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Ermittlungen gegen Polizisten in Hessen: Diabetiker stirbt nach Taser-Einsatz

Ermittlungen gegen Polizisten in Hessen: Diabetiker stirbt nach Taser-Einsatz
Die Polizei in Hessen wird seit April 2019 mit so genannten Tasern ausgestattet.
Nachdem ein Mann sich intensiv gegen jede medizinische Behandlung wehrte, rief der Notarzt die Polizei um Hilfe. Die Beamten setzten ein Elektroschock-Gerät ein. Infolgedessen kollabierte der Mann und verstarb vier Tage später im Krankenhaus. Nun laufen die Ermittlungen.

Der Einsatz eines sogenannten Tasers seitens der Polizei beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main. Es wird gegen zwei Beamte wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge im Amt ermittelt. Vier Tage, nachdem die beiden Beamten das Elektroschock-Gerät gegen einen 49-Jährigen eingesetzt hätten, sei er gestorben. Der Mann sei zuckerkrank und stark übergewichtig gewesen, zudem habe er an einer psychischen Erkrankung gelitten.

Mit einem Elektroschock-Gerät ruhigstellen

Der Vorfall ereignete sich bereits am 30. April. Die Frau des 49-Jährigen rief den Notarzt, da es ihm schlecht ging. Der Mann jedoch wehrte sich gegen die Einnahme dringend notwendiger Medikamente. Daraufhin wollte der Notarzt den Patienten in die Psychiatrie einweisen lassen, der 49-Jährige aber sei noch aggressiver geworden. Schließlich alarmierte der Notarzt die Polizei, sagte die Staatsanwältin Nadja Niesen gegenüber dem Hessischen Rundfunk. Die Polizisten versuchten nachfolgend, den Patienten mit einem Elektroschock-Gerät ruhig zu stellen. "Aufgrund der Gesamtumstände hielt man den Einsatz eines Tasers für angezeigt", so Niesen gegenüber hr.

Taser sind Elektroschockpistolen, bei deren Einsatz der Getroffene Stromschläge erleidet, die ihn mehrere Sekunden außer Gefecht setzen sollen. Nach dem Stromstoß aber sei der 49-Jährige aus dem Frankfurter Stadtteil Ostend kollabiert, habe sich übergeben und sei in die Uniklinik gebracht worden. Dort starb er laut Staatsanwaltschaft wenige Tage später an einer Lungenentzündung und einer Blutvergiftung.

Ob beim Tod des Mannes der Taser-Einsatz eine Rolle gespielt habe, müsse nun ermittelt werden, so Niesen weiter. Die Staatsanwaltschaft gehe dem Anfangsverdacht auf Körperverletzung im Amt mit Todesfolge nach. Näheres müssten die Ermittlungen zeigen.

Pilotprojekt erfolgreich – Polizei Hessen bekommt Taser

Erst Mitte April wurde angekündigt, dass die Polizei in Hessen mit Elektroschockern ausgestattet wird. Zuvor hatten Polizisten in Frankfurt und Offenbach zwei Jahre lang die Taser als Einsatzwaffe getestet. Das Pilotprojekt sei erfolgreich verlaufen, hieß es damals vom hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU). Er kündigte auch an, dass das Land insgesamt 35 Geräte anschaffen werde fünf für jedes Präsidium.

Der Elektroschocker, auf Amtsdeutsch "Distanz-Elektroimpulsgerät" (DEIG) genannt, verfügt über Geschosse mit Widerhaken, die über dünne Drähte mit der Pistole verbunden sind. Beim Einsatz bohren sich jene Haken leicht in die Haut des Getroffenen, und über die Drähte wird der Stromstoß verabreicht.  

Der Taser ist in vielen Fällen die mildere Variante der Schusswaffe und stellt eine sinnvolle Ergänzung der Ausrüstung unserer Schutzleute dar", so der hessische Innenminister Mitte April.

Insgesamt habe das Pilotprojekt gezeigt, dass der Taser in bestimmten Situationen deeskalierend wirke und im Zweifel schwere Verletzungen verhindern könne – sowohl bei Tätern als auch bei Beamten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) jedoch übt schwere Kritik an der Nutzung dieser Waffen. Als Beispiel wird die Polizei in den USA genannt, bei der der Elektroschocker regelmäßig zum Einsatz kommt. So soll es laut Amnesty International zwischen 2001 und 2016 insgesamt 700 Todesfälle in den USA gegeben haben, die mit dem Einsatz der Taser in Zusammenhang gebracht werden.

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