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Dreißig Jahre nach der Wende: Letzter MfS-General stellt Buch vor

Dreißig Jahre nach der Wende: Letzter MfS-General stellt Buch vor
Er war der jüngste General der DDR-Staatssicherheit und zuständig für deren Abwicklung. Heinz Engelhardt hat gemeinsam mit dem Journalisten Peter Böhm ein Buch über seine Erinnerungen geschrieben. Die Buchvorstellung verspicht eine interessante Lektüre.

von Hasan Posdnjakow

Die Vorstellung von Engelhardts Buch "Der letzte Mann" fand in den Räumen der Ladengalerie der Tageszeitung Junge Welt in Berlin statt. Nach einer kurzen Begrüßung durch Arnold Schölzel, dem ehemaligen Chefredakteur der Jungen Welt, ergriff der Verleger Frank Schumann das Wort. Er beklagte, dass es eine negative Entwicklung beim Umgang mit der MfS-Geschichte gebe, und dass sich die einseitige, prowestliche Schilderung der Ereignisse weiter durchsetze. Dies verdeutlichte er daran, dass sich mehrere Zeitungen, die ursprünglich eine Medienkooperation im Rahmen der Veröffentlichung des Buches angeboten hatten, zurückzogen. Dies sei aufgrund von ideologischem Druck durch die jeweilige Redaktionsleitung geschehen.

Eingang zum Archiv des ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Berlin, Deutschland, 12. März 2019.

Danach sprach der ehemalige Generalmajor Heinz Engelhardt selbst. Als Motivation, das Buch zu schreiben, nannte er den Wunsch, der Generation seiner Enkelkinder seine Sichtweise auf die Ereignisse in der DDR zu schildern. Er selbst habe es versäumt, seine Eltern – die die 1930er-Jahre und den Zweiten Weltkrieg miterlebt hatten – zu ihren Erfahrungen zu befragen. Das bereue er jetzt und wolle diesen Fehler nicht wiederholen. Engelhardt betonte dabei, dass das Buch seine eigenen subjektiven Perspektiven enthalte und als ehrliche Diskussionsgrundlage gemeint sei.

Der letzte MfS-Verantwortlicher beklagte, dass in den Medien Vorurteile gegen Ostdeutschland geschürt würden. Statt Fakten und einer sachlichen Auseinandersetzung über die DDR würden emotionelle Bewertungen vorherrschen.

Engelhardt sprach auch über seine eigene Biografie nach dem Jahr 1990. Er schilderte, wie er eine neue Berufsausbildung absolviert und anschließend etwa 15 Jahre lang ein Reisebüro geleitet hatte.

Der MfS-General erklärte, dass seine Sichtweise auf die DDR und das MfS nach 30 Jahren kritischer (auch selbstkritischer) geworden sei. Von der Gründergeneration der DDR, die etwa in Spanien in den 1930er-Jahren gegen die faschistischen Kräfte um den Putschgeneral Franco, oder der darauffolgenden Generation von Persönlichkeiten wie Hans Modrow, die nach dem Krieg inmitten von Ruinen eine neue Gesellschaft aufzubauen begannen, habe er eine hohe Meinung. Ab einem bestimmten Punkt sei die Politik in der DDR jedoch stagniert. Ein Generationswechsel wäre nötig gewesen, erklärte Engelhardt.

Dem Journalist Peter Böhm zufolge, der bei dem Buch mitwirkte, gab es sehr widersprüchliche Reaktionen auf das Buch. Dies zeige die Spaltungslinien, die die deutsche Gesellschaft durchziehen würden. Heinz Engelhardt erklärte in Bezug zur DDR:

Das war mein Staat.

Die DDR habe ihm viele Möglichkeiten gegeben, sich zu entwickeln und zu verwirklichen. Er beklagte, dass nach dem Jahr 1990 durch die einseitige feindselige Berichterstattung gegen ehemalige DDR-Verantwortliche die Lebensläufe vieler Menschen gebrochen wurden. Die Gesellschaft werde das in der Zukunft hinterfragen. Peter Böhm erklärte zum Schluss, dass das Buch dazu beitragen soll, Wissen über die Strukturen des MfS zu vermitteln und so die Diskussion zu versachlichen. 

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