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Greta Thunberg ruft nun auch Erwachsene zum "Klimastreik" auf

Greta Thunberg ruft nun auch Erwachsene zum "Klimastreik" auf
Demonstrationsaufruf am S-Bahnhof Adlershof am Freitagmorgen
"Fridays for Future" organisiert weitere Klimaproteste. Weltweit soll demonstriert werden – allein in Deutschland in über 200 Städten. Dabei sollen nicht mehr nur Jugendliche mobilisiert werden; die Initiatoren rufen nun Erwachsene auf, sich ihnen anzuschließen.

Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg und ihre deutsche Mitstreiterin Luisa Neubauer haben in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung die Erwachsenen aufgerufen, sich den sogenannten Klimaprotesten der Schüler und Studierenden an diesem Freitag anzuschließen. Wörtlich heißt es in dem Beitrag:

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Wir haben das Gefühl, dass viele Erwachsene noch nicht ganz verstanden haben, dass wir jungen Leute die Klimakrise nicht alleine aufhalten können. Tut uns leid, wenn Sie das nicht wahrhaben wollen. Aber das ist keine Aufgabe für eine einzelne Generation. Das ist eine Aufgabe für die gesamte Menschheit. Wir jungen Leute können unseren Beitrag für einen größeren Kampf leisten, und das kann einen großen Unterschied machen. Aber das funktioniert nur, wenn unser Aufschlag als Aufruf verstanden wird.

Deswegen ist dies unsere Einladung. Am Freitag, 20. September, werden wir mit einem weltweiten Streik eine Aktionswoche für das Klima beginnen. Wir bitten Sie, sich uns anzuschließen. Es gibt in verschiedenen Teilen der Welt viele verschiedene Pläne für Erwachsene, sich zusammenzuschließen, Farbe zu bekennen und sich für unser Klima aus der Komfortzone herauszuwagen. Lasst uns diese Pläne zusammenbringen; gehen Sie an diesem Tag mit Ihren Nachbarn, Kollegen, Freunden und Familien auf die Straße, damit unsere Stimmen gehört werden und dies ein Wendepunkt in der Geschichte wird.

Die Aktivisten ziehen Parallelen zur Französischen Revolution, in deren Verlauf "Mütter in Scharen für ihre Kinder auf die Straße gegangen" seien. Der Vergleich gibt einen Eindruck von der Bedeutung, die die Fridays for Future-Aktivisten ihren Aktionen beimessen. Auch von den deutschen Medien wird die Bewegung wohlwollend begleitet.

An diesem Freitag soll eine zweite Welle groß angelegter Proteste mit Kundgebungen an über 1.600 Orten in mehr als 120 Ländern starten. Mehr als 200 deutsche Städte sind dabei –  das macht Deutschland zum Spitzenreiter. In Berlin am Brandenburger Tor und in der Hamburger Innenstadt werden jeweils etwa 10.000 Demonstranten erwartet.

Greta Thunberg gilt als weltweite Ikone der Bewegung, nachdem sie im August 2018 zunächst allein mit den sogenannten Klimastreiks begonnen hatte. Neubauer, die in sozialen Medien wegen ihres Reiseverhaltens als Langstrecken-Luisa verspottet wird, gilt als das deutsche Gesicht der Aktivisten. Am Donnerstag sprach sie auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank.

Thunberg, die als 16-Jährige selbst noch nicht wahlberechtigt ist, rief junge Wähler unterdessen zur Teilnahme an den Wahlen zum EU-Parlament auf. In einem auf Instagram veröffentlichten Video erklärte sie, an Wahlen teilzunehmen sei eines der wirksamsten Mittel, wenn man auf die Klima- und Umweltkrise aufmerksam machen wolle.

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