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Stefan Kretzschmar beklagt "eingeschränkte Meinungsfreiheit" in Deutschland - Mainstream empört sich

Stefan Kretzschmar beklagt "eingeschränkte Meinungsfreiheit" in Deutschland - Mainstream empört sich
Unerschrocken nicht nur auf dem Spielfeld: Stefan Kretzschmar nimmt die Beschneidung des Meinungskorridors durch Sponsoren und Medien ins Visier...
Der frühere Spitzenhandballer Stefan Kretzschmar beklagt in einem Gespräch eine faktische Einschränkung der Meinungsfreiheit in Deutschland. Als Sportler dürfe man keine gesellschafts- oder regierungskritische Meinung mehr haben. Prompt erntet er für diese Äußerung Kritik.

Der ehemalige Handballspieler Stefan Kretzschmar hat in einem Interview mit dem Nachrichtenportal T-Online.de die mangelnde Meinungsfreiheit im heutigen Deutschland kritisiert und damit das ausgelöst, was man einen Shitstorm nennt.

Im Gespräch ging es in erster Linie um Handball und die Frage, warum es im Sport heute keine Typen mit Ecken und Kanten mehr gibt – wie Kretzschmar, genannt Kretzsche, in seiner aktiven Zeit als Aushängeschild des deutschen Handballs einer war.

Auf die Frage der Interviewer: "Wie würden Sie denn heute die Situation eines Profisportlers in der Öffentlichkeit beschreiben? Warum ist es so schwer, seine Meinung zu sagen?" antwortete Kretzschmar:

Dafür können die Spieler nichts, die spielen das Spiel nur mit. Für jeden Kommentar bekommst du eins auf die Fresse. Wenn du eine polarisierende Meinung hast, finden die 50 Prozent scheiße ... Welcher Sportler äußert sich denn heute noch politisch? Es sei denn, es ist die Mainstream-Meinung, mit der man nichts falsch machen kann. Eine gesellschafts- oder regierungskritische Meinung darf man in diesem Land nicht mehr haben. Wir Sportler haben in Deutschland eine Meinungsfreiheit, für die man nicht in den Knast kommt. Wir haben aber keine Meinungsfreiheit im eigentlichen Sinne. Wir müssen immer mit Repressalien von unserem Arbeitgeber oder von Werbepartnern rechnen. Deswegen äußert sich heute keiner mehr kritisch.

Kretzschmar redet also nicht von einer Einschränkung der Meinungsfreiheit im rechtlichen Sinne, also von staatlicher Seite. Er beschreibt vielmehr eine Beschneidung des Meinungskorridors durch die Vorgaben von Arbeitgebern und Sponsoren, von denen die Sportler abhängen. Dennoch schlug ihm in Medien und sozialen Netzwerken ein verheerendes Echo entgegen.

In erster Linie traten hier die "üblichen Verdächtigen" von Politikern und Vertretern der Mainstream-Medien in Erscheinung. Der Tagesspiegel nannte Kretzschmars Äußerungen in einem Meinungsbeitrag "falsch und gefährlich". Auf Twitter schlugen unter anderem der ZDF-Korrespondent Florian Neuhann, der Linken-Abgeordnete Niema Movassat und die Grüne Renate Künast in die gleiche Kerbe.

Auf Twitter wird Kretzschmar bereits als "Nazi" und "Star der Neuen Rechten" gebrandmarkt. In diesem Post, der auch von der früheren Grünen Jutta Ditfurth geteilt wurde, wird sein Sponsor aufgefordert, Konsequenzen zu ziehen.

Der frühere Spitzensportler erhielt aber auch Unterstützung. Gegen die Vorwürfe Neuhanns wurde Kretzschmar etwa von dem FAS-Redakteur Patrick Bernau in Schutz genommen. Die ehemalige sächsische Spitzengrüne Antje Hermenau sieht Kretzschmar in einem Tweet durch die Kritik an ihm bestätigt.

Auch die AfD verbreitete die Aussagen Kretzschmars als Bestätigung ihrer Positionen in den sozialen Netzwerken. Der Handballer verwahrte sich allerdings gegen eine Instrumentalisierung von dieser Seite. Gegenüber Bild erklärte er:

Wenn man meine Biografie kennt, ist die Instrumentalisierung meines Interviews von politischen Gruppierungen, die meiner eigenen politischen Einstellung nicht ferner liegen könnten, schon grotesk.

Der Fall Kretzschmar zeigt einmal mehr, wie schnell man durch Verlassen des geltenden Meinungskorridors als Rechtsextremist gebrandmarkt und unmöglich gemacht wird. Dabei werden der tatsächliche Inhalt des Gesagten und der Hintergrund der Person schnell zur Nebensache. Im Grunde bestätigen Kretzschmars Kritiker mit ihren Vorwürfen punktgenau dessen Aussagen.

Mehr zum Thema - Autor Uwe Tellkamp: Tonangeber in Medien und Kultur vertragen keinen Widerspruch

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Unerschrocken: Stefan Kretzschmar im Juni 2018

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