnamen" noch anzumerken, dass Russlanddeutsche (auch in Berlin) nicht etwa deutsch klingende Nachnamen (etwa als "Tarnung") annehmen müssen, sondern solche Familiennamen in der Regel seit Generationen führen.

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