icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Armut in Deutschland: Jeder dritte Arbeitslose spart beim Essen

Armut in Deutschland: Jeder dritte Arbeitslose spart beim Essen
Rund 30 Prozent der Arbeitslosen in Deutschland sparen bei Lebensmitteln – etwa beim Gemüse.
Fast jeder dritte Arbeitslose in Deutschland kann sich nicht regelmäßig eine vollwertige Mahlzeit leisten. Unerwartete Ausgaben in Höhe von 1.000 Euro können 80 Prozent nicht stemmen. An der Heizung wird auch gespart. Die Linke fordert politische Konsequenzen.

Vollwertige Kost ist laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung die Basis für bedarfsgerechtes, gesundheitsförderndes Essen und Trinken. Sie kann dazu beitragen, Wachstum, Entwicklung und Leistungsfähigkeit sowie die Gesundheit des Menschen ein Leben lang zu fördern bzw. zu erhalten. Wie eine Befragung nun zeigt, gab fast jeder dritte Arbeitslose (rund 30,3 Prozent) in Deutschland an, sich nicht regelmäßig eine vollwertige Mahlzeit leisten zu können. Fisch, Fleisch oder ein vegetarisches Essen, zumindest jeden zweiten Tag, ist für Millionen Menschen in Deutschland einfach nicht erschwinglich. Die EU-Erhebung fand 2017 statt. Im Jahr davor waren es 30,0 Prozent, 2015 sogar 36,3 Prozent.

Für 21 Millionen Bürger ist unerwartete 1.000-Euro-Ausgabe ein Problem

Die konkrete Frage lautete: Wer hat ein finanzielles Problem damit, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige vegetarische Mahlzeit einnehmen zu können? Insgesamt gaben 7,5 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren dies an. In Zahlen sind das 5,14 Millionen Menschen. Die Zahlen stammen aus der EU-Datenbank SILC, die das Statistische Bundesamt auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag ausgewertet hatte. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann machte darauf aufmerksam.

Etwa 21 Millionen Bürger in Deutschland – rund 30,4 Prozent – gaben zudem an, unerwartete Ausgaben in Höhe von 1.000 Euro nicht aus eigenen Finanzmitteln stemmen zu können. Dazu zählten sie etwa eine Autoreparatur oder eine neue Waschmaschine. Bei den Arbeitslosen sind es demnach sogar 80 Prozent, die eine unerwartete finanzielle Ausgabe nicht bewältigen können. Auch haben fast 16 Prozent der Haushalte in Deutschland nach eigenen Angaben kein Geld, um jährlich eine Woche in den Urlaub zu fahren. Bei den Erwerbslosen sind es rund die Hälfte, die sich keine Reise leisten können.

Armut ist laut Linken-Politikerin kein Randphänomen in Deutschland 

Zimmermann, die Sozialexpertin bei der Linkspartei ist, sagte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung darüber:

Was für viele selbstverständlich ist, ist für eine große Gruppe von Menschen unbezahlbar.

Armut sei in Deutschland kein Randphänomen, sondern ziehe sich quer durch die Bevölkerung, so die Linken-Politikerin. Auch ihr Parteikollege Dietmar Bartsch prangerte über den Kurznachrichtendienst Twitter die Situation an. So schrieb er:

Zwei Parallelwelten in Deutschland: 30 Prozent der Erwerbslosen können sich nicht regelmäßig eine vollwertige Mahlzeit leisten. Daimler-Chef Zetsche kassiert ab 2020 pro Tag 4.250 Euro Rente. Der Sozialstaat ist Verfassungsauftrag. Die Politik muss endlich handeln.

Mehr zum Thema"Starke-Familien-Gesetz" der Bundesregierung – Populismus statt Inhalt

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen