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Bundeswehr bekommt Militärrabbiner

Bundeswehr bekommt Militärrabbiner
Ein Militärrabbi der israelischen Streitkräfte beim Gebet
Auch die rund 300 Soldaten jüdischen Glaubens in der Bundeswehr sollen die Möglichkeit erhalten, sich an einen Seelsorger im Bedarfsfall wenden zu können. Mit diesem Schritt soll die "weltanschauliche Neutralität der Bundeswehr unterstrichen" werden.

Nach einer einhundertjährigen Zwangspause kehren jüdische Militärrabbiner wieder zurück in die deutsche Armee. Dabei orientiert sich Deutschland am Beispiel der USA, Frankreichs, Großbritanniens und der Niederlande, wo es ebenfalls Militärrabbiner in den jeweiligen Streitkräften gibt.

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Damit trägt Deutschland der steigenden Zahl von muslimischen und jüdischen Soldatinnen und Soldaten Rechnung, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen für einen Dienst in der Bundeswehr entschieden haben. Laut einer Presseerklärung des Verteidigungsministeriums gibt es aufgrund der Freiwilligkeit der Angabe lediglich Schätzwerte, wie die Aufteilung bei den verschiedenen Konfessionen gegenwärtig ist: "Bei Einführung der Militärseelsorge Ende der 50er Jahre waren ca. 98 Prozent der Soldatinnen und Soldaten Angehörige der christlichen Kirchen. Heute sind das nur noch etwa die Hälfte. Derzeit dienen ca. 300 Angehörige des jüdischen Glaubens und ca. 3.000 Muslime bei der Bundeswehr. Im Vergleich dazu stehen ca. 53.000 Angehörige des evangelischen und 41.000 des römisch-katholischen Glaubens."

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bewertet die Rückkehr von Militärrabbinern in die deutschen Streitkräfte äußerst positiv:

Überall in Deutschland blüht wieder jüdisches Leben. Das ist ein großes Geschenk. Es erfüllt mich als Verteidigungsministerin mit Dankbarkeit und auch mit Demut, dass Frauen und Männer jüdischen Glaubens in unserer Bundeswehr dienen. Das zeigt auch, wofür unsere Bundeswehr steht. In ihr dienen heute Frauen und Männer, die sich zum jüdischen, christlichen oder muslimischen Glauben bekennen – oder zu keinem. Sie bringen vielfältige Erfahrungen, Biografien und Perspektiven mit, die uns helfen, die facettenreichen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. So unterschiedlich unsere Soldatinnen und Soldaten sein mögen, es eint sie der Eid, den sie geschworen haben: Sie haben sich den Grundsätzen und Werten unseres Grundgesetzes verpflichtet und gelobt, Deutschland und seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen und zu verteidigen. Sie alle sind unverzichtbarer Teil einer modernen Bundeswehr.

Laut Angaben ihres Ministeriums soll es einen "noch zu verhandelnden Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Zentralrat der Juden" geben, der die "Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und der Vertretung der jüdischen Glaubensgemeinschaften in Deutschland auf rechtlich solide Beine stellen" soll. Es muss allerdings angemerkt werden, dass der Zentralrat der Juden nicht die offizielle Vertretung von sämtlichen jüdischen Glaubensgemeinschaften in Deutschland ist, auch wenn der Zentralrat genau das für sich beansprucht.

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In der Praxis soll es dann so ablaufen, dass der Zentralrat der Juden einen Wunschkandidaten für den Posten als Militärrabbiner vorschlägt, die Bundeswehr aber die endgültige Entscheidung treffen soll. Ebenso soll die "fachliche Aufsicht über das theologische Wirken beim Zentralrat liegen, die Dienstaufsicht über die Arbeit der Militärrabbiner bei der Bundeswehr".

Auch muslimische Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sollen einen eigenen Seelsorger erhalten. Die Voraussetzungen wurden im Rahmen der Deutschen Islamkonferenz einvernehmlich formuliert: "Ein muslimischer Militärseelsorger in der Bundeswehr muss die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen und sicherheitsüberprüft sein. Er oder sie muss einen in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss in islamischer Theologie besitzen, über eine seelsorgliche oder gemeindliche Erfahrung in Deutschland verfügen und von islamischen Religionsgemeinschaften, die die Zielgruppe der Soldatinnen und Soldaten repräsentieren, in die Bundeswehr entsandt und seitens der Bundeswehr akzeptiert werden." Über die Voraussetzungen für Militärrabbiner wurde vom Verteidigungsministerium noch nichts bekannt gegeben.

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